• vom 13.10.2017, 16:12 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 16.10.2017, 15:48 Uhr

neues Album

Die stille Kraft der späten Jahre




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Von Andreas Rauschal

  • Mit Led Zeppelin schrieb er Geschichte. Solo veröffentlicht Robert Plant nun sein neues Album "Carry Fire".

Altersgelassen mit herbstlicher Note: Robert Plant. - © Warner

Altersgelassen mit herbstlicher Note: Robert Plant. © Warner

Am 10. Dezember wird es auch schon wieder zehn Jahre her sein, dass sich Led Zeppelin sensationellerweise noch einmal zusammenschlossen - für einen einzigen Auftritt in London, der von einem x-fachen Gros nicht an Karten Gekommener zumindest dank des als DVD vorliegenden Trostpflasters "Celebration Day" auch zu Hause im Wohnzimmer abgefeiert werden kann. Im Anschluss an diesen rockhistorisch mit Spannung erwarteten und euphorisch aufgenommenen Konzertabend schlug Robert Plant als unternehmenseigener Texter und Sänger zwischen flamboyantem Gockeltum und schneidig-schneidender Kampfstimme zwar sehr zum Ärger seiner Bandkollegen ein Angebot über 200 Millionen US-Dollar pro Person für bitte doch noch eine letzte gemeinsame Welttournee in den Wind. Er kann sich das aber leisten. Außerdem hat Robert Plant (er ist, wie man daheim bei ihm in England sagt, ein ziemlicher Charakter) exakt keine Lust darauf, an der Front einer abgerockten Altherrenpartie am Beispiel der Rolling Stones allabendlich die gleichen Songs herunterzunudeln, um außer dem künstlerischen Stillstand vor allem der Nostalgie in die Hand zu spielen.

Als Solist hat sich der in den frühen 80er Jahren und nach dem Alkoholtod des Led-Zeppelin-Drummers John Bonham anfangs mit Unterstützung von Phil Collins noch tief im Dinosaurierfach verwurzelte Sänger vor allem im Alterswerk prächtig gemausert. Bis auf eine Ausnahme - das mit der Bluegrass-Sängerin Alison Krauss im Dienste am Americana-Fach eingespielte und Grammy-prämierte Album "Raising Sand" von 2007 - blieben sämtliche Veröffentlichungen zwar in schnöden Zahlen weit hinter den Möglichkeiten des alten Heavy-Rock-Mutterschiffs. Die künstlerische Entwicklung des heute 69-Jährigen seit seinem Comeback mit dem Album "Dreamland" von 2002 aber ergibt eine stolze Bilanz, die im Wesentlichen auf zwei Säulen beruht: Der Reisefreudigkeit des Sängers und seinem Interesse an anderen Kulturen - und seiner Konstitution als suchende Seele, die mit Freude am Neuen kombiniert, kurzschließt und collagiert. Das nun erschienene zweite Album Robert Plants mit seiner diesmal um Seth Lakeman an der Bratsche erweiterten Begleitband The Sensational Space Shifters legt davon abermals Zeugnis ab. Auf "Carry Fire" (Nonesuch/Warner) hört man ganz der Atmosphäre verschriebene Songs, die in spontanen Band-Gruppensitzungen konzipiert und danach mit rhythmisch-mäanderndem Fluss in der Breite ausgebaut wurden.

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neues Album, Robert Plant

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-13 16:18:07
Letzte nderung am 2017-10-16 15:48:04




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