Vermessungen

Der heute vorherrschende Orbánismus ist nicht antidemokratisch, aber, wie der Ministerpräsident (hier jüngst bei seinem Auftritt beim Kongress der Fidesz-Partei) selbst freimütig zugibt, von seiner Ausrichtung her antiliberal. - © Apa /AFP/ Attila Kisbenedek

Geschichte & Politik

Der schwierige Nachbar6

  • Die Geschichte zeigt, dass ein Dialog mit Ungarn sinnvoll ist, ein "Beitritt" zur Visegrád-Gruppe aber nicht.

Noch in den frühen 1980er Jahren kursierte anlässlich von Fußball-Länderspielen zwischen der damaligen Volksrepublik Ungarn und Österreich ein Witz, der das Fortwirken der Donaumonarchie aufs Korn nahm. In einem fiktiven Dialog sagte ein Mitarbeiter zu Otto Habsburg, der als bayerischer Abgeordneter für die CSU im Europaparlament wirkte... weiter




Ein niedergeschlagener Gesamteindruck: Louis Jean Francois Lagrenée, "Die Melancholie" (1785).   - © Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23442732

Psychologie

Das Janusgesicht der Melancholie22

  • Seit jeher begleitet sie den Menschen mit Trübsinn und Schwermut, aber auch mit Genialität und Tiefsinn. Annäherung an ein Phänomen.

Melancholie kann zu Poesie, zu Kunst führen, aber auch im Wahnsinn enden. Auch wenn der Begriff heutzutage meist synonym für Traurigkeit verwendet wird, so durchzieht die Melancholie seit der Antike philosophische und medizinische Schriften und gilt als Quelle der Inspiration für Schriftsteller und Künstler... weiter




Die Kunst des Aikido besteht im Umlenken der Angriffsenergie. - © Ullstein Bild-INSADCO/ Nicole Ploeb

Aikido

Kampfkunst als Psychotherapie6

  • Das japanische Aikido ist eine hohe Schule der Körperbeherrschung und kann helfen, Hemmungen und Ängste zu überwinden.

Wenn Neue kommen, weiß Stefan Berger rasch, wer bleiben und wer gehen wird. Berger (40) ist Aikido-Trainer und eröffnete 2010 seine erste Schule, Dojo genannt, in Wien. Heute ist er einer von zwei selbstständigen Trainern in Wien und überzeugt davon, dass Aikido etwas ganz Besonderes ist. Es ist der Kampfsport für die Sensiblen... weiter




- © Illustration: Wiener Zeitung

Cola-Geschichte

Braune Brause16

  • Mehr als 100 Jahre hielt ein Wirtschaftskrieg zwischen Coca-Cola und Pepsi Cola die globalen Getränkemärkte in Bewegung. Jetzt bringen der Trend zu einer gesunden Lebensweise sowie der anti-amerikanische Nationalismus in der Dritten Welt die Marken in Bedrängnis.

Die Bedürfnisse der Kunden haben sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Immer mehr Menschen legen Wert auf gesunde Ernährung. Gezuckerte Erfrischungsgetränke sind nicht mehr angesagt - daher müssen sich die Brause-Konzerne etwas einfallen lassen. Der Umsatz der Cola-Konzerne ist seit acht Quartalen rückläufig... weiter




Zeitgenossen

"Je gerechter eine Gesellschaft, desto geringer die Straffälligkeit" (Thomas Galli). - © Stanislav JenisInterview

Interview

"Es ist ein Unsinn, was da im Gefängnis passiert"61

  • Der langjährige Gefängnisdirektor Galli, erklärt, warum die Resozialisierung in Strafanstalten kaum gelingen kann.

