• vom 22.08.2017, 16:27 Uhr

Stadt & Land

Update: 23.08.2017, 12:00 Uhr

Tourismus

Dauergäste unerwünscht




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Das Aufkommen dieser Abgabe beträgt derzeit tirolweit 5,1 Millionen Euro - um spürbare Auswirkungen für die Gemeinden zu haben, müsste sie also wohl erhöht werden. Wie mit der Abgabe zukünftig verfahren wird, wird "derzeit intern geprüft und diskutiert", heißt es in einer Stellungnahme der Landesregierung.

Eine dezidierte Zweitwohnsitzabgabe gibt es aktuell nur in Vorarlberg und Kärnten. In Vorarlberg hat das Volumen der Abgabe, die den Gemeinden zugutekommt, deutlich zugenommen. Es stieg 2015 auf 2,6 Millionen Euro. 2010 lag es noch bei 1,5 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von mehr als 70 Prozent. Stark zugenommen hat das Aufkommen auch in Tschagguns.

Der Tourismusort im Montafon hat seine Einnahmen innerhalb von fünf Jahren auf knapp 200.000 Euro fast verdoppelt. Laut Bürgermeister Herbert Bitschnau liegt das einerseits daran, dass man einem Investor, der vor einigen Jahren in eine Hotelruine investiert hat, im Gegenzug für das Investment 32 Einheiten als Zweitwohnsitze gewidmet habe. Außerdem hebt die Gemeinde stets den zulässigen Höchstbetrag der Zweitwohnsitzabgabe ein.

Quote für Zweitwohnsitze
für jede Gemeinde

Doch abgesehen von diesem Einzelfall steht Tschagguns bei den Zweitwohnsitzen auf der Bremse. "Seit drei Jahren gab es de facto keine Widmung mehr", so Bitschnau. Die Struktur der Dauergäste habe sich in den vergangenen Jahrzehnten auch in Tschagguns gewandelt. Waren es in den 70er und 80er Jahren hauptsächlich Vorarlberger aus dem Rheintal, sind viele Zweitwohnsitzer heute Deutsche und Niederländer.

Der Grund für die Zurückhaltung der Gemeinde bei Zweitwohnsitzen sind die Immobilienpreise. "Bei den Wohnungspreisen für die Einheimischen haben wir wirklich ein Problem", sagt Bitschnau. Auch in Vorarlberg sorgte das Land zuletzt für mehr Transparenz. Die Gemeinden wurden aufgefordert, die Anzahl der Zweitwohnsitze zu erheben. Dazu gibt es eine Quote für Zweitwohnsitzwidmungen, die sich nach der Lage der Gemeinde richtet. "Die neue gesetzliche Regelung spielt uns in die Karten, dass wir restriktiver sein können", sagt der Tschaggunser Bürgermeister Bitschnau.

Auch das Land Salzburg ist in seinem neuen Raumordnungsgesetz auf Zweitwohnsitze eingegangen. Durch das Gesetz wurden 82 von 119 Salzburger Gemeinden zu Zweitwohnsitz-Beschränkungsgemeinden, in denen entsprechende Widmungen nur mehr in eigens ausgewiesenen Gebieten erlaubt sind. Finanziell halten sich die Salzburger Gemeinden noch zurück. Seit 2011 können sie auf Zweitwohnsitze eine "besondere Ortstaxe" einheben. 2014 taten das 63 Gemeinden, die dadurch knapp über eine Million Euro lukrierten.

Die oberösterreichischen Gemeinden, also auch Nußdorf am Attersee, gehen derzeit noch leer aus. Die Ferienwohnsitzabgabe geht ähnlich wie in Tirol an die Tourismusverbände. "Wenn wir zumindest ein bisschen etwas kriegen würden, täten wir uns leichter", sagt Bürgermeister Mayrhauser. Der Wunsch könnte bald erfüllt werden. Kommendes Jahr soll es in Oberösterreich eine Novelle zum Tourismusgesetz geben, da könnte eine Zweitwohnsitzabgabe bereits drinnen stehen.

Das Land will einen Höchstbetrag vorgeben, die tatsächliche Höhe sollen die Gemeinden aber selbst bestimmen dürfen. Im Herbst wird das Thema im Landtag verhandelt. "Es gibt in Oberösterreich nur 13 Gemeinden, in denen sich das auszahlt. Aber wir hoffen ganz schwer auf dieses Gesetz", sagt Mayrhauser. Viele Ferienwohnungen werden also nicht nur aufgrund steigender Immobilienpreise teurer.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-22 16:34:07
Letzte nderung am 2017-08-23 12:00:05



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