• vom 05.05.2017, 16:04 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Musik

Rekorde, Privilegien und die üblichen Verdächtigen




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  • Bei den 17. Austrian Amadeus Music Awards feierte sich die Branche selbst mit einer recht unspektakulären Gala im Wiener Volkstheater.

Bilderbuch: Große Gewinner bei den Amadeus-Awards. - © apa/Hans Punz

Bilderbuch: Große Gewinner bei den Amadeus-Awards. © apa/Hans Punz

Wien. Julian Le Play, Bilderbuch sowie Pizzera & Jaus: Diese drei Acts durften sich bei den 17. Amadeus Austrian Music Awards am Donnerstag als große Gewinner fühlen, wurden sie doch jeweils mit zwei Preisen geehrt. Neben insgesamt 18 Auszeichnungen standen auch etliche Live-Auftritte auf dem Programm. Dabei präsentierte sich die Gala im Wiener Volkstheater allerdings recht brav und unspektakulär.

Mit den Trophäen für das beste Album ("Zugvögel") sowie als Künstler des Jahres war es Le Play, der in zwei Hauptkategorien die Nase vorn hatte. "Ich habe Herzklopfen, jedes Mal wieder", zeigte er sich gerührt. Er dankte seinen Fans ebenso wie Maurice Ernst, seines Zeichens Sänger von Bilderbuch, der Band des Jahres. Dass sich Bilderbuch auf der Bühne wohlfühlt, bewies die Gruppe auch zum Auftakt der zweistündigen Gala, als sie "Bungalow" zum Besten gab - nur konsequent, die Gruppe wurde immerhin auch als bester Liveact prämiert. Mit Abwesenheit glänzten Pizzera & Jaus. Das Duo, das mit ihrem "Jedermann" im Vorjahr einen Chartstürmer abgeliefert hat, war nämlich just an diesem Abend für Michael Niavarani im Einsatz. Eine launige Zuspielung gab es dann aber doch. Nicht nur der Song des Jahres, auch das Genre Pop/Rock ging an Paul Pizzera und Otto Jaus.


Ansonsten hieß es: gerecht teilen. Das eher dem elektronischen Pop zugetane Duo Leyya freute sich über den FM4-Award. Stilistisch nicht allzu weit entfernt waren die Electronic/Dance-Sieger Mynth. Den "Himmel über Wien" besang Lemo, wofür er den diesjährigen Songwriter-Preis erhielt. Eine Premiere gab es für Ernst Molden, der Musiker erhielt sein erstes gläsernes Grammophon (Kategorie: Jazz/World/Blues). Gemeinsam mit Le Play als Favorit in die Verleihung gegangen war Voodoo Jürgens: aus fünf Nominierungen wurde immerhin der Alternative-Preis.

Rekordsiegerin Stürmer
Auch Rekordsiegerin Christina Stürmer schlug neuerlich zu, die Trophäe als Künstlerin des Jahres ist bereits ihre elfte. Noch etwas Besonderes für sie? "Ja, na klar!", freute sich Stürmer. "Ich steh‘ noch immer da. Dankeschön, die letzten 14 Jahre waren echt großartig!" Das scheinen auch ihre Fans so zu sehen, entschieden diese doch zu 50 Prozent über die Sieger - den Rest lieferte eine Jury. Das kombinierte Voting ergab auch für DJ Ötzi & Nik P. (Schlager), Rapper Nazar (Hip-Hop/Urban) und Andreas Gabalier (Schlager) eine Vergrößerung ihrer Sammlungen. Da der selbst ernannte "Volks-Rock’n’Roller" wie im Vorjahr die Verleihung ausließ, "vertrat" ihn kurzerhand Schauspieler Manuel Rubey, der gemeinsam mit FM4-Moderatorin Riem Higazi durch den Abend führte. Insgesamt war die Gala, die nach zehn Jahren Pause wieder im ORF übertragen wurde, aber eher von Längen denn schlagfertigen Pointen bestimmt. Für internationalen Glanz sorgten Amy Macdonald und James Blunt.

Den größten Jubel verbuchte am Ende Willi Resetarits für sich: Er, der nicht nur als Ostbahn Kurti heimische Musikgeschichte geschrieben hat, erhielt den Amadeus für sein Lebenswerk. Nach einer sehr persönlichen Laudatio von Ernst Molden meinte der Geehrte, sich herzhaft schnäuzend: "Ich freue mich außerordentlich. Es sind jetzt bald 50 Jahre Musik, und ich lebe davon." Es sei aber auch der "schönste Beruf der Welt", lachte er. "Da scheißt der Bär in die Hose!"




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Musik, Amadeus Awards

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Dokument erstellt am 2017-05-05 16:09:09




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