Vermessungen

Das Dorf wird im zerstörten Zustand erhalten, um nachhaltig an das Grauen zu erinnern. - © Wappel

Massaker von Oradour

Ruinen der Erinnerung11

  • Im Juni 1944 vernichteten die Nationalsozialisten das französische Dorf Oradour-sur-Glane. Nur sechs Menschen überlebten das Massaker. Der 90-jährige Robert Hébras ist einer davon.

Monsieur Hébras wirkt erstaunlich fit für seine 90 Jahre, die er soeben gefeiert hat und eingedenk dessen, was er in seinem Leben schon erleiden musste: Er ist einer der wenigen Überlebenden des Massakers von Oradour- sur-Glane. Oradour, ein klingender Name, der in Frankreich jedem Einzelnen einen kleinen Schauer über den Rücken jagt... weiter




Der bisher letzte "Gipfel der Frankophonie" fand 2014 in Dakar, der Hauptstadt des Senegal, statt und wurde von folkloristisch-kulturellen Angeboten wie diesem hier umrahmt. - © Li Jing/ Xinhua Presse/ Corbis

Frankophone Kultur

Die Sprache als Weltmacht6

  • Das Konzept der "Frankophonie" vereint die französischsprachigen Länder der Welt.

Der amerikanische Politikwissenschafter Joseph Nye hat die Diskussion über die internationalen Beziehungen geprägt, indem er den Begriff der "soft power" einbrachte. Anders als bei der herkömmlichen Ausübung von Macht durch militärischen, politischen oder wirtschaftlichen Druck nützt im Falle der "soft power" eine Nation vor allem ihre kulturelle... weiter




Die Kirche Sainte Foy in Conques ist eine beliebte Station für Pilger auf dem Jakobsweg. - © Nosko

Romanische Kirchenbaukunst

Gebauter Wohlklang1

  • Die Kirchen der Auvergne bestechen mit ihren harmonischen Proportionen und ihre lebhafte Bildsprache.

Man muss nicht religiös sein, um dem Zauber einer romanischen Kirche zu erliegen. Es ist die Mischung aus Schlichtheit, Kraft und detailgetreuer Erzählkunst der Skulpturen, die den Charme dieser Bauwerke ausmacht. In Frankreich trifft man vor allem in der Auvergne allenthalben auf kleinere oder größere Wunderwerke dieser Epoche: Mehr als 250... weiter




Steinerne Wächter am Alten Hafen von La Rochelle (ganz re. der Laternenturm). - © Robert Bressani

Frankreich

Ein stolzes Tor zum Ozean2

  • La Rochelle, einst souveräne Kaufmannsrepublik und rebellische Hugenottenhochburg, engagiert sich heute in ökologischem Urbanismus.

Er hatte gerade das Licht der Welt erblickt, da strotzte er schon vor Kraft und Tatendrang: Die Rede ist von Pantagruel, dem Sohn des Riesen Gargantua. Das Riesenbaby war einfach nicht zu bändigen. Also ließ der Vater vier Ketten schmieden, um Pantagruel in seiner Wiege festzubinden. "Von diesen Ketten könnt ihr die eine noch jetzt zu La Rochelle... weiter




Zeitgenossen

"Noch immer bedeutet die Stalin-Zeit den Triumph im vaterländischen Krieg, Befreiung, den Sieg einer gerechten Sache": Aufmarsch in der Moskauer Innenstadt. Foto: S. Ilnitsky/epa

Interview

"Russland reagiert wie ein enttäuschter Liebhaber"13

  • Die in Kiew geborene und in St. Petersburg lebende Soziologin und Menschenrechtsexpertin Anna Schor-Tschudnowskaja spricht über Sowjetnostalgie, Moskaus Lügen und die allzu nachgiebige Haltung des Westens.