"Wiener Zeitung": Herr Galli, früher haben Sie Gefängnisse geleitet, heute fordern Sie ihre Abschaffung. Wie war Ihr beruflicher Werdegang bis dahin? Thomas Galli: Ich bin ausgebildeter Jurist. 2001 habe ich in der Justiz zu arbeiten begonnen, zunächst in Amberg/Bayern. Es war eine Anstalt mit ungefähr 600 bis 700 Inhaftierten... weiter




Hat seine eigene Familiengeschichte intensiv erforscht: Wolfgang Krüger. - © Weidinger

Interview

"Zuerst stoßen sie immer auf ein Schweigen"32

  • Der Psychotherapeut Wolfgang Krüger erklärt, warum er Menschen erst begreift, wenn er ihre Großeltern kennt - und weist auf die eminente Bedeutung von Familienforschung hin.

"Wiener Zeitung": Herr Krüger, warum boomt die Familienforschung seit einigen Jahren so stark? Wolfgang Krüger: Ich denke, dass das drei Gründe hat. Erstens leben wir in einer Zeit großer Unsicherheiten - die Eurokrise, die Klimakatastrophe, die Flüchtlingsströme. Viele fragen sich da: Wohin schlittert Europa... weiter




- © Leonardo Cendamo/ Imago

Interview

"Ich bin Katholik mit einem
heidnischen Hang"
7

  • Der französische Schriftsteller Pierre Michon bekennt seine sprachliche Doppelprägung, erläutert seine Sicht auf Vaterschaft, Kunst und Religion, erzählt von seinem Filmdebüt - und von seinem Twitter-Double.

"Wiener Zeitung": Monsieur Michon, in einem Interview mit dem "Nouvel Observateur" haben Sie einmal gesagt: "Mit einem Journalisten zu reden, scheint mir das Gegenteil zu dem, weshalb man schreibt." Warum das Gegenteil? Pierre Michon: Nicht unbedingt das Gegenteil. Sagen wir so: Im Gespräch mit einem Journalisten hat man immer den Eindruck... weiter




Geschichten

Einfahrt eines Elektrobusses in die Ladestation am Währinger Gürtel, 1912. - © Sammlung Peter Payer/Allgemeine Automobil-Zeitung, Nr. 10, 1912

Wiener Stadtgeschichte

Geräuschloser Fortschritt3

  • Von 1912 bis 1914 fuhren in Wien Elektrobusse auf der Linie Stephansplatz - Volksoper. Diese Neuerung rief Begeisterung hervor, war aber nicht von Dauer.

Elektromobilität ist derzeit in aller Munde. Und es ist kein neues Phänomen, wie wir mittlerweile gelernt haben. Schon um 1900 gab es in zahlreichen europäischen Städten ausgedehnte Versuche mit Elektrofahrzeugen... weiter




Das Schloss Gratzen/Nové Hrady bei Gmünd war vermutlich das Vorbild für den fiktiven Schauplatz von Mörikes Novelle. - © Ludwig

Musik und Literatur

"Nur eine flüchtige Erscheinung"

  • 1787 reiste Wolfgang Amadeus Mozart nach Prag, um dort seinen "Don Giovanni" uraufzuführen. Eduard Mörike hat diese Episode 1855 in der Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" fantasievoll neu erzählt.

Vor 230 Jahren reiste Wolfgang Amadeus Mozart in Begleitung seiner Frau Constanze zum zweiten Mal von Wien nach Prag, wo er die Uraufführung des "Don Giovanni" leiten sollte. Die Monate vor dieser Reise waren von Todesfällen überschattetet: Mozarts... weiter




Diesem Bild aus dem Jahr 1960 entnahm der Fotograf den berühmten Ausschnitt. - © A. Korda / Wikimedia

Fotogeschichte

Wie ein Heldenbild entsteht

  • Vor 50 Jahren starb Ernesto Che Guevara. Ein Porträt, das den Revolutionär in heroischer Pose zeigt, wurde zum wahrscheinlich meistreproduzierten Foto aller Zeiten. Die Geschichte einer linken Ikone.

Vor etwa einem Jahr erzielte der Fotoapparat eines gewissen Alberto Díaz Gutiérrez bei einer Auk- tion den erstaunlichen Preis von 18.000 Euro. Wer war dieser Mann? Und was machte seine Kamera, eine Leica, so wertvoll... weiter





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