Vermessungen

Artisten mit politischem Anspruch: der schwedische "Circus Cirkör". - © Nikola Milatovic/La Strada

Kunst und Zirkus

Frischer Wind in der Manege3

  • Zeitgenössischer Zirkus vereint Artistik, Tanz und Theater. In anderen Ländern schon anerkannt, beginnt sich diese neue Kunstform jetzt auch in Österreich zu etablieren.

Die Artisten der französischen Zirkustruppe Cheptel Aleïkum wissen, wie man Gäste willkommen heißt. Wer das Zelt betritt, das sie im Grazer Augarten aufgeschlagen haben, erhält von einer Artistin im Smoking ein herzliches Bussi links, eines rechts auf die Wange und wird dann in die Manege gebeten: Dort ist ein Büffet aufgebaut mit pikanten Häppchen... weiter




Das berühmte Foto von Albert Einstein, als er anlässlich seines 72. Geburtstages (am 14. Mai 1951) dem Fotografen die Zunge zeigte.  - © Bettmann/gettyimages

Wissenschaftlicher Witz

Waffe gegen Unvernunft13

  • Wenn Wissenschaft sich selbst parodiert, ist sie besonders mächtig: Sie enthüllt die Logik im Denken von Wutbürgern, Mainstream-Verweigerern und Fans alternativer Wahrheiten. - Ein Essay über den wissenschaftlichen Witz.

Die Aufregung war groß: Dihydrogenmonoxid im Babybrei! Sollten Kleinkinder nicht endlich ein Recht auf unmanipulierte Nahrung bekommen? Seit gut dreißig Jahren hält der Protest gegen Dihydrogenmonoxid an. Jedes Mal, wenn Aktivisten ausrücken, um gegen die Substanz zu protestieren, kehren sie mit Listen voller Unterschriften zurück... weiter




Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen sind eine hervorragende Quelle, die die mitunter fehlerhaften Angaben von Standesbeamten ergänzen. - © dpa/ Arne Dedert

Geschichte

Grabsteine als Datenbanken31

  • Der Wiener Tuchhändler Georg Gaugusch ist Genealoge aus Leidenschaft - und erforscht die Lebensläufe jüdischer Industrieller, die Österreichs Wirtschaft bis 1938 prägten.

Wohin das Auge schaut, ist Tradition und Gediegenheit zu verspüren. An einer Wand prangt der Doppeladler. Die Geschäftseinrichtung aus edlem Holz ist im Original erhalten, wer den Blick nach oben richtet, sieht ein beeindruckendes Deckengemälde: eine Allegorie auf den Seidenhandel; drei Putten symbolisieren den Weg von der Seidenraupe zum Stoff;... weiter




Die Malerin ca. 1914. - © Leo Baeck Institute New York

Kunstgeschichte

Wien, Berlin, Bolivien9

  • Die 1885 in Wien geborene jüdische Malerin Lene Schneider-Kainer war einst eine vielbeachtete Künstlerin, deren facettenreiches Werk heute nahezu vergessen ist. Erinnerung an eine Weltbürgerin.

Mit ihren Porträts bekannter Persönlichkeiten des kulturellen Lebens wie Else Lasker-Schüler, Oswald Spengler, Max Reinhardt, Franz Werfel, Lucie Höflich oder Egon Friedell, ihren gewagten weiblichen Aktdarstellungen oder ihren Zeichnungen aus Asien war Lene Schneider-Kainer im legendären Berlin der 1920er Jahre eine vielbeachtete und angesehene... weiter




Zeitgenossen

- © HämmerleInterview

Rudolf Burger

"Ich sage nicht ja zum Kreuz, es ist mir egal"45

  • Der Philosoph Rudolf Burger über die Provokation des Islam und den Nihilismus der Aufklärung.

