• vom 07.11.2017, 14:11 Uhr

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Update: 07.11.2017, 14:20 Uhr

Gemeindeverwaltung

Alexa muss Dialekt lernen




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Von Simon Rosner

  • Kremsmünster testet als erste Gemeinde eine "digitale Assistentin". Es ist ein erstes Ausprobieren "mit Bauchweh".



Kremsmünster. Wie viel kostet ein Pass und was braucht man dafür? Was ist zu tun, wenn mein Haustier stirbt? Unter welcher Nummer ist der Apotheken-Notdienst erreichbar? Alexa weiß das alles, was für eine Gemeindemitarbeiterin auch nicht ungewöhnlich ist. Das Besondere: Alexa ist ein knappes Kilo schwer und etwas über 20 Zentimeter hoch. Sie ist eine "digitale Assistentin" und womöglich eine erste Besucherin aus der Zukunft.

Seit vergangenem Freitag ist Alexa in Kremsmünster im Einsatz. Und es ist kein Zufall, dass sie ihren ersten Job in der österreichischen Kommunalverwaltung in der 6500-Einwohner-Gemeinde im Traunviertel angetreten hat. Kremsmünster ist im Bereich Digitalisierung und E-Government seit vielen Jahren ein Vorreiter, was ursächlich vor allem mit Reinhard Haider zu tun hat, dem langjährigen Amtsleiter. "Ich habe seit 20 Jahren ein Faible für diese Dinge", sagt Haider.


Schon Ende der 90er Jahre wurde in Kremsmünster gemeinsam mit der Firma RiS jenes Web-Redaktionssystem entwickelt, das heute im kommunalen Bereich Marktführer ist, wenn es um Webseiten der Gemeinden und E-Government geht. Und hier wurde auch erstmals in Österreich ein Baubescheid mit einer "E-Amtssignatur" unterschrieben. Das war im Jahr 2008.

Neun Jahre später, und im Internet-Zeitalter ist das eine halbe Ewigkeit, hat nun Alexa ihren Dienst in Kremsmünster aufgenommen. "Lieber selbst gestalten als gestaltet werden", sagt Haider. Heißt also: Ausprobieren, Vorreiter sein, vielleicht sogar Eigenes entwickeln, statt irgendwann von einer lange verdrängten Entwicklung überrollt zu werden. "Es ging mir nie nur darum, was für Kremsmünster gut ist, sondern was allen Gemeinden nützlich sein kann", sagt Haider.

Hinter dem Testlauf mit einer digitalen Assistentin steckt eine reale Herausforderung in der Kommunalverwaltung. Denn die Arbeit in den Gemeindeämtern wird nicht weniger, zugleich wächst das Informations- und Servicebedürfnis in der Bevölkerung. Wenn zu den Amtszeiten dann ständig das Telefon klingelt, beschäftigt das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter doch sehr. "Und die haben viele andere wichtige Dinge zu tun", sagt Haider.

Lernfähiger Computer
In Kremsmünster soll nun ausprobiert werden, wozu digitale Assistenten taugen. Durch ihre Anbindung ans Internet könnten beispielsweise die benötigten Formulare für einen Reisepass gleich heruntergeladen und vorausgefüllt werden. Durch ihre Lernfähigkeit ("Künstliche Intelligenz") könnte der Grad der Servicierung auch sukzessive erhöht werden. An theoretischen Einsatzmöglichkeiten fehlt es jedenfalls nicht, aber wie ist es im Praxistest?

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-07 14:14:06
Letzte ─nderung am 2017-11-07 14:20:04



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