Verlässlich abwechslungsreich: die nicht uneitel benannten kanadischen Stars.

Pop-CD

Kalorienbomben und Fastenkuren3

Wenn vom kanadischen Popwunder schon länger nichts mehr zu hören und zu lesen war, liegt das vor allem daran, dass man sich mittlerweile daran gewöhnt hat, dass aus dem Norden des amerikanischen Kontinents ein beständiger Strom an gehaltvoller Musik fließt, der das globale Pop-Klima entscheidend mit beeinflusst und reguliert... weiter




Kein Ton zufällig: Joe Henry singt auf "Thrum" über die Hürden des Lebens - und die Lust, sie zu überwinden. - © Glen Hansard

Pop

Ein musikalischer Hürdenlauf1

  • Leicht ist "Thrum", das neue Album des US-Songwriters und Produzenten Joe Henry, nicht zu konsumieren. Aber am Ende lohnt sich die Mühe.

Wäre dieser Terminus nicht durch Neil Young so dominant besetzt mit einer Frau, die mit einer Harley Davidson durch die Wüste fährt, könnte man Joe Henry als "Unknown Legend" bezeichnen: Man kennt den Namen, verbindet irgendwie etwas Großes damit - und weiß doch nicht so genau, wo man ihn verorten soll... weiter




Swing-Alben

Ein Refugium für die Ratlosen2

  • Seal, bekannt für Discohits wie "Crazy", hat soeben ein Jazz-Album veröffentlicht.

Theodor W. Adorno, Vordenker der Avantgarde-Musik und der Kapitalismuskritik, hat den Jazz nicht nur abgelehnt. Er hat ihn gehasst. Der Mann aus Frankfurt tadelte ihn als "ästhetische Barbarei", ja, als "totale Auslieferung an die Warenproduktion". Ein Jazz-Stück, so urteilte er während der kommerziellen Hochblüte des Genres... weiter




Überraschend vital und bestens bei Stimme: Robin Pecknold hier bei einem Konzert im Juli - noch ohne Männerdutt, dafür mit Bart. - © Richard Gray/PA/picturedesk

Konzertkritik

Knacks und Heilung5

  • Die Fleet Foxes präsentierten ihr aktuelles Album "Crack-Up" im Wiener Gasometer.

Ein Opfer findet der Wiener Konzertmarathon der vergangenen Woche dann doch. Weil man budget- und fitnessseitig oder schlicht aufmerksamkeitsökonomisch irgendwann naturgemäß an Grenzen stößt, wird die Gasometerhalle am Mittwoch nicht einmal halb voll werden. Ein zusätzlicher Grund dafür könnte aber auch hausgemacht sein: Die auftretende Band hat... weiter




Wider die popökonomische (Wieder-)Verwertungskette: Mina Špiler von Laibach live in Wien. - © D. Karmann/dpa/picturedesk.com

Popkritik

Dunkel ist die Nacht50

  • Die slowenische Band Laibach rückte am Montag in die Wiener Arena vor.

Vielleicht ist es als kleine Geste einer gewissen Deradikalisierung zu verstehen, dass am Merchandisingstand diesmal keine Devotionalien angeboten werden - sondern nur beinahe hundsgewöhnliche T-Shirts mit dem Bandschriftzug oder Botschaften wie "Freedom of speech go to hell". Und vielleicht arbeitet die zum Verkauf stehende Mode zumindest über... weiter




Tanz, Riffschlachten und Nachdenklichkeit: Josh Homme in der Wiener Stadthalle. - © apa/Herbert Neubauer

Queens of the Stone Age

Kehraus in der Disco8

  • Josh Homme und seine Queens Of The Stone Age holzten sich in Wien durch ein Zwei-Stunden-Set.

Die an Slalomstangen mit Leuchtfunktion erinnernden Bühnenmodule schauen ein wenig so aus, als würde es ein Hansi Hinterseer bärig finden, hier einmal durchzuwedeln. Bewegungsseitig - das moderne Led-Licht mit seiner Clubaura legt es schon nahe - ist es Josh Homme und seinen Queens Of The Stone Age aus der kalifornischen Wüste derzeit allerdings... weiter




Pop-CD

Vorzugsschüler2

  • Das zweite Album der österreichischen Formation Farewell Dear Ghost.

Das Debütalbum "We Colour The Night" (2013) war noch ein Ein-Mann-Projekt des steirischen Sängers und Musikers Philipp Szalay gewesen, doch spätestens mit der EP "Skin" 2016 begann sich das Projekt von Farewell Dear Ghost als Bandgefüge zu festigen.Beim nunmehrigen zweiten Album erweist sich das großteils in Wien beheimatete Quartett als... weiter




Pop-CD

Musik-Klebstoff1

  • Die skandinavische Band Liima versucht sich an einem Mittelding aus Improvisation und Struktur.

Liima, bestehend aus den Bandmitgliedern des erfolgreichen dänischen Indiepop-Exports Efterklang und ihrem finnischen Tour-Schlagzeuger, versuchen sich auf ihrem zweiten Album, "1982", an der ebenso eigenwilligen wie gewagten Fusion aus Improvisation und Struktur.Der Sound ist ein stimmiges Gebräu aus elektronischen und poppigen Klängen... weiter




Anna Kohlweis steckt hinter dem Projekt Squalloscope. - © Anna Kohlweis

Österreich-Pop

Herrliches Stück Größenwahn2

  • In guter heimischer Tradition thematisieren Vienna Rest in Peace den Tod. Squalloscope hingegen erzählt die Geschichte einer Adoleszenz. - Neue Pop-Highlights aus Österreich.

Okay, der "Wien Tourismus" wird den Terminus "Sterbenswerte Stadt" eher nicht verwenden. Unbeschadet seiner limitierten Marketing-Qualitäten: Was für ein prachtvoller Titel für einen Song! Dass er schon Jahrzehnte nichts mehr mit der Lebensrealität der Stadt, auf die er sich bezieht, gemein hat, macht überhaupt nichts... weiter




Überwältigungsmusik mit den Letzten Dingen im Zentrum: Paul Plut stellt sich als Solo-Act vor. - © G. Guggi

Interview

Grubenblues mit Gipfelkreuz7

  • Paul Plut präsentiert sein Solodebüt "Lieder vom Tanzen und Sterben": ein Album des Jahres.

Der Name Paul Plut ist bisher vor allem mit zwei Bandprojekten verbunden. Bei Viech ging und geht es um euphorischen Indiepop mit deutschen Texten, bei Marta um dazu durchaus kontrastreichen, räudigen Rock aus der Garage. Unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht der in Schladming geborene und in Ramsau am Dachstein aufgewachsene Musiker Mitte... weiter




zurück zu Musik



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Disney auf dem Weg zur medialen Allmacht
  2. Der Nächste, bitte
  3. Möge die Schlacht mit uns sein
  4. "Das ist Wahnsinn"
  5. Vom Kunstgewerbe zur Kunstpille
Meistkommentiert
  1. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  2. Die Kamera als Schutz
  3. "Ohne Polen kollabiert London"
  4. Neun US-Medien sind "ausländische Agenten"
  5. am grabstein


Quiz


CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


Werbung