"Wiener Zeitung": Frau Schor-Tschudnowskaja, der Historiker Eric Hobsbawm hat vom "kurzen 20. Jahrhundert" gesprochen, das von 1914 bis 1989 dauerte. Doch sind wir aus dem 20. Jahrhundert je herausgekommen? Anna Schor-Tschudnowskaja: Ich glaube eher nicht an solche Abgrenzungen. Der soziale Wandel ist immerwährend, wenn auch nicht unbedingt linear... weiter




Rudolf Moosbeckhofer öffnet eine sogenannte Bienenbeute. Auf der Innenseite des Deckels ist eine "Bienenflucht" zu sehen, ein Hilfsmittel, mit dem man Bienen aus dem brutfreien Honigraum in den Brutraum des Stockes wegleitet, wenn man Honigwaben entnehmen möchte. Foto: AGES

Interview

"Bienen sind extrem lern- und dressurfähig"5

  • Der Bienenexperte Rudolf Moosbeckhofer und der Stadtimker Matthias Kopetzky sprechen über die Einheit von Honigbienen und Imkern sowie über die Herausforderungen für Hobbyzüchter.

"Wiener Zeitung": Essen Sie beide noch gerne ein Honigbrot? Rudolf Moosbeckhofer: Jeden Tag zum Frühstück, am liebsten nehme ich einen Cremehonig, weil ich den ganz dick aufstreichen kann. Matthias Kopetzky: Ich koste mich gerne durch, das interessiert mich sehr. Selbst Honige von gleichen Standorten können ganz unterschiedlich schmecken... weiter




"Warum sollten die Menschen nicht in der Lage sein, zu erkennen, dass sie diesen Planeten mit anderen teilen müssen?." (Shalini Randeria) - © Stanislav Jenis

Shalini Randeria

Heuchelei Europas wird zum Problem21

"Wiener Zeitung": Europa ist im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt. Warum diese Nabelschau? Shalini Randeria: In Europa ist der Fokus im Moment tatsächlich sehr stark auf den Kontinent gerichtet. Dies wohl auch, weil es in Europa Entwicklungen gibt, die vor zehn Jahren für unmöglich gehalten wurden... weiter




Geschichten

Wären wir je seine Beutetiere gewesen, wir hätten ihn nie zum Hund domestiziert. - © dpa/ Friso Gentsch

Dämonisierung

Die alte Angst vorm bösen Wolf9

  • Der Wolf ist zwar kein ganz ungefährliches Tier, aber die tief sitzende menschliche Furcht vor ihm ist dennoch irrational.

Sie wollen uns einschüchtern, verängstigen, bedrohen: Wölfe. Oder Menschen: "Nachtwölfe", nationalistische russische Biker; "Graue Wölfe", rechtsextreme türkische Nationalisten; "einsame Wölfe", sich selbst radikalisierende und terroristische... weiter




Der Friedenspark in Nagasaki wurde 1955 errichtet und erinnert an den Atombombenabwurf. Blaschke

Atombombe auf Nagasaki

Als die Stadt zu Asche wurde

  • Vor 70 Jahren erlebte die damals elfjährige Sachiko Matsuo den Atombombenangriff auf Nagasaki mit. Sie leidet seither nicht nur an den körperlichen Folgen, sondern musste auch Diskriminierung erfahren.

Ein gleißendes Licht breitete sich in Sekundenbruchteilen über Nagasaki aus. So einen Blitz hatte sie noch nie gesehen. "Als ich mich fragte, was das war, doooooon, gab es ein lautes Donnern", sagt Sachiko Matsuo... weiter




Der Bader hatte ein weites Betätigungsfeld von der Medizin bis zu Kuppelei und Bordellbetrieb. - © wikipedia

Essay

Wenn der Moses einen Bader braucht7

  • Untergegangene Berufe und Berufsbezeichnungen können sich zu Stolpersteinen in älteren Texten entwickeln.

"Da musst aufpassen wie ein Haftelmacher", sagte meine Großmutter, als ich mir, da war ich so etwa 14 Jahre alt, in den Kopf setzte, das kaputte Schloss ihres Kleiderkastens zu reparieren. Sagt man das heute einem Vierzehnjährigen (der ohnedies eher... weiter





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