• vom 02.01.2018, 18:05 Uhr

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Niederösterreich setzt auf Landarzt-Initiative




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  • Wenn Kassenstellen nicht besetzt werden können, stellen Landeskliniken Allgemeinmediziner.

St. Pölten. Das Land Niederösterreich hat am Dienstag die "Initiative Landarzt" gestartet. Sind Kassenstellen längere Zeit nicht besetzt, soll künftig die Landeskliniken-Holding einspringen und Mediziner für die Praxen zur Verfügung stellen. Von 770 Kassenstellen im niedergelassenen Bereich seien derzeit fünf nicht besetzt, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner. In Gresten-Land (Bezirk Scheibbs), Aspangberg-St. Peter (Bezirk Neunkirchen) und Groß Siegharts (Bezirk Waidhofen an der Thaya) sei die Landarzt-Praxis beispielsweise seit 2016 leer, die Stellen seien bis zu 24 Mal ausgeschrieben worden. Zwar seien nur weniger als ein Prozent nicht besetzt, es gelte aber, "Maßnahmen zu setzen und vorausschauend zu handeln", sagt Mikl-Leitner.

Prämien für neue Praxen
Als Sofortmaßnahme gab Mikl-Leitner eine "Landarzt-Garantie" ab. Demnach werde die Landeskliniken-Holding für Praxen, für die sich länger als ein Jahr kein Landarzt fand und für die die Kassenstelle mehrmals ausgeschrieben wurde, Allgemeinmediziner bereitstellen. Das Angebot bestehe ab sofort. Zudem stellt das Land laut Pernkopf für jene, die als Landarzt einspringen, 5000 bis 50.000 Euro Einstiegsprämie zur Modernisierung der Ordination zur Verfügung. Außerdem könnten praktische Ärzte künftig etwa bei schlechter Witterung Unterstützung durch Rettungsdienste anfordern - das Land übernehme Kosten bis insgesamt 500.000 Euro jährlich.


Mit den Maßnahmen soll der Beruf des Landarztes in Niederösterreich attraktiver gemacht werden, so Mikl-Leitner. Die Abrechnungsmodalitäten müssen den Angaben zufolge noch geklärt werden.

Die Landeshauptfrau forderte zudem die Bundesregierung auf, die Anzahl der Studienplätze für Medizin anzuheben. Im Vorjahr gab es für 1620 Plätze - davon ein Viertel für Studenten aus dem Ausland - fast 16.000 Bewerber. Die Aufstockung soll helfen, den durch eine anrollende Pensionierungswelle drohnenden Ärztemangel abzuwenden.

Auch in anderen Teilen Österreichs, speziell in peripheren Gebieten, kommt zunehmend zu Problemen bei der Übergabe von Praxen. Die Gründe hierfür sind - wie die "Wiener Zeitung" bereits mehrfach berichtete - vielfältig, reichen von der Ausbildung der Allgemeinmedizin über die Entlohnung zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die nachteilig wirken, gut qualifizierte Mediziner in ländliche Regionen zu bekommen. Die Regierung will unter anderem Landarzt-Stipendien einführen.




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Dokument erstellt am 2018-01-02 18:08:02



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