"Wiener Zeitung": Sind Sie überrascht, dass uns das Phänomen Gott heute so intensiv beschäftigt? Noch vor dreißig, vierzig Jahren konnte man vermuten, dieses Thema habe der Westen hinter sich gelassen oder werde es jedenfalls bald tun. Rudolf Burger: Ja, das bin ich. Für unser europäisches Bewusstsein wurden alle großen Revolutionen im 20... weiter




Seit fast 50 Jahren im Verlagsgeschäft tätig: Ulrich N. Schulenburg - © Robert Wimmer

Interview

"Ein Verleger hat für den Autor zu kämpfen"8

  • Ulrich N. Schulenburg, Geschäftsführer und Miteigentümer des Thomas Sessler Verlags, über das Geschäft mit Theatertexten, literarische Zufallsentdeckungen - und seine Männerfreundschaft mit Peter Turrini.

"Wiener Zeitung": Herr Prof. Schulenburg, wer im deutschen Sprachraum Theater macht, kommt an Ihnen beziehungs-weise am Thomas Sessler Verlag nicht vorbei . . . Ulrich N. Schulenburg: Das ist richtig, wir sind in einer sehr guten Position. Wir blicken auf eine lange Tradition zurück und sind mit unseren neuen Stücken am Puls der Zeit... weiter




Mag das Unperfekte: Jean Philippe Blondel. - © Cédric Loison

Interview

"Ich liebe starke Frauen"5

  • Jean Philippe Blondel, Autor des Bestsellers "6 Uhr 41", über Paris und die Provinz, die Ängste der Jugend und seinen neuen Roman "Die Liebeserklärung".

"Wiener Zeitung": Monsieur Blondel, haben Sie heute früh den Zug um 6 Uhr 41 genommen? Jean Philippe Blondel: Nein, ich bin sogar schon um fünf Uhr früh aufgestanden, bin also schon mit dem Früheren gefahren. Da schlafen leider noch alle, schade. Um 6 Uhr 41 hingegen sind sie wach, bereiten ihren Tag vor... weiter




Geschichten

Philosophie

Unangenehme Zeitgenossen4

  • Der intellektuelle Störenfried mag seiner Umgebung unsympathisch sein, sein nonkonformes Verhalten trägt jedoch zur kritischen Belebung und Weiterentwicklung des Denkens bei.

Im Alltag sind Störenfriede nicht sehr erfreulich. Als entfesselte politische Extremisten oder Hooligans, die randalieren, Autos anzünden und wahllos Passanten attackieren, verbreiten sie Angst und Schrecken... weiter




Gehortete Requisiten am "Lokomotivfriedhof" in Falkenberg an der Elster (D). - © Hörz

Historische Eisenbahnen

Dampfende Nostalgie

  • Eisenbahnmuseen und die Wiederbelebung historischer Lokomotiven und Zugstrecken sind in Deutschland und Österreich Touristenattraktionen - und damit zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.

Besteigt man in Berlin den Re-gionalexpress in Richtung Süden, so erreicht man nach eineinhalb Stunden Fahrt Falkenberg an der Elster. Nur knapp 6500 Einwohner zählt dieser Ort, bekannt ist er gleichwohl - zumindest bei Eisenbahnenthusiasten... weiter




Mutet wie ein Ersatzteilllager für Körperteile an, was in der Puppenklinik in Lissabon dicht verstaut im "Gebeinhaus" liegt. - © Zinggl

Reportage

Notfallstation und Sammelsurium2

  • Seit fast zweihundert Jahren werden im Lissabonner Puppenspital zerbrochene Kindheitserinnerungen repariert - oder besser gesagt: geheilt.

Einst, als Lissabon noch ein kleines Küstenstädtchen war, wo jeder jeden kannte, ging man an den Markttagen zu Dona Carlota, wenn Puppen etwas fehlte. Die alte Dame saß vor einem Stand mit Kräutern und verkaufte eigenhändig hergestellte Stoffpuppen... weiter





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