• vom 21.06.2017, 08:30 Uhr

Stadt & Land

Update: 21.06.2017, 10:44 Uhr

Breitbandausbau

Wenig Bedarf an leeren Rohren




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Von Matthias Nagl

  • Die erste Phase der Breitbandförderung war mit der Unterstützung für Unternehmen ein Erfolg. Die Nachfrage der Gemeinden nach der Leerrohrförderung ist aber überschaubar.


© apa/dpa/Peter Kneffel © apa/dpa/Peter Kneffel

Wien. Wird über die Zukunft des Landes gesprochen, darf ein Thema nicht fehlen: die Digitalisierung im Allgemeinen und schnelle Datenübermittlung im Speziellen. Es wird aber nicht nur über Internetversorgung mit Breitband gesprochen, inzwischen wird auch etwas dafür getan.

Die Bundesregierung einigte sich 2014 nach längerem Hin und Her auf eine Breitbandmilliarde, mit der Österreich von 2016 bis 2020 flächendeckend mit 100 Mbit pro Sekunde schnellem Internet versorgt werden soll. Die erste Phase des Förderprogramms wurde kürzlich vom zuständigen Infrastrukturministerium evaluiert.


Von den 293 Millionen Euro budgetierten Mitteln wurden 204 Millionen Euro auch tatsächlich abgeholt. Den Großteil der ersten Fördertranche holten sich Telekombetreiber und von diesen zum überwiegenden Teil die teilstaatliche Telekom Austria. Gefördert wurde einerseits der Ausbau des Netzes in bisher nicht oder schwach versorgte Gebiete sowie die Verbesserung bestehender Netze, wobei der Ausbau besonders gefragt war. Von den dafür budgetierten 96 Millionen Euro wurden 99 Prozent abgeholt. Schwach nachgefragt war die Förderung von Leerverrohrungen. Dabei sollen bei ohnehin anfallenden Grabungsarbeiten zusätzliche Rohre für Breitbandinternet verlegt werden. Diese Förderung richtete sich vor allem an Gemeinden. Die insgesamt budgetierten 80 Millionen Euro wurden nur zu circa 40 Prozent abgeholt.

Um die Abholquote auch bei dieser Förderung zu erhöhen, will Infrastrukturminister Jörg Leichtfried nun zwei zusätzliche Berater mit einem mobilen Büro auf Tour durch Österreich schicken. Bedarf an Unterstützung ist in den Gemeinden offensichtlich vorhanden. Immer wieder kam aus den Kommunen die Kritik, dass die Antragstellung und Abwicklung der Breitbandförderung zu kompliziert sei.

Kein Cent ins Burgenland
und nach Salzburg

Bei manchen Programmen müssten sich die Gemeinden "sehr gut überlegen, ob der Aufwand der Einreichung im Verhältnis zur Förderung steht", sagte Gemeindebundsprecher Daniel Kosak über den Masterplan zur Breitbandförderung schon im vergangenen Winter.

Nicht nur zwischen den einzelnen Förderprogrammen gibt es große Unterschiede in der Abholquote, auch regional sind die Differenzen groß. So wurde im Burgenland und in Salzburg kein einziger Cent der Leerrohrförderung abgeholt, nach Tirol flossen dagegen 5,5 Millionen Euro alleine aus diesem Posten. Der medial gezogene Schluss, dass es sich bei den Salzburgern und Burgenländern um Digitalmuffel handelt, ist aber nicht zulässig.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-20 17:08:06
Letzte ─nderung am 2017-06-21 10:44:05



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