• vom 20.09.2016, 16:43 Uhr

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Österreich-Rundfahrt der Nostalgie




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Von Simon Rosner

  • Ein Online-Archiv schafft für Gemeinden eine recht einfache Möglichkeit, ihre Geschichte darzustellen.

Der Alte Turm in Haslach an der Mühl im Wandel der Zeit. Im Bild rechts ein Wahlplakat für Adolf Schärf.

Der Alte Turm in Haslach an der Mühl im Wandel der Zeit. Im Bild rechts ein Wahlplakat für Adolf Schärf.© HaslachTopothek Der Alte Turm in Haslach an der Mühl im Wandel der Zeit. Im Bild rechts ein Wahlplakat für Adolf Schärf.© HaslachTopothek

Haslach. Die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Doch sie lässt sich festhalten. Ein bisschen. Die Ergebnisse davon, nämlich Fotos und Dokumente, sind oft ungehobene Schätze einer Erinnerungskultur, die gerade in krisenhaften Zeiten von hohem Wert sind. Davon sind jedenfalls Wissenschafter, die Nostalgie beforschen, überzeugt.

Um diese ideellen Kostbarkeiten sichtbar zu machen, hat sich Alexander Schatek die Topothek einfallen lassen. Man könnte auch sagen: Sie ist ihm passiert. Denn es war anfangs nur der Versuch, eine sinnvolle Auffindbarkeit für die eigenen Schätze zu organisieren, also Bilder aus der Vergangenheit zu beschlagworten und vor allem auch zu verorten. Daher der Name.

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Aus dieser Idee ist mittlerweile ein professionelles Projekt geworden, das in gut 70 Gemeinden in Österreich, und auch in Kroatien, Tschechien, Ungarn und Deutschland Anwender gefunden hat. Die Idee ist simpel: Ein oder mehrere eingeschulte Personen, sogenannte Topothekare, laden alte Fotos in ein Onlinearchiv, auf das dann via Internet jeder zugreifen kann. Die Fotos sind mit Schlagworten versehen, werden verortet, wodurch ein Ortsplan der Erinnerung entsteht.

"Manchmal erkennt man auf den Fotos Details, die für andere völlig unscheinbar sind", sagt Schatek. Das kann ein Gasthaus im Hintergrund sein, das schon vor 40 Jahren zugesperrt hat und in Vergessenheit geratene Episoden aus der Jugend in Erinnerung ruft. Oder auch einzelne Personen auf alten, vergilbten Aufnahmen.

Ein E-Mail aus Australien
Franz Pieber, Vizebürgermeister von Bocksdorf im Burgenland, erzählt von einem Foto in der Topothek seiner Gemeinde, auf dem eine Musikkapelle abgebildet ist. Wer diese Musiker waren, ließ sich nicht eruieren - bis ein E-Mail vom anderen Ende der Welt kam, aus Australien. "Jemand hat uns geschrieben. Er erkennt alle auf dem Foto, weil er auch selbst drauf ist", erzählt Pieber. Der Bocksdorfer in Australien war knapp nach dem Krieg ausgewandert. Auch das ist ein Vorteil der Topothek: Sie kann von überall eingesehen werden.

Die Topothek deckt verschiedene Bedürfnisse ab. Sie funktioniert als virtuelle Zeitreise, kann aber auch die Ahnenforschung unterstützen. Und sie hilft Gemeinden, die Aufbereitung der Chronik auch für Jüngere greifbar zu machen. "Ich dachte, dass wir eher die Älteren motivieren könnten, aber das ist auch für die Jungen sehr interessant", sagt Pieber, dessen Tochter die Idee hatte, die Topothek nach Bocksdorf zu holen. Damals wollten auch andere Gemeinden in der Region mitmachen, haben es dann aber doch nicht weiterverfolgt. Pieber: "Manche sind jetzt etwas neidig."

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Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2016-09-20 16:47:05



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