• vom 21.11.2017, 18:06 Uhr

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Update: 21.11.2017, 18:21 Uhr

Wolf

Von Wölfen umzingelt




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Von Petra Tempfer

  • Während der Bär zum zweiten Mal ausgerottet wurde, ist der Wolf zurückgekehrt. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit.


© Fotolia/Xaver Klaussner © Fotolia/Xaver Klaussner

Wien. Sie kommen aus der Schweiz, Italien, Slowenien, Ost- und Nordeuropa. Und das immer öfter und in immer größerer Zahl. Österreich ist von Wölfen umzingelt. Dass sich diese hier wieder großräumig ausbreiten, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Nachdem 1882 der letzte Wolf, der in Österreich geboren worden war, erschossen wurde, durchstreiften 130 Jahre lang nur noch ein paar einzelne Tiere das Land. Wolfsichtungen galten als etwas Besonderes, Seltenes. Im Vorjahr hat sich die Situation gedreht. Seit damals gibt es das erste heimische Rudel in Allentsteig in Niederösterreich. Insgesamt leben damit rund 15 Wölfe in Österreich. Zwei der Jungtiere sind bereits losgezogen, um neue Rudel zu bilden. Ein Rudel benötigt etwa 25.000 Hektar Lebensraum.

Die Rückkehr des Wolfes scheint sogar ohne Zutun der Umweltschützer zu funktionieren -ganz im Gegensatz zum Braunbären, der Ende des 19. Jahrhunderts ebenfalls ausgerottet und zwischen 1989 und 1991 aktiv wieder angesiedelt wurde. Der WWF zum Beispiel ließ drei Tiere frei, beim Ötscher bildete sich eine kleine Population von 31 Tieren. Seit 2011 sind sämtliche Braunbären in dieser Region verschwunden. Zum Teil aufgrund illegaler Abschüsse, wie Christian Pichler vom WWF vermutet. Nur einzelne, männliche Bären, die aus Slowenien und Italien kommen, streifen noch Kärnten. Der Bär wurde somit ein zweites Mal in Österreich ausgerottet.


Ganzjährig geschont
Das mag unter anderem auch daran liegen, dass der Bär ein Kulturflüchter ist. Menschensiedlungen, Motorsägengeräusche und Traktorengebrumm sind ihm zuwider. Richtete er auf der Suche nach Futter Schaden an, so waren mit ein paar wenigen Ausnahmen höchstens die Imker betroffen. Nicht so beim Wolf - er ist ein Kulturfolger. Das absolute Lieblingsfressen des Wolfes sind Rehe, Hirsche und Wildschweine, auf der "Fast-Food"-Speisekarte stehen jedoch Ziege und Schafe, weil diese leichter zu erbeuten sind. Aus Furcht vor Nahrungsknappheit tötet der Wolf mehr Tiere, als er fressen kann. Er selbst ist ganzjährig geschont und darf nicht geschossen werden.

Das schürt freilich die Unsicherheit und die Ängste unter den Landwirten und Jägern. Denn wer für gerissenes Weidetier aufkommt, ist weitgehend ungeklärt und wird sogar mit wachsender Wolfspopulation zunehmend unklarer. Grundsätzlich haftet zum Beispiel für einen Hund, der ein Schaf reißt, der Hundebesitzer. "Der Wolf ist Wild", sagt Martin Längauer von der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, "und dadurch würde für jeden Schaden, den er verursacht, die Jägerschaft haften." In einigen Bundesländern hat die Jägerschaft dafür auch eine Versicherung - diese wird jedoch immer häufiger abgeschafft. So zum Beispiel in Niederösterreich und Oberösterreich. In Wien und dem Burgenland gab es nie eine Regelung.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-21 18:11:05
Letzte nderung am 2017-11-21 18:21:51



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