• vom 25.10.2017, 17:13 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 25.10.2017, 17:56 Uhr

Blues

Blueslegende Fats Domino gestorben




  • Artikel
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, Christina Horsten (dpa)

  • Der Musiker verkaufte 65 Millionen Platten, darunter Hits wie "Blueberry Hill".

Fats Domino verstarb im Alter von 89 Jahren. 

Fats Domino verstarb im Alter von 89 Jahren. © APAweb / AP Photo/Richard Drew Fats Domino verstarb im Alter von 89 Jahren. © APAweb / AP Photo/Richard Drew

New Orleans. "Blueberry Hill", "Ain't That a Shame" oder "I'm Walking" - die Songs von Fats Domino sind weltbekannte Klassiker. Der Bluessänger feierte jahrzehntelang Erfolge und fing nach Hurrikan "Katrina" noch einmal ganz von vorne an. Jetzt ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

Ein völlig zerstörtes Klavier mitten in New Orleans erinnert an den wohl schlimmsten Tag im Leben von Fats Domino. Das von Wind und Wasser ruinierte Musikinstrument ist Teil einer Dauerausstellung über den Hurrikan "Katrina" im Louisiana State Museum. Das ockergelbe Haus des Rock'n'Roll-Pioniers im Stadtteil Lower Ninth Ward war während der Naturkatastrophe 2005 völlig überflutet worden, viele seiner Schätze und Habseligkeiten gingen verloren, Domino galt lange als vermisst, konnte aber gerettet werden.

Nach "Katrina" startete der Musiker dann ein Comeback, vor allem mit Benefizkonzerten und -alben für sein geliebtes New Orleans. Jetzt starb der legendäre Rock'n'Roll- und Bluessänger im Alter von 89 Jahren, wie der zuständige Gerichtsmediziner der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bestätigte. Die Familie habe ihn tot aufgefunden.

Familienmitglieder, Freunde, Fans und Kollegen weltweit betrauerten den Tod der Musiklegende. "Er hat den Weg für so viele geebnet", schrieb der Rapper LL Cool J beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleiner Bub seine Musik gehört habe."

Fats - eigentlich Antoine - Domino wurde als eines von neun Kindern in eine kreolische, höchst musikalische Familie geboren. Sein Vater spielt Violine, von seinem Schwager lernt Domino Klavier. Mit 14 verlässt er die Schule und arbeitet in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. Seine Musik ist einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.

Mit 20 gelingt ihm der Durchbruch: Dominos Plattendebüt "The Fat Man" - einer der ersten Rock'n'Roll-Songs überhaupt - wird fast über Nacht zum Millionenerfolg. Danach schließt sich Domino mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen, und das Team schreibt bald einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wird Domino in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkauft er mehr Platten als Elvis - insgesamt 65 Millionen.

Aber mit dem Aufstieg der Beatles und Rolling Stones beginnt sein Stern zu sinken. Nur noch selten feiert Domino Charts-Erfolge, dafür tourt er durch die Welt. 1986 wird er in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch in die Ruhmeshalle des Blues - eine seltene Doppel-Ehrung. Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zieht Domino währenddessen acht Kinder groß. Sein Erfolgsrezept sah der Musiker immer ganz simpel, wie er einmal in einem Interview sagte: "So weit ich weiß, macht Musik die Menschen glücklich - mich macht sie jedenfalls glücklich."





Schlagwörter

Blues, Musik, Fats Domino, Todesfall

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-10-25 17:13:44
Letzte ─nderung am 2017-10-25 17:56:48




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  2. Das göttliche Genom
  3. Im Zeichen der Vagina
  4. Schauspieler Peter Wyngarde gestorben
  5. Feiern mit Farkas
Meistkommentiert
  1. Pandoras Übersetzungswerkstatt
  2. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  3. "Wir sind ein dummes, gewalttätiges Land"
  4. "Klassische Musik ist ein Fake"
  5. Das Mittelmaß des Wahnsinns


Quiz


Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.


Werbung


Werbung