• vom 29.08.2017, 14:20 Uhr

Stadt & Land


Baukultur

Zurück zur Kultur




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Simon Rosner

  • Die Leitlinien für Baukultur sollen helfen, das Schöne in Österreich zu bewahren und Neues nachhaltig zu entwickeln.

Es gibt sie noch, die Idylle, wie hier im Mostviertel.

Es gibt sie noch, die Idylle, wie hier im Mostviertel.© Simon Rosner Es gibt sie noch, die Idylle, wie hier im Mostviertel.© Simon Rosner

Wien. Es gibt sie natürlich noch in Hülle und Fülle, diese Plätze in Österreich, an denen Ortsfremde gar nicht vorbei können, ohne die Handykamera zu aktivieren, und selbst Einheimische immer wieder von Neuem ergriffen sind, wie schön es hier doch nicht ist. Doch es gibt auch die anderen Plätze in Österreich, und sie wurden über die Jahre und Jahrzehnte immer mehr. Es sind Plätze, bei denen sich Ortsfremde wie Einheimische gleichermaßen an den Kopf greifen und denken: Wie konnte man das nur zulassen?

Dass in Österreich zu viel, zu undurchdacht, zu ungeplant und zu wenig nachhaltig gebaut wurde und nach wie vor wird, ist nicht nur zu sehen, es drückt sich auch im enormen Flächenverbrauch aus, der in kaum einem anderen EU-Land so hoch ist wie in Österreich. Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt und hat bereits 2002 zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung geführt. Diese sah damals vor, dass im Jahr 2010 nur mehr 2,5 Hektar pro Tag verbaut werden sollen. Das Ziel wurde aber meilenweit verfehlt. Die Realität lag dann bei fast bei 25 Hektar.

Werbung

Etwa zu jener Zeit wurde vom Bundeskanzleramt der Beirat für Baukultur eingesetzt. In einem jahrelangen Prozess wurden insgesamt 20 Leitlinien für Baukultur erarbeitet. Vor einer Woche wurden sie im Ministerrat beschlossen. Die Leitlinien basieren auf einer eingehenden Analyse, dem Baukulturreport, sowie auf einem vielschichtigen Beteiligungsverfahren, an dem unter anderem Architekten, Raumplaner, Bauträger, Politiker und Beamte mitgewirkt haben.

Baukultur ist ein weitgefasster Begriff und jedenfalls eine Querschnittsmaterie. In den Leitlinien geht es um Orts- und Landschaftsentwicklung, um das Bauen selbst, um Fragen von Beteiligung, von Lenkung und auch um Wissensvermittlung. "Es geht um einen Kulturwandel", sagt der Architekt Robert Temel, der einer von drei Sprechern der "Plattform Baukultur" ist und an den Leitlinien aktiv mitgearbeitet hat.

"Es geht nicht nur um einzelne Gesetze, sondern es muss sich auch das Bewusstsein ändern", sagt er. In den vergangenen Jahren hat sich dahingehend schon einiges getan. Das Thema Bodenverbrauch wird intensiver debattiert, erste Erfolge zeigen sich auch bereits in Form eines Rückgangs der Flächenversiegelung.

Einzelne Gemeinden haben bei kommunalen Infrastrukturprojekten die Bevölkerung einbezogen, der Tiroler Ort Fließ erhielt für ein solches Projekt im Vorjahr den europäischen Dorferneuerungspreis. Die Einbindung der Öffentlichkeit, heißt es in den Leitlinien, sei "zunehmend unverzichtbar".

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Baukultur, Bodenversiegelung

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-29 14:24:10



Ortsnamen

Es geht nur um Häuser. . .

- © Gemeinde Sexling Man wird es sich denken können: Der Name des kleinen 200-Einwohner-Dorfes in der Gemeinde Rohrbach-Berg im Oberen Mühlviertel hat mit dem Sexuellen... weiter




Woher kommt der Ortsname?

Einst der Poldi, nun der Witz

- © Gemeinde Engerwitzdorf Bereits die Neandertaler wussten um die Vorzüge von Engerwitzdorf nebst Gallneukirchen Bescheid. Sie ließen sich in der Umgebung nieder... weiter





Werbung




Werbung


Werbung