Vermessungen

Armenien 1915

Die Kirche als Dolmetscher1

  • Ein Gespräch mit Pater Tiran Petrosyan, dem Vertreter der armenisch-apostolischen Kirche in Europa, über die Vergangenheit und Zukunft von Kirche und Gesellschaft in der armenischen Welt.

"Wiener Zeitung": Die armenische Kirche ist eine der ältesten altorientalischen Kirchen und zugleich die erste offizielle Nationalkirche. Das Land Armenien selbst, das man nach dem Völkermord 1915 nur als "Restarmenien" bezeichnen kann, hat in der Zeit nach 70 Jahren sowjetischer Herrschaft wieder einen Aufschwung erlebt und leidet doch an einer... weiter




Die alten Kirchen und Gebäude - wie hier in der Provinz Syunik - prägen Armenien und das historische Gedächtnis des armenischen Volkes. - © Jane Sweeney/ JAI/ Corbis

Armenien 1915

Das Recht auf Wahrheit6

  • Hundert Jahre nach der gezielten Vernichtung des armenischen Volkes hat die internationale Politik die moralische Verpflichtung, diese Untat endlich als Völkermord anzuerkennen.

Der 24. April 1915 war ein Schicksalstag des armenischen Volkes. Mit diesem Datum begann im Osmanischen Reich die Deportation, die in einen Völkermord mündete bzw. mit diesem Ziel gestartet wurde. Obwohl diese gezielte Vernichtung des armenischen Volkes mehr als 1,5 Millionen Menschen das Leben kostete... weiter




Der armenische Heilige Gregor von Narek. - © Joachim Schäfer: Ökumenisches Heiligenlexikon.

Armenien 1915

Das Risiko des Vertrauens

  • Religion und Kirchenarchitektur sind für das armenische Selbstverständnis von zentraler Bedeutung.

Armenien ist das erste christliche Land der Welt. Ist das wichtig? Was spürt man heute davon, ob als Armenier in Kanada oder als Tourist in einem "Museum des Abendlands"? Atom Egoyan hat in seinem Film "Calendar" die Beziehung der Armenier mit kanadischer Coolness und armenischer Empathie wunderbar erzählt. Einfach und klar... weiter




Das Mahnmal für die Opfer des Genozids auf der Schwalbenfestung in Armeniens Hauptstadt Jerewan. - © CTHOE/ Wikimedia Commons

Armenien 1915

Das Trauma der Vergangenheit5

  • In den Jahren 1915 und 1916 wurden die Armenier systematisch verfolgt und ermordet. Die Erinnerung an den Genozid prägt auch 100 Jahre danach grundlegend das Selbstverständnis des armenischen Staates.

Im Jahr 1921 ging ein junger Orientreisender aus Amerika in Venedig an Bord eines Schiffes, das ihn nach Istanbul bringen sollte. Unter den Mitreisenden befanden sich besonders viele Armenier, darunter einer, "dessen Vater, Mutter und drei Schwestern in Trapezunt vor seinen Augen von den Türken in kleine Stücke zerhackt wurden"... weiter




Zeitgenossen

"Beim Begriff Trauerbewältigung bin ich immer sehr skeptisch. Ich denke, Trauer ist Trauer, jeder erlebt sie anders . . .": Heidi Kastner im Gespräch mit "Wiener Zeitung"-Mitarbeiterin Christine Dobretsberger. - © Eva Wahl

Interview

"Kein Verbrechen ist ganz schlüssig erklärbar"26

  • Die Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner über allzu große mediale Plattformen für Täter, das Wahrheitsbedürfnis der Angehörigen von Opfern, die wirksamste Prävention von Verbrechen - und über haltlose Spekulationen im Falle des "Selbstmord"-Flugzeug-Copiloten.

