• vom 17.09.2017, 14:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Unschuldige Pop-Glückseligkeit




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Alvvays überzeugen auf ihrem zweiten Album mit charmantem Eklektizismus.



Die 2011 gegründete kanadische Band Alvvays machte sich 2014 auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum mit eingängigem und geschmackvoll in Szene gesetztem Indiepop einen Namen. Ihr mitunter schwelgerisch-verträumter und dabei stets ohrwurmtauglicher Popentwurf mit unüberhörbaren Reminiszenzen an Referenzgrößen wie die Pastels, die Cranberries, die Cocteau Twins oder Beach House hält perfekt die Balance zwischen Melodie, Sentiment und jugendlicher Unbeschwertheit.

Information

Alvvays

Antisocialites

(Transgressive/Pias Coop/Rough Trade)

Auf ihrem zweiten Album, "Antisocialites", führt die Band noch einmal alles vor, was perfekte Popmusik ausmacht: Die sanften Grooves, die schwelgerische Anmut, die Leichtigkeit, Melodien und Hooklines mit Angelhaken für die Gehörgänge, da und dort eine raffinierte Brücke zwischen den Strophen und der betörend-sanfte und schlafwandlerische Gesang der Sängerin und Gitarristin Molly Rankin, die alles zusammenhält.

Die Songs berichten vom Sich-Verlieben, vom Sich-Wiederfinden und gar nicht selten vom Abschiednehmen. Auch wenn die Liebe hier selten von Dauer ist und die romantischen Irrungen und Wirrungen meist vergeblich erscheinen, durchzieht ein beschwingter Gestus das gesamte Album.

Nur etwas mehr als dreißig Minuten und zehn Songs benötigt das Quartett aus Toronto, um die Hörerschaft an einen Ort anheimelnd-unschuldiger Pop-Glückseligkeit zu entführen. Wie stilsicher und gekonnt ein eklektizistischer Mix aus Dream-, Girl-, Wave- und Softpop zu etwas ganz Eigenständigem weiterentwickelt wird, verblüfft ebenso wie die Tatsache, dass Songs, die man von irgendwo her zu kennen glaubt, so unverbraucht, frisch und anregend klingen können. Das stilistische Spektrum reicht dabei von soulgetränkten Sehnsuchtsmelodien (wie bei "Dreams Tonite") und melancholischen (Trennungs-)Balladen wie "In Undertow" und "Already Gone" über eindringliche Exerzitien im Wave-Pop ("Plimsoll Punks" und "Saved By A Waif") hin zu federnd-leichtem Jingle-Jangle à la "Hey" und "Lollipop (Ode To Jim)".





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-15 16:00:05
Letzte nderung am 2017-09-15 16:12:59




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Möge die Schlacht mit uns sein
  2. Im Reisebüro der Fantasie
  3. Friends in Stockerau
  4. "Nicht mit uns"
  5. Kein "Irrer mit der Bombe"
Meistkommentiert
  1. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  2. Die Kamera als Schutz
  3. "Ohne Polen kollabiert London"
  4. Nothung, neidliches Brotmesser
  5. Unter Druck


Quiz


CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


Werbung


Werbung