Vermessungen

"Zwei Badende in Wellen" (1912) und "Zwei Frauen auf der Straße"(1914) bilden zwei Seiten einer Leinwand. Wo ist die Vorder-, wo die Rückseite? - © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Achim Kukulies

Expressionismus

Bilder mit Doppelgesicht1

  • Der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner pflegte seine Leinwände beidseitig zu bemalen. Eine Ausstellung in Mannheim zeigt zurzeit erstmals die Bilder so, dass die Betrachter Vorder- und Rückseite sehen können.

Im malerischen Werk des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner findet sich ein Phänomen, das in dieser ausgeprägten Form bei keinem anderen Künstler der Klassischen Moderne anzutreffen ist: die Rückseitenbilder als eigene Werkkategorie. Kirchner löste eine Vielzahl seiner bereits fertiggestellten Gemälde aus ihren Rahmen... weiter




Der Duce auf einem faschistischen Plakat. - © Swim Ink 2, LLC/Corbis

Faschismus

"Ich brauche 1000 Gefallene"2

  • Ein Weltreich vom Brenner über den Suezkanal bis zum Indischen Ozean wollte Benito Mussolini schaffen. Geworden ist aus diesen Plänen nichts.

Seit seiner Gründung im Jahr 1860 hat das Königreich Italien auf militärischem Gebiet nahezu nur Nicht-Erfolge errungen. Daran haben auch die massive Umbenennung öffentlicher Räume in "Siegesplätze" und die Errichtung monumentaler Triumphbögen (unter anderem in Bozen) nichts geändert. Inschriften mit den Namen großer Schlachten wie etwa am Pariser... weiter




Eine neue Friedenskapelle an der ehemaligen Reichsgrenze beim Passo di Vezzena: Die Fahnen symbolisieren den Wandel der Gedenkkultur der einstigen Gegner. - © Foto: Stadler

Italiens Kriegseintritt 1915

Der Kampf um die Erinnerung

  • Vor 100 Jahren trat Italien in den Krieg gegen Österreich-Ungarn ein. Dieser Akt gibt heute Anlass zu einer gemeinsamen Gedenkkultur.

1915: Als am 23. Mai Italiens Botschafter die Kriegserklärung von König Viktor Emanuel III. dem k.u.k. Außenminister Graf Burián überreichte, kam dies nicht unerwartet: Italien war zwar mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich im Dreibundvertrag, der 1912 bis 1920 verlängert worden war und eine wechselseitige Beistandspflicht vorsah... weiter




Im Wiener Türkenschanzpark steht seit 1929 ein Denkmal zu Ehren Auguste Fickerts. - © Anton-kurt/ Wikimedia Commons.

Auguste Fickert

Mut und hohe Ideale

  • Die Wiener Lehrerin, Aktivistin und Journalistin Auguste Fickert war eine bedeutende Pionierin der Frauenemanzipation.

Eine "unbedingte und unbeugsame Natur" hat Auguste Fickert ihre Mitstreiterin Rosa Mayreder genannt, die "in jedem Fall nur das Interesse der Sache" kannte, und "sich ihr mit einer Selbstverleugnung" unterordnete, "die etwas Heroisches hatte". Mit der "Sache" war die Frauenfrage gemeint, die für die glühende Verfechterin der Frauenemanzipation... weiter




Zeitgenossen

"Vielleicht ist ja das Theater, ganz im Sinne von Brechts Lehrstücken, viel wichtiger für die, die es machen, als für die, die es sehen." Martin Wuttke - © Foto: Robert Newald

Martin Wuttke

"Überforderung kann durchaus produktiv sein"3

"Wiener Zeitung": "Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet", bemerkte der damalige Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankenfein am Höhepunkt der Finanzkrise. In Henrik Ibsens "John Gabriel Borkman" hegt die Titelfigur ähnliche Ansichten. In dem Stück, das am 28. Mai im Rahmen der diesjährigen Wiener Festwochen Premiere feiert... weiter




Entgegen medialer Behauptungen hat die Jugendkriminalität in Österreich in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, sagt Kriminalsoziologe Arno Pilgram. - © dpa/Oliver Berg

Interview

"Strafen hat oft kontraproduktive Wirkung"5

  • Der Soziologe Arno Pilgram sieht in der Jugendkriminalität auch manch innovative Züge - und will die Utopie einer gefängnislosen Gesellschaft nicht ganz aufgeben.

