• vom 02.05.2017, 17:39 Uhr

Stadt & Land


Big Data

Uns stehen die Daten bis zum Hals




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Von Bernhard Krabina

  • Big Data bietet Chancen für Städte, ist aber zugleich auch Herausforderung. Warum es sich lohnt, diese anzunehmen.



Daten sind in aller Munde. Als Rohstoff des 21. Jahrhunderts gefeiert wie Öl oder Gold, mit dem unschätzbaren Mehrwert, dass sie nicht verbraucht werden können, sondern sich beliebig teilen und weiterverbreiten lassen. Doch angesichts der unvorstellbaren Datenflut, die sich über uns ergießt, stellt sich die Frage, ob nicht auch eine andere Metapher bemüht werden kann: Uns stehen die Daten sprichwörtlich bis zum Hals.

Damit wir nicht ertrinken, brauchen wir aber keine neuen Schlagwörter, sondern Strategien, Management und Handeln. Der Versuch einer Erklärung anhand eines einfachen Beispiels.


Sind die erwähnten "neuen" Themen - aktuell unter dem Schlagwort "Digitalisierung" zusammengefasst - nur alter Wein in neuen Schläuchen, vorübergehende Hypes, oder wirklich neue Paradigmen, die unser Leben nachhaltig verändern werden? Die Antwort ist eindeutig: ja, alles das! Wenn man ankündigt, man brauche "Data Analytics", dann lächeln einen Statistiker nur milde an. E-Government ist out, weil es im Zuge der Diskussion der vergangenen 15 Jahre mehr zur E-Administration geworden ist.



Für diejenigen, die das Thema immer schon breiter gesehen haben, fällt der Unterschied zur Digitalisierung schon geringer aus, aber "wir haben’s ja immer schon gesagt" hilft uns auch nicht weiter, eher die Frage, was denn wirklich so neu oder anders ist an den Themen.

Datenanalyse, um Radfahren sicherer zu machen
Dabei hängt es zentral von der Frage ab, wie eng oder weit man so ein Thema begreifen möchte. Hier einmal ein Versuch: Big Data zu eng zu begreifen, hieße, es nur auf die technischen Dimensionen zu reduzieren: also riesige Echtzeit-Datenmengen verarbeiten und analysieren zu müssen, die ganz einfach die technischen Kapazitäten der aktuell in Organisationen vorhandenen IT übersteigen. Solche Anwendungsfälle gibt es zwar, doch sind sie heute noch nicht allzu häufig anzutreffen.

Wer also - wie die meisten Autorinnen und Autoren zu diesem Thema - ein umfassenderes Verständnis an den Tag legt, der versteht unter Big Data einen neuen Schwerpunkt auf Erstellung, Handhabung und Nutzung von Daten ebenso wie auf den Umgang mit Korrelation und Unschärfe von Daten und auch ein verstärkter Fokus auf Statistik in Form von Data Analytics und Predictive Analytics, wenn es um die Vorhersage geht.

Im Zuge der Open-Government-Initiative der Stadt London wurde im Jahr 2012 ein Datensatz veröffentlicht (Open Data), der die Fahrradunfälle von August 2010 bis Juli 2011 enthielt. Der "Telegraph" erstellte daraufhin eine einfache Visualisierung der Unfälle auf einem Stadtplan. Im Sinne von Big Data wurde damit eines erreicht: Statt lange nach Kausalitäten zu suchen (Warum passieren Unfälle?), ermöglichte man eine rasche Darstellung der Korrelation (Was passiert? In diesem Fall: Wo passieren Unfälle?).

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Dokument erstellt am 2017-05-02 17:45:08



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