• vom 07.07.2017, 16:31 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Konzertkritik

Charmeur im Notennebel




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Von Christoph Irrgeher

  • Alle Hits mit reichlich Wumm: George Benson beim Jazz Fest Wien in der Staatsoper.

Balladenlastig auf der Bühne: George Benson.

Balladenlastig auf der Bühne: George Benson.© apa/Pfarrhofer Balladenlastig auf der Bühne: George Benson.© apa/Pfarrhofer

Die Musiker-Aufstellung brachte es schon vor Beginn zum Ausdruck. Der Donnerstagabend beim Jazz Fest Wien galt vor allem der höheren Ehre jenes Mannes, dessen Band sich im ehrfürchtigen Halbkreis um ihn scharte - George Benson. An sich würdig und recht: Benson, 1943 in Pittsburgh geboren, hat sich einerseits als Sänger von Hits wie "Turn Your Love Around" und "Give Me The Night" den Oldie-Formatradios dieses Planeten eingeschrieben; er ist aber auch, darin liegt sein Alleinstellungsmerkmal, ein derart ekstatischer Jazzgitarrist, dass er den selbst gewählten Kommerzrahmen immer wieder solistisch sprengt.

Am Donnerstag in der Staatsoper standen die Chancen dafür schlecht. Der charmante 74-Jährige schien von seinen Mitarbeitern nicht nur umsäumt, sondern dezibelmäßig regelrecht eingekesselt. Warum hier (neben einem Drummer und Bassisten) gleich zwei Tastenmänner vollgriffige Arbeit leisteten und ein Rhythmus-Gitarrist den Notennebel zusätzlich eindickte, war schleierhaft. Die Bongo-Frau hat ohnehin keiner gehört.


Wobei man jedenfalls festhalten muss: Zwei Keyboarder sind Trumpf, wenn man Balladen im Stil der 80er Jahre veräußern will, also mit viel Streichersoße und Kaufhausklavier. "Nothing’s Gonna Change My Love For You", "In Your Eyes", "Kisses In The Moonlight", "Greatest Love Of All": Das alles klang hier wie gemacht für ein Candlelight-Dinner mit Toastkäse.

Die Disco-Hits wurden natürlich auch gereicht, erwiesen sich aber allenfalls als Achtungserfolg aufgrund der lärmigen Begleitumstände und der (derzeit) etwas angetrockneten Stimme Bensons. Auch dessen Gitarrensoli, gern mit Scatgesang gedoppelt, wollten diesmal nicht so recht die Ekstase-Decke durchbrechen. Immerhin: Am Ende ein beschwingtes "On Broadway"; die Standing Ovations schossen wie Pilze aus dem Boden. Bei Bensons nächstem Jazzfest-Auftritt gibt’s hoffentlich wieder mehr Jubel-Grundlage.

Konzert

George Benson

Jazz Fest Wien, Staatsoper




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Dokument erstellt am 2017-07-07 16:35:06




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