• vom 29.06.2017, 17:33 Uhr

Recht


Richterakademie

Erste unabhängige Richterakademie in Österreich




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Wien. Die elf Verwaltungsgerichte haben gemeinsam mit dem Verwaltungsgerichtshof und der Johannes Kepler Universität Linz sowie der Wirtschaftsuniversität Wien die Österreichische Akademie der Verwaltungsgerichtsbarkeit für Recht, Management und Innovation errichtet. Sie richtet sich an die rund 750 Verwaltungsrichterinnen und -richter Österreichs.

    Damit soll sichergestellt werden, dass eine regelmäßige Wissensaktualisierung und ein laufender Wissensaustausch sowohl in Rechtsfragen als auch in Managementfragen stattfindet, heißt es in einer Aussendung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofs. Weiters wolle man damit Innovation im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rechtsschutzes unterstützen.


    Weiterbildungsprojekt
    gibt es bereits seit 2014

    "Die Verwaltungsgerichtsbarkeit braucht Richterinnen und Richter, die einerseits die vielfältigen und außerordentlich dynamischen Bereiche des Verwaltungsrechts profund beherrschen, gleichzeitig in ihrer Tätigkeit aber auch das Leitbild eines unabhängigen, nur dem Gesetz verpflichteten Richters internalisiert haben. Mit diesem Anforderungsprofil unterscheiden sich die Verwaltungsrichterin und der Verwaltungsrichter sowohl von den Richtern der ordentlichen Justiz wie auch von den Verwaltungsbeamten", sagte der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Rudolf Thienel bei der Präsentation der neuen Akademie.

    Die Präsidentenkonferenz der Verwaltungsgerichte, in der alle Verwaltungsgerichte zusammenarbeiten, hat bereits im Jahr 2014 das Projekt einer gemeinsamen Fort- und Weiterbildung auf universitärem Niveau initiiert und in der Johannes Kepler Universität Linz sowie der Wirtschaftsuniversität Wien Partner für die Umsetzung gefunden. Auch Mitglieder des Verwaltungsgerichtshofes wirkten als Vortragende an den Weiterbildungsprogrammen mit. In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurden mehr als 30 Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt. Jetzt wird diese Zusammenarbeit institutionalisiert.

    Mehr als 250.000
    Verfahren in drei Jahren

    Die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit 2014 gilt als eines der größten Reformprojekte der Verfassungsgeschichte der Nachkriegszeit. Insgesamt gibt es elf Verwaltungsgerichte, davon neun Verwaltungsgerichte der Länder, die die Beschwerdeinstanz in Angelegenheiten der Landesverwaltung und der mittelbaren Bundesverwaltung darstellen. Dazu kommen zwei Verwaltungsgerichte des Bundes: das Bundesverwaltungsgericht für Angelegenheiten der unmittelbaren Bundesverwaltung sowie das Bundesfinanzgericht.

    In den ersten drei Jahren seien insgesamt mehr als 250.000 Verfahren an den Verwaltungsgerichten anhängig geworden, heißt es vom Verwaltungsgerichtshof. In rund 96 Prozent aller abgeschlossenen Verfahren wurde 2016 keine Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben. Gegen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte kann ein Rechtsmittel an die Gerichtshöfe öffentlichen Rechts erhoben werden.




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-06-29 17:39:13



    Werbung




    Werbung


    Werbung