• vom 12.09.2017, 21:29 Uhr

Stadt & Land


Sicherheit

"Jede neue Technologie bringt Risiken mit sich"




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Von Cathren Landsgesell


    - © apa/Ludwig Schedl/TÜV Österreich

    © apa/Ludwig Schedl/TÜV Österreich

    Wien. Warum Gemeinden bei der Sicherheit ihrer Infrastruktur besonders achtsam sein müssen, erklärt der Vorstandsvorsitzende der TÜV Austria Group, Stefan Haas, im Interview.

    "Wiener Zeitung": Was hat das Thema "Sicherheit" generell mit Gemeinden zu tun? Warum sollten sich Kommunen darum kümmern?


    Stefan Haas: Das Sicherheitsthema ist, angefangen bei digitaler Sicherheit bis hin zu Gebäudesicherheit, jedenfalls ein Thema für Gemeinden und Kommunen. Gemeinden betreiben sehr oft großtechnische Anlagen, etwa Photovoltaik-Anlagen, Biogasanlagen usw. Oder denken Sie an die technischen Gebäudeausrüstungen, ob nun ein Aufzug, die Brandmeldeanlage oder Tore - das Thema Sicherheit ist eigentlich omnipräsent. Wichtig ist zu verstehen, dass nicht allein die Technik für Sicherheitsfragen relevant ist, sondern Menschen, und da geht es darum, diese Menschen auch entsprechend auszubilden.

    Sind mit den neuen Technologien, etwa im Bereich IT oder Energie, neue Risiken entstanden?

    Beide Bereiche stellen die Gemeinden vor neue Herausforderungen. Gerade bei der Energie hinkt das Sicherheitsbewusstsein oft noch hinterher. Jede neue Technologie bringt neue Risiken mit sich, die Sie proaktiv behandeln müssen. Wenn es etwa in Zukunft neue Energiespeicherlösungen gibt, müssen relativ große Energiemengen beherrscht werden. Um die technische Sicherheit zu gewährleisten, müssen regelmäßige Prüfungen stattfinden, um sicherzustellen, dass möglichst kein elektrisches Sicherheitsproblem auftaucht. Es geht dabei auch um Haftungsfragen, etwa bei Eisabwurf von Windkraftanlagen. Es gibt Schnittmengen, wo nicht allein Investoren oder Errichter verantwortlich sind, sondern die Gemeinden. Hier brauchen die Gemeinden entsprechenden Kompetenzaufbau aus verschiedenen Fachdisziplinen.

    Sollen sich Gemeinden aus Ihrer Sicht bereits um Zukunftsthemen wie autonome Fahrzeuge kümmern?

    Ich denke ja. Auch dabei geht es unter anderem um die Frage, wer die Verantwortung trägt. Beim autonomen Fahren ist es noch der menschliche Fahrer - aber es wird wohl nicht bei dieser rechtlichen Situation bleiben. Sobald Sie den Betrieb zulassen, tragen Sie eine gewisse Mitverantwortung. Und es geht natürlich auch um die prinzipielle technische Sicherheit. Bei Projekten wie dem autonomen Bus in der Seestadt Aspern machen wir die Begleitforschung, um sicherzustellen, dass ein bestimmtes Risikoniveau nicht überschritten wird.

    Kleinere Gemeinden haben es sicher schwerer, sich auf die Herausforderungen einzustellen. Wie können sie damit umgehen?

    Kleinen und großen Gemeinden geht es im Hinblick auf neue Technologien ähnlich, weil der Erfahrungshorizont schlichtweg fehlt. Da sollten Kommunen anstreben, durch Weiterbildung wesentliche Teile der notwendigen Kompetenz aufrechtzuerhalten. Aber die Welt dreht sich immer schneller und die Anforderungen werden immer größer, da lohnt es sich, auch auf externe Fachkräfte und Beratung zu setzen. Gerade die kleinen Gemeinden brauchen die Expertise von außen.

    Zur Person

    Stefan Haas

    ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der TÜV Austria Holding AG. Der Maschinenbauer promovierte an der TU Wien, forschte am Christian Doppler-Laboratorium und war bei Knorr-Bremse in Führungspositionen tätig, zuletzt als Bereichsleiter für Innovation und Technologie.




    Schlagwörter

    Sicherheit, TÜV

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-09-12 16:09:05
    Letzte ─nderung am 2017-09-12 17:54:05



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