• vom 19.12.2017, 17:36 Uhr

Stadt & Land

Update: 19.12.2017, 22:17 Uhr

Digitaler Wandel

Vom Reisen ins digitale Morgen




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Von Anke Knopp

  • Das Smartphone gilt als wichtiger Baustein für eine effiziente Mobilität. Die deutsche Autorin Anke Knopp machte den Selbstversuch mit einer Fahrt nach Loipersdorf. Sie fand eine fortschrittliche Bahn - aber auch viel Luft nach oben.

- © ÖBB/Philipp Horak

© ÖBB/Philipp Horak



Graz. Don Bosco Bahnhof. Die Stimme aus dem Lautsprecher warnt: "Vorsicht bei der Einfahrt", der Zug fährt ein. Pünktlich. In diesem Moment wird die digital geplante Reise real. Bis dahin bestand sie lediglich aus ein paar Klicks im Netz: die Website der ÖBB ansteuern, Fahrtziel eingeben, Verbindung suchen, buchen, bezahlen. Das ging alles recht bequem vom Sofa zuhause aus.

Kaum im Zug sitzend, erscheint auch schon der Schaffner: "Fahrscheine bitte." Es raschelt kein Papier mehr, es sind Plastikkarten der Vielfahrer sowie digitale Endgeräte, also Smartphones, die dem Kontrolleur gereicht werden. Tickets auf dem Zettel gibt es in diesem Zug kaum noch. Im Smartphone blinken stattdessen Online-Tickets in schwarz-weißen Mustern.


Dieses Muster ist ein sogenannter Aztec-Code. Namentlich erinnert er an die Pyramidenbauten der Azteken in Mexiko, denen das Design des Codes von oben betrachtet ähnlich sehen soll. Die traditionelle Lochzange ist durch einen Scanner abgelöst worden. Stimmen die virtuellen Angaben im Smartphone mit dem überein, was die ÖBB als Ticket akzeptieren, leuchtet der Scanner rot und der digitale Vorgang gilt als erfolgreich beendet.

Mehr als 244 Millionen Fahrgäste transportieren die ÖBB jährlich quer durchs Land. Es gibt also ein großes Potenzial, Papier für Fahrscheine einzusparen. Manchmal aber hakt es. Nicht alle Nutzer sind umstandslos mit der digitalen Technik vertraut. Dann tauchen sie doch noch auf, die aus dem Netz ausgedruckten Fahrausweise. Aber auch sie sind nur gültig mit entsprechender Kodierung. Im Falle einer Dame um die 50 plus prangt an diesem Tag jedoch nur ein "pdf"-Symbol auf dem Ausdruck. Ein digitales Lesegerät kann damit nichts anfangen, der Fahrschein wäre ungültig und die Inhaberin damit eine Schwarzfahrerin. Trotz gelöster Fahrtkarte.

Wenn der Schaffner
zum Lehrer wird

Die Dame durchsucht das Smartphone, die Verbindung zum Netz ist allerdings nicht die beste. Dann aber ist das Gesuchte, das Online-Ticket, gefunden, aber auch das ist zu wenig. "Sie müssen das Ticket noch downloaden, damit ich den Code einlesen kann", erklärt der Kontrolleur, ruhig und freundlich. "Wie geht das?" Der Schaffner hat auch darauf eine Antwort, er hilft der Passagierin, sich ins WLAN der ÖBB einzuloggen, er behält die Fortschritte der Dame im Blick - klicken müsse sie aber selbst. "Dann lernen Sie, wie das geht!"

Der Zugbegleiter kennt sich aus mit den verschiedenen Modellen an Smartphones und den digitalen Wissenslücken seiner Reisenden. Es ist nicht das erste Mal, dass er so konkret helfen muss. "Dort drücken Sie drauf, dahinter verbirgt sich das Ticket." Einen Augenblick später entfaltet sich das schwarz-weiße Muster auf dem Display. Der Scanner kommt zu seinem Recht, der Fahrschein ist hiermit gültig.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-19 17:41:08
Letzte ─nderung am 2017-12-19 22:17:07



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