• vom 10.09.2017, 08:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 10.09.2017, 09:09 Uhr

neues Album

Troubles - und Probleme




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Von Andreas Rauschal

  • Sein neues Album bietet exzellenten Vintagesoul. Nun gastiert Sugaray Rayford in Salzburg.

Asche zu Asche, Staub zu Staub: Sugaray Rayford, der Soulman, der den Blues hat.

Asche zu Asche, Staub zu Staub: Sugaray Rayford, der Soulman, der den Blues hat.© Suzan Jones Asche zu Asche, Staub zu Staub: Sugaray Rayford, der Soulman, der den Blues hat.© Suzan Jones

Dass wir es hier bei 1,95 Metern Körpergröße und einer Leibesfülle in gefährlicher Nähe zu Solomon Burke mit einem Baum von einem Mann zu tun haben, dürfte für den Protagonisten selbst zumindest in einer Hinsicht nicht von Nachteil sein: Caron Nimoy Rayford war in seinem Leben bereits mit einigem Gegenwind konfrontiert. Dass der 1969 in Texas geborene und heute als Sugaray Rayford aktive Sänger dem überwiegenden Teil der Weltbevölkerung noch kein Begriff ist, ist dabei nicht das größte Problem. Biografisch sorgten eine Kindheit in Armut und der frühe Krebstod der Mutter dafür, dass bei aktuellen Konzerten auch Zeilen wie "Troubled all the time, troubles in my mind" eine altbekannte Musikerweisheit untermauern: "You can’t sing the blues unless you have lived the blues."

Gospel-Erweckung
Sugaray Rayford wuchs im Weiteren bei seiner Oma auf. Diese legte mit von da an fixen Mahlzeiten nicht nur den Grundstein dafür, dass der Sänger heute, sagen wir, gut im Fleisch steht. Ihre Erziehungsarbeit im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes samt regelmäßigem Kirchgang lieferte dem Enkel auch ein Erweckungserlebnis in Form von Gospelmusik, das die Rutsche für seine Liebe zum Soul legen sollte. Neben Karrierestationen als Sänger der R&B- und Funkband Urban Gypsys in San Diego und Ausflügen auf die Musicalbühne war es aber der Blues, der seine Arbeit bestimmte.


Mit Mitgliedschaften in Formationen wie Aunt Kizzy’z Boyz oder den Mannish Boys verdiente sich Sugaray Rayford seine Sporen, die er für den bisher leider ausbleibenden Durchbruch gut brauchen konnte. Auf Alben wie "Blind Alley" (2010) und dem von Beach Boy Brian Wilson höchstpersönlich gelobten "Dangerous" (2013) hört man Stromblues in diversen Schattierungen um programmatische Titel wie "Dark Was The Night, Cold Was The Ground", "When It Rains It Pours" oder "In The Dark", die sich zu einer Interpretation des "Death Letter"-Blues von Son House gesellten: Blues mit Handbremse, durch die Staubwüste rollendem Tumbleweed und etwas Bottleneck-Klassizismus im Stile Mississippi Fred McDowells. Vorsichtig in Richtung Soul brach Rayford schließlich 2015 mit "Southside" auf. Damit waren die Weichen für die Partnerschaft zweier Gleichgesinnter gestellt, die das nun vorliegende Meisterwerk "The World That We Live In" (Blind Faith Records) bestimmt.

Background-Schubidus
Luca Sapio, die selbst von einer krankheitsbedingt schwierigen Jugend gebeutelte Ausnahme eines italienischen Songwriters, Sängers, Produzenten und Connaisseurs von und für Soul klassischer Prägung, lud Sugaray Rayford zur gemeinsamen Arbeit nach Rom, um ihn dort neu zu inszenieren. In einem mit Equipment aus der Originalära vollgerammelten Studio entstand exzellenter Vintagesoul, den man nicht nur bitter nötig hat, weil die meisten Helden des Genres längst nicht mehr leben. Auch kamen mit der Tourabsage von Charles Bradley aufgrund einer erneuten Krebserkrankung erst diese Woche sehr schlechte Nachrichten aus dem Umfeld des Soulrevivals, das seit den frühen Nullerjahren vom New Yorker Label Daptone Records mitbestimmt wird.

Sugaray Rayford arbeitet sich mit markdurchdringender Stimme derweil an klassischen Themen ab: Trouble, Trouble, Trouble. Probleme in der Beziehung, Einsamkeit an der Bar, der Wunsch, endlich anzukommen, versus eine Welt, die den Bach runtergeht. Sozialrealismus mit dem Tod als Begleiter. Wir hören locker aus der Hüfte geschobene Grooves zum Kopfnicken, Beats für das Tanzcafé, orgelgrundierte Soulwalzer mit weiblichen Background-Schubidus und eine Prise Desperado-Gefühl mit Mariachi-Trompete. Den Kinderschreck gibt Rayford als feixender "Boogey Man" zwischendurch auch.

Dass die Songs oft ausgelassener klingen, als die Texte es vermuten ließen, ist nicht der einzige Grund, warum das Konzert im Salzburger Rockhouse am 18. September ein Fest werden sollte. "Ashes to ashes. Dust to dust. If God don’t have me, then the devil must."




Schlagwörter

neues Album, Sugaray Rayford

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Dokument erstellt am 2017-09-08 15:57:06
Letzte ─nderung am 2017-09-10 09:09:44




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