• vom 14.11.2017, 15:49 Uhr

Stadt & Land

Update: 15.11.2017, 08:45 Uhr

Sicherste Gemeinde

"I will ham nach Fürstenfeld"




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Gisela Paul

  • "Wiener Zeitung" sucht die "sichersten Gemeinden" - Ein steirisches Beispiel zeigt Modellcharakter.

Auch unter winterlichem Nachthimmel pulsiert das Leben in Fürstenfeld. Infrastrukturmaßnahmen haben die Abwanderung gestoppt. - © Jean Van Luelik

Auch unter winterlichem Nachthimmel pulsiert das Leben in Fürstenfeld. Infrastrukturmaßnahmen haben die Abwanderung gestoppt. © Jean Van Luelik



Wien/Fürstenfeld. Die Wohn- und Lebensqualität sind zwei Faktoren, mit denen Gemeinden ihre Attraktivität steigern können. Aber ebenso zählen die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu wesentlichen Standortfaktoren.

Die Stadt Fürstenfeld bietet eines der Erfolgsbeispiele. Dort ist es gelungen, ein für Unternehmer attraktives Umfeld zu schaffen - und damit als Lebensmittelpunkt für viele Menschen wieder attraktiv zu werden. Fürstenfeld war zuvor von Abwanderung bedroht, die Jungen waren vielfach schon auf dem Sprung, die Stadt zu verlassen.


Mit einer Aufwertung der Fußgängerzone durch ein aktives Stadtteilmanagement wie auch durch einen großzügigen Ausbau der Gewerbezonen, erreichte die Stadt eine Trendumkehr. Es gelang wieder, die eigene Bevölkerung für den Heimatort zu begeistern.

Gewerbeordnung als Motor
Attraktiv und sicher müssen vor allem die Rahmenbedingungen sein, damit sich Unternehmen überhaupt an einem Standort niederlassen. Die Gewerbeordnung wurde modernisiert und soll Mitte 2018 in Kraft treten. Sie gilt bundesweit und regelt neben den Befugnissen Prüfpflichten.

Eine Gemeinde muss genau darüber informiert sein, welche Überprüfungspflichten es gibt. Für Unternehmer ein Mehrwert, der Sicherheit bietet. Beispielsweise eine Überprüfung gemäß Wasserrechtsgesetz, in Anlehnung an die Gewerbeordnung.

"Alle fünf Jahre müssen laut Wasserrechtsgesetz öffentliche Wasserversorgungsanlagen, Abwasserreinigungsanlagen wie Kläranlagen oder Ölabscheider, aber auch Behälter für wassergefährdende Stoffe überprüft werden", erläutert Markus Ully von der TÜV Austria Cert GmbH.

Die Gemeinde Zirl ist sich dieser Verantwortung bewusst und verweist stolz auf ihre zertifizierte Kläranlage. Der Abwasserverband Zirl will Sicherheit bieten und seine Umweltleistungen verbessern.

2009 wurde diese Anlage erstmals zur Gänze mit Wärmeenergie aus der Schlammlinie beheizt. Durch diese Maßnahme konnte der CO2-Ausstoß um rund 13 Tonnen reduziert werden. Zusatzeffekt: Aus der Anlage wird über ein eigenes Blockheizkraftwerk das selbst produzierte Biogas in Strom umgewandelt. Seit 2009 wurden rund drei Millionen Kubikmeter Abwasser geklärt.

Entbürokratisierte Verfahren
Teilregulierte Gewerbe werden mit der neuen Gewerbeordnung abgeschafft und die Zahl der regulierten Gewerbe wird reduziert. Für die freien Gewerbe gibt es eine einheitliche Lizenz. Alle Bundesgebühren bei der Gewerbe-Anmeldung fallen weg.

Künftig werden es statt 80 nur noch 75 regulierte Gewerbe sein, wobei zu beachten ist, dass drei Gewerbe aus dem Bereich nicht frei, sondern einem anderen Gewerbe zugeschlagen werden. Die Verfahren für Gewerbeanlagen wurden nunmehr entbürokratisiert.

Betriebsanlagen mit geringem Gefährdungspotenzial sollen in Zukunft schneller genehmigt werden können. In der Praxis wird dabei der Grundsatz "beraten vor strafen" etabliert.

Zentraler Punkt der Gewerbeordnung ist die Sicherung von Leib, Leben und Gesundheit sowie der Konsumentenschutz. Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, erklärt dazu: "Die Herausforderungen, denen sich die Betriebe in Gewerbe und Handwerk stellen, werden nicht kleiner. Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern entwickeln sich deutlich besser als Kleinbetriebe unter zehn Mitarbeitern. Wir haben also insgesamt eine labile Konjunktursituation. Die Reform der Gewerbeordnung und die Mindestlohn-Einigung ergeben einen neuen Wettbewerbsrahmen, der arrivierte Betriebe nicht schlechterstellen darf."

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) hat im Zuge des Forschungsprogrammes "Österreich 2025" 300 große Industrieunternehmen um eine Beurteilung der Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft gebeten. Die Studie kam unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

92 Prozent der Unternehmer wünschen sich eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts.

88 Prozent wollen niedrigere Steuer- und Abgabequoten.

67 Prozent befürworten die Entlastung des Faktors Arbeit und der Lohnnebenkosten.

82 Prozent verlangen Verbesserungen im Bildungsbereich.

Was sich Unternehmen wünschen




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-14 15:53:08
Letzte nderung am 2017-11-15 08:45:47



Ortsnamen

Es geht nur um Häuser. . .

- © Gemeinde Sexling Man wird es sich denken können: Der Name des kleinen 200-Einwohner-Dorfes in der Gemeinde Rohrbach-Berg im Oberen Mühlviertel hat mit dem Sexuellen... weiter




Woher kommt der Ortsname?

Einst der Poldi, nun der Witz

- © Gemeinde Engerwitzdorf Bereits die Neandertaler wussten um die Vorzüge von Engerwitzdorf nebst Gallneukirchen Bescheid. Sie ließen sich in der Umgebung nieder... weiter





Werbung




Werbung


Werbung