• vom 23.11.2017, 18:00 Uhr

Recht

Update: 27.11.2017, 11:08 Uhr

Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz

Werkvertrag versus Dienstverhältnis




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Von Olivia Eliasz

  • Können sich Auftraggeber und Auftragnehmer dank des Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetzes nun in Sicherheit wiegen?

Vor allem in der IT-Branche gibt es viele Ein-Personen-Unternehmen - und dadurch auch das Problem der Umqualifizierung von Werkverträgen in Dienstverhältnisse. - © Fotolia/alphaspirit

Vor allem in der IT-Branche gibt es viele Ein-Personen-Unternehmen - und dadurch auch das Problem der Umqualifizierung von Werkverträgen in Dienstverhältnisse. © Fotolia/alphaspirit



Liegt wirklich ein Werkvertrag vor oder handelt es sich vielleicht doch um einen Dienstvertrag? Über diese Frage mussten sich bisher vor allem Auftraggeber nicht selten den Kopf zerbrechen. Es kam nämlich immer wieder vor, dass im Zuge einer GPLA, also einer gemeinsamen Prüfung aller lohnabhängigen Abgaben, eine Falschqualifizierung festgestellt wurde. Resultat war, dass die Verträge "umgewandelt" wurden und sich die Auftraggeber mit hohen Nachzahlungen konfrontiert sahen.

Auch wenn es in letzter Zeit - meinen Wahrnehmungen zufolge - insbesondere in der IT-Branche immer wieder zu einer Umqualifizierung von Werkverträgen in Dienstverhältnisse kam, waren jedoch die meisten Branchen von dieser "Gefahr" betroffenen. Die IT-Branche wohl deshalb so stark, weil einerseits viele Start-ups in diesem Sektor tätig sind und diese nicht zuletzt aus Kostengründen eher zu Werkverträgen tendieren. Andererseits könnte das aber auch daran liegen, dass in diesem Dienstleistungsbereich die Zahl der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.


Schritt in die richtige Richtung
Einige Auftraggeber hatten schon seit Jahren das Gefühl, dass über ihnen regelrecht ein Damoklesschwert schwebt, sobald sie einen Werkvertrag mit einem Auftragnehmer abschlossen. Grund dafür waren die finanziellen Folgen, die mit einer Umqualifizierung zusammenhängen - und für manche Unternehmen sogar deren Fortbestehen gefährdeten.

Das Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz (SV-ZG) soll dieser überaus unangenehmen "Überraschung", dass nachträglich ein Selbständiger in einen Dienstnehmer "umgewandelt" wird, und der damit zusammenhängenden Änderung der sozialversicherungsrechtlichen Zuordnung vorbeugen. Das SV-ZG soll daher sowohl für Auftraggeber als auf für Auftragnehmer Rechtssicherheit und damit auch Klarheit schaffen, ob sozialversicherungs- und steuerrechtliche Vorteile greifen. Das Gesetz sieht zu diesem Zweck vor allem folgende zwei neuen Verfahrensarten vor: die Vorabprüfung im Zuge einer Neuanmeldung und die freiwillige (Über-)Prüfung der Erwerbstätigkeit.

Das SV-ZG, das meines Erachtens bereits seit langem dringend notwendig und von Unternehmern hoffnungsvoll erwartet wurde, ist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Einerseits, um die Unsicherheit, der sich sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer ausgesetzt sahen, zu beseitigen - denn diese ist trotz umfangreicher Judikatur zu der Thematik, wann jemand als Dienstnehmer und wann als Selbständiger anzusehen ist, präsent. Andererseits, um die Gefahr zu minimieren, dass ein Unternehmen aufgrund von Umqualifizierungen und den daraus resultierenden finanziellen Folgen sogar in die Insolvenz schlittert.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-23 18:05:15
Letzte nderung am 2017-11-27 11:08:07



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