• vom 06.06.2017, 16:23 Uhr

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Update: 06.06.2017, 17:18 Uhr

Flüchtlinge

Wie man integrieren soll




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Von Peter K. Wagner

  • Ein Projekt in Trofaiach schickt sich an, den gordischen Knoten der Integration zu lösen. Und könnte zur Modellregion für ganz Österreich werden.

Im Stockschloss werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Das Projekt in Trofaiach könnte Vorbild auch für andere Gemeinden sein. - © Arlene Joobes

Im Stockschloss werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Das Projekt in Trofaiach könnte Vorbild auch für andere Gemeinden sein. © Arlene Joobes



Josef Missethon hat das Integrationsprojekt aufgebaut.

Josef Missethon hat das Integrationsprojekt aufgebaut.© Arlene Joobes Josef Missethon hat das Integrationsprojekt aufgebaut.© Arlene Joobes

Als Trofaiach, Hafning und Gai 2012 zu Trofaiach verschmelzten, sprach man in der Steiermark von einer Modellregion. Es war die erste Gemeindefusion, die als erfolgreicher Testlauf zu einer der wenigen grundlegenden Reformen einer rot-schwarzen Koalition in Österreich der vergangenen Jahre führte. Nun ist die Gemeinde Trofaiach erneut auf bestem Weg, zur Modellregion zu werden.

Denn während in weiten Teilen des Landes NGOs und ehrenamtliche Helfer die Mühe der Integration auf sich nehmen und auf Förderungen der öffentlichen Hand hoffen, wird in der Hochsteiermark seit über eineinhalb Jahren gezeigt, wie einfach Integration eigentlich sein könnte. Und das ist vor allem einem Mann zu verdanken: Josef Missethon, ehemaliger Unternehmensberater und Psychotherapeut - und Initiator des im Herbst 2015 gestarteten Projekts "Talente für Österreich".

Die Einrichtung erinnert an ein Internat. Das Zentrum, in dem der Unterricht stattfindet und das Essen zubereitet wird, befindet sich im sogenannten Stockschloss etwas außerhalb von Trofaiach. Vor langer Zeit war dieser Ort ein Ruhe- und Erholungsort für Bergarbeiter, später als Hauswirtschaftsschule samt Internat im Einsatz. Und zuletzt fanden ab und zu Veranstaltungen statt.

Heute ist es Mittelpunkt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Irak und dem Sudan, die der Einrichtung vom Land Steiermark zugewiesen werden. In zwei Klassen werden 75 Jugendliche unterrichtet. Das Etappenziel: alle drei Monate ein Sprachzertifikat. Der mittelfristige Grund ihrer Besuche, fünfmal die Woche, für jeweils vier Stunden: eine Arbeit finden und so in der österreichischen Gesellschaft ankommen.

Die Art und Weise, wie hier versucht wird, jungen Menschen ohne Perspektive eine Zukunft zu geben, ist naheliegend - und gewissermaßen die Vorwegnahme des Integrationsjahres der Bundesregierung, das im Herbst starten soll. Die Projektteilnehmer erhalten ein Rundumpaket von der sprachlichen Ausbildung über Werte- oder Alltagskurse bis hin zu Berufsvorbereitung und Freizeitgestaltung. Vom Fußballteam bis zum Volleyballtraining sowie auch der Teilnahme an Feuerwehraktivitäten.


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-06 16:29:09
Letzte Änderung am 2017-06-06 17:18:28



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