"Wiener Zeitung": Frau Kastner, Irrsinnstaten haben Hochkonjunktur. Menschen werden vor laufender Kamera von IS-Terroristen enthauptet, auch steht nicht zum ersten Mal ein Pilot unter Verdacht, ein Flugzeug mit Absicht zum Absturz gebracht zu haben. Sie befassen sich seit vielen Jahren mit Tätern und ihren Motiven... weiter




Martina Weber und ihre Bibliothek des guten Geschmacks: Fast tausend Kochbücher hat sie bereits.

Kulinarik

Bibliothek für Leib und Seele9

  • Die Biologieprofessorin und Pollen-Spezialistin Martina Weber hat eine umfassende private Kochbuchsammlung: Teils Nahrung für die Augen, teils Entspannungs-Rezept, sind auch einige Spezialexemplare darunter.

Der Markt für Kochbücher schreckt vor nichts zurück: Weder vor regelmäßiger Überflutung der Buchhandlungen mit Neuerscheinungen noch vor geschickt inszenierten Marketingstrategien. Egal, ob Promikochbuch oder Rezeptsammlungen von kochenden Promis, ob "Mafia-Kochbuch" (mit Einschussloch am Buchcover!) oder immerwährendes "Suppenglück": Der Appetit... weiter




Beim Testessen geht es darum, wie ein Lebensmittel schmeckt, wie es sich anfühlt, welche Geräusche es macht, welche Konsistenz man im Mund erlebt.

Interview

"Wir kochen für die gesamte Menschheit"10

  • Lebensmitteltechnologe Klaus Dürrschmid über die Sicherheit und sinnliche Qualität von Nahrungsmitteln, die kulturelle Formung von Geschmack - und warum unser Schweinsbratenrezept auf die Spätantike zurückgeht.

"Wiener Zeitung": Herr Dürrschmid, was macht eigentlich ein Lebensmitteltechnologe? Klaus Dürrschmid: Lebensmitteltechnologen sind größenwahnsinnige Köche. Sie wollen nicht nur für sich selbst und ihre Familie Essen zubereiten, sondern am besten für die gesamte Menschheit. Sie bedienen riesige Kessel und High-Tech-Maschinen... weiter




Geschichten

Stilbewusst bis ins hohe Alter: O. W. Fischer, 1986. - © Foto: dpa/Schmitt

100. Geburtstag

Meister der Zwischentöne

  • Vor 100 Jahren wurde O.W.Fischer geboren, der herausragende Kinostar der fünfziger und sechziger Jahre. Die Filme, in denen er mitwirkte, sind nicht alle denkwürdig - seine Darstellungskunst hingegen schon.

Im Frühjahr 1952 erlebte Wien einen veritablen Theaterskandal. In nahezu allen österreichischen Zeitungen wurde auf einen Schauspieler eingedroschen, der es gewagt hatte, auf dem Höhepunkt eines meteoritenhaften Aufstiegs zum Bühnenstar seinen... weiter




Buschs Lausbuben kamen im Oktober 1865 zur Welt. - © Abb.: Wikipedia

Datierung

Verfrühte Feierstimmung2

  • Deutschland begeht "150 Jahre Max und Moritz" zum falschen Zeitpunkt.

Seit Wochen fragt man mich, die Wilhelm-Busch-Biografin, nach "Max und Moritz". Schließlich feiern die frechen Streiche in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag. Aber warum fragt man mich jetzt? Nun ja, in gewisser Weise ist das ganze Jahr 1865 ein... weiter




Ein turmhohes Tor wurde in Bali hergestellt und dann in die einstige Montagehalle verfrachtet. - © May

Wellnesskultur

Tropengefühle in Brandenburg

  • Auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz südlich von Berlin steht die weltweit größte freitragende Halle. Nachdem die industrielle Nutzung des Baus missglückt ist, wird dort heute für Wellness gesorgt.

Plötzlich liegt es da, mitten in der flachen Landschaft, kurz bevor der Spreewald beginnt: Auf dem Weg von Berlin in den Südosten taucht nach 60 Kilometern etwas weithin sichtbar auf, das an einen australischen Inselberg oder einen Schildkrötenrücken... weiter





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