• vom 23.09.2017, 16:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Jazz-CD

Im Hörlabyrinth




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Irrgeher

  • Das Album von radio.string.quartet nimmt überraschende Wendungen.



Sollte es eine CD schaffen, den Betrachter erblinden zu lassen, dann wohl diese: Erst schockt eine knallrote Außenseite das Auge, dann gibt eine giftgrüne Innenseite dem Sehnerv den Rest. Überraschend dann allerdings: Das radio.string.quartet, bekannt für seine Freistilprojekte, stimmt auf dem Tonträger keine knalligen Noten an. "In between silence" ist ein Tummelplatz der Sphärenklänge, gewoben aus delikaten Streicher- und Vokalschichten und durchzogen von feinen Beats, die aus einem Grenzbereich zwischen Elek-tronik und Kammermusik stammen. Ein Klangbild, das auch den Mitproduzenten der Scheibe spürbar macht - den norwegischen Feingeist des elektronischen Jazz, namentlich Bugge Wesseltoft.

Zwarstimmt es: Eine Musik mit vielen Haltenoten und wenigen Akkordwechseln verlangt dem Hörer Geduld ab. Diese wird aber entlohnt. Stilistisch beheimatet in einem Niemandsland zwischen Minimal und Ambient Music, Quartettklangwelt und atmosphärischem Pop, nimmt das Geschehen überraschende Wendungen. Da gerät etwa "Book of love" auf glühender Klangfläche zum schamanischen Popsong, da ruft "Beat" mit hellen Falsett-"Huu"s und Pizzicati die große Sehnsucht an, da bahnt sich wenig später eine Fidel auf pulsierendem Grund den Weg in Tranceregionen, wie man sie vom Esbjörn Svensson Trio kennt: erstaunliche Hörlabyrinthe.


radio.string.quartet

in between silence

Jazzland Recordings




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-21 17:21:14




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Zerbricht der Westen?
  2. "Selbstfesselung der linken Parteien"
  3. Puls-4-Reporter bei FPÖ-Wahlfeier geschlagen
  4. Abgesang an das US-Mantra
  5. Freie Sicht auf den Abgrund
Meistkommentiert
  1. Das Hosentürl zum Ruhm
  2. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  3. "Wo das große Geld ist, sind Frauen rar"
  4. Die Stadt der Bücherleser
  5. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan


Quiz


Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.


Werbung


Werbung