• vom 27.06.2017, 19:30 Uhr

Stadt & Land

Update: 27.06.2017, 19:54 Uhr

Landwirtschaft

Der Strukturwandel bremst sich ein




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Von Simon Rosner

  • Die Agrarstrukturerhebung der Statistik Austria offenbart, dass sich die Landwirtschaft zwar weiterhin verändert, aber eine gewisse Stabilisierung zu beobachten ist.





Wien. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft schreitet voran, aber er verlangsamt sich etwas. In Österreich gibt es laut vorläufiger Zahlen der Statistik Austria 161.000 landwirtschaftliche Betriebe, zum Zeitpunkt des EU-Beitritts waren es noch 239.000. Das entspricht einem Rückgang um ein Drittel in diesem Zeitraum.

Der Strukturwandel offenbart sich aber nicht nur in der Anzahl, sondern auch in anderen nachhaltigen Entwicklungen, die sich in der Agrarstrukturerhebung zeigen. So sinkt die landwirtschaftlich genutzte Fläche stetig, allerdings steigt sie pro Betrieb. Sie liegt bereits bei 19,7 Hektar beziehungsweise 45,7 Hektar, wenn man die Gesamtfläche, also etwa auch Wald, Teiche oder nicht nutzbare Fläche hinzuzählt.

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In Europa ist Österreich aber damit dennoch im Hintertreffen - was freilich auch als Qualität gesehen werden kann. In Deutschland und Frankreich beträgt die durchschnittliche Größe eines landwirtschaftlichen Betriebs mehr als das Doppelte, in der Slowakei das Vierfache.

Die Struktur erlaubt Österreich auch, eine Vorreiterrolle bei der biologischen Landwirtschaft zu spielen. Fast jeder sechste Betrieb in Österreich ist eine Bio-Landwirtschaft, wobei vor allem Salzburg mit einem Anteil von 44 Prozent heraussticht - ganz klar vor Tirol und Niederösterreich, die als Zweitplatzierte im bundesweiten Durchschnitt liegen.

Bio-Boom aus Salzburg
Dass Salzburg so eine Ausnahme darstellt, hat primär mit den Betriebsformen zu tun, aber nicht nur. Generell überwiegt im Westen der sogenannte Futterbau, also die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen, wobei in Salzburg der Anteil mit mehr als 70 Prozent am höchsten ist. Bei dieser Betriebsform ist der Umstieg auf Bio einfacher, da sie generell schon nahe an den dafür notwendigen Kriterien liegt.

Salzburg, konkret die Molkerei Pinzgaumilch, war zudem Ausgangspunkt der "Ja! Natürlich"-Produktlinie, die 1994 von Werner Lampert für Billa entwickelt wurde und zur ersten in der Breite erfolgreichen Bio-Marke wurde.

Der Trend weg von der kleinstrukturierten Landwirtschaft ist aber auch in Österreich wahrnehmbar. Seit dem EU-Beitritt ist die durchschnittliche Fläche um 44 Prozent gestiegen. Gerade für die Haupterwerbsbauern ist Größe angesichts kleiner werdender Margen, höherer Lebens- sowie Betriebskosten zu einem wesentlichen Faktor geworden.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-27 17:33:08
Letzte Änderung am 2017-06-27 19:54:39



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