"Wiener Zeitung": Mehr als jeder zweite kriminell gewordene und zu einer Freiheitsstrafe verurteilte junge Erwachsene wird innerhalb von fünf Jahren rückfällig, das zeigt der jüngste Sicherheitsbericht von Innen- und Justizministerium. Sind Strafen angesichts solcher Zahlen überhaupt noch zeitgemäß? Arno Pilgram: Was im Strafrecht den Leuten mit... weiter




"Die Geschichte Österreichs ist für das amerikanische Publikum sehr weit weg": Die österreichisch-amerikanische Wissenschafterin Marjorie Perloff im Gespräch mit "extra"-Redakteur Hermann Schlösser. Fotos: Josef Polleross

Interview

"Ich bin nirgendwo ganz zu Hause"6

  • Die amerikanische Literaturwissenschafterin Marjorie Perloff beklagt den Verfall der historisch-literarischen Bildung in den USA, lobt die europäische Kultur - und denkt über ihre Wiener Wurzeln nach.

"Wiener Zeitung": Frau Perloff, wir leben in einer multikulturellen Welt mit vielen Sprachen. Können wir mit dieser globalen Vielsprachigkeit umgehen? Marjorie Perloff: Ich glaube, der Ausdruck "global" ist eigentlich nicht viel mehr als ein Wort. Die meisten meiner Bekannten in Amerika sprechen überhaupt keine Fremdsprache... weiter




Geschichten

Der Mörder Josef Weinwurm auf der Anklagebank während des Opernmord-Prozesses. - © ÖNB-Bildarchiv

Kriminalgeschichte

"Abgrundtiefer Frauenhass"4

  • Der Wiener "Opernmord" im Jahr 1963 war eines der grauenhaftesten Verbrechen, die in der Zweiten Republik begangen wurden.

Am12.März 1963 stand Richard Wagners "Walküre" auf dem Programm der Wiener Staatsoper, rund 2000 Besucher waren zur Aufführung gekommen. Als kurz nach Vorstellungsbeginn um 17.00 Uhr eine im Haus beschäftigte Friseuse den Damenduschraum betrat... weiter




An der Totenmaske des Philosophen wurden 1912 verdächtige Wunden und Beschädigungen gefunden. - © akg-images/picturedesk.com

Philosophie

Schlaganfall oder Mord?6

  • Eine neue DNA-Analyse könnte die alte Frage klären, ob Jean-Jacques Rousseau ermordet worden ist.

Die Frage, unter welchen Umständen der berühmte Philosoph Jean-Jacques Rousseau ums Leben kam, konnte bis heute nicht geklärt werden. Schon kurz nach seinem Ableben schossen Spekulationen über ein Mordkomplott ins Kraut. Bis ins 20... weiter




Eine Hausmeisterin bei der Reinigung der Stiegen. Foto: apa/ Georg Hochmuth (gestellte Szene).

Wiener Hausmeister

Die Hüter der Stiegenhäuser1

  • Die Hausmeister waren lange Zeit beherrschende Figuren in der Wiener Wohnkultur - ein Nachruf.

Es war einmal der Hausmeister. Sein Beruf entstand mit dem raschen und planmäßigen Verbau der Wiener Vororte und dem damit verbundenen Entstehen der Zins- oder Mietshäuser, auch Zins- oder Mietskasernen genannt... weiter





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