• vom 19.04.2017, 16:35 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 19.04.2017, 21:31 Uhr

Pop

Plötzlich Popstar




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Von Julia Wagner

  • Shootingstar Mavi Phoenix singt ihre im Kinderzimmer in Linz komponierten Lieder jetzt in großen Hallen.

Arger Moment: Mavi Phoenix kam spielerisch zur Musik.

Arger Moment: Mavi Phoenix kam spielerisch zur Musik.© Lukas Gansterer Arger Moment: Mavi Phoenix kam spielerisch zur Musik.© Lukas Gansterer

Schuld ist eigentlich der Papa. Als Marlene Nader gerade einmal elf war, schenkt er ihr ihren ersten Laptop. "Ich wollte voll gerne Computergames haben, aber für Apple gab es damals keine g’scheiten, nur so Lernspiele", erzählt sie. Also spielte sie stattdessen mit dem Programm Garage Band und fing an, erste Beats zu basteln. "Für mich war das ein Hobby. Ich fand es cool, mir das dann anzuhören." Dazu sang sie Denglisch, richtig Englisch konnte sie noch nicht.

Zwei Jahre später, mit 13, stellte sie ihre ersten Versuche dann auf MySpace, mit 18 wird ihr erster Song "Green Queen" dann auf Radio FM4 gespielt. Heute ist Marlene 21 und erobert als Mavi Phoenix gerade die österreichische Musikszene, war mit ihrem Song "Quiet" wochenlang Platz eins der FM4-Charts. Gleich zwei Mal ist sie in diesem Jahr für den Amadeus nominiert, einmal für den FM4Award und dann noch als "Beste Künstlerin". Im März veröffentlichte sie ihre zweite EP "Young Prophet" und das US-Magazin "The Fader" bezeichnete sie erst kürzlich als "bezaubernde Lo-Fi Pop-Heldin". Dementsprechend gefragt ist Mavi Phoenix. Beim Treffen in Berlin kommt sie von einem Interview mit Radio Fritz, muss danach sofort zum Soundcheck in die Columbiahalle.


Das war schon wow
Gerade erst tourte die Oberösterreicherin als Vorband von Bilderbuch durch Deutschland und die Schweiz. Es ist ihre erste richtige Tour überhaupt. "Vor einem Monat noch waren bei meinen größten Shows so 300 Leute. Gestern in Köln haben wir vor 4000 gespielt, das war schon wow. Da habe ich teilweise während der Songs einfach nur grinsen müssen, weil mir eingeschossen ist: ,Hey, du performst da vor tausenden Leuten die Songs, die du in deinem Kinderzimmer in Linz komponiert hast.‘ Das war echt ein arger Moment", so die Musikerin beim Gespräch in Berlin. Täglich eine Show zu spielen, sei auch neu für sie. Jetzt trinkt sie brav Tee und lutscht Halstabletten, die ihr Sänger Maurice Ernst empfohlen hat - alles, um die Stimme zu schonen, die schon nach wenigen Tagen auf Tour um einiges tiefer als sonst war.

Wild gefeiert wird mit den Bilderbuch-Burschen daher auch nicht. "Wenn ich jetzt auch noch jeden Abend was trinken würde, dann hätte ich echt keine Stimme mehr. Ich bin auch noch zu angespannt, um ausgehen zu können. Ich will zuerst einmal alles gut machen", so Mavi Phoenix. Sie sei ohnehin nicht so der Partymensch, konzentriere sich lieber "zu 100.000 Prozent auf die Musik", wie sie selbst betont. Für eine 21-Jährige nimmt sie das Musikbusiness nämlich verdammt ernst und macht sich viele Gedanken, zum Beispiel, warum es tatsächlich so wenige weibliche Künstlerinnen in Österreich gibt.

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Pop, Mavi Phoenix

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-19 16:39:07
Letzte ─nderung am 2017-04-19 21:31:59




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