• vom 20.09.2016, 17:32 Uhr

Stadt & Land

Update: 03.10.2016, 15:23 Uhr

Woher kommt der Ortsname?

Marienerscheinung und rotbraunes Heilwasser




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    © Gemeinde Sonntag © Gemeinde Sonntag

    Jeden Tag Sonntag. Für rund 680 Einwohner einer kleinen Vorarlberger Gemeinde ist das Realität. Denn Sonntag ist der Gemeindename. Bemerkenswert ist auch, dass Sonntag von seiner Fläche die achtgrößte Gemeinde des westlichen Bundeslandes ist. Die knapp 700 Einwohner verteilen sich auf 81 Quadratkilometer.

    Die Gemeinde liegt im Bezirk Bludenz und ist gemeinsam mit der Ortschaft Buchboden Teil des Großen Walsertals. Für die Herkunft des Namens gibt es zwei Theorien. Nach der ersten ist der Name Sonntag auf den Gemeindepatron "Dominikus" rückführbar. Sein Name leitet sich vom lateinischen Wort "dominica" ab, was so viel wie Sonntag bedeutet. Die zweite Möglichkeit besagt, dass in der anfänglichen Rodungsperiode bei der ersten Betkapelle sonntags das Vieh weidete und deshalb der Ort Sonntag getauft wurde.

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    Bald nach dem Jahr 1300 fanden weitere Rodungen statt. Die Walser waren in der Ortschaft die ersten Siedler und bauten auf den gerodeten Flächen ihre Höfe. Bereits 1393 zelebrierte ein Kaplan in der Pfarrkirche zu Sonntag den Sonntagsgottesdienst. Um 1406 wurde für Sonntag eine Pfarrei eingerichtet. 1397 bekamen die Bewohner von Sonntag ihr eigenes Gericht. Bis 1806 hielt sich das Gericht, dann wurde es wie alle Gerichte Vorarlbergs von Bayern aufgehoben und Sonntag wurde eine selbständige Gemeinde.

    Kapellen und Kirchen prägten den Gemeindenamen, da fehlt nur noch eine wundersame Legende, um das Gesamtbild zu perfektionieren. Und das Wunder geschah, und zwar in Form einer Marienerscheinung. Ein Hirte hatte sich verletzt und kam an einer Quelle vorbei. Er tauchte seinen verletzten Fuß hinein und wurde augenblicklich geheilt. Seit dieser Wunderheilung gilt sie als Heilquelle. Als viele Jahre später das Stift Weingarten die Herrschaft Blumenegg erwarb, wurde in der Nähe der Quelle ein Badehaus für 40 Kurgäste gebaut. Der Platz, der heute eine halbe Gehstunde hinter Buchboden liegt, wurde "roten Brunnen" genannt. Für die rot-braune Farbe des Gewässers sind Eisenabscheidungen der Grund.

    Die Erfolgsgeschichte der Mineralquelle wurde geschickt fortgesetzt. Im Jahre 1460 nutzte der Feldkircher Stadtarzt Ulrich Ellenbogen das Heilwasser von Rothenbrunnen für die Behandlung seiner Patienten. Jahrhunderte später, genauer 1960, wurde das Wasser untersucht. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein hervorragendes Mineralwasser handelt. 2005 übernahm Lorenz Bitsche den "roten Brunnen". Ein Jahr später wurde ein Wasserkraftwerk gebaut und das Gebäude saniert. Sogar ein Gastgarten mit Laube wurde errichtet und steht unter Naturschutz.

    Das eisenhaltige Wasser, das als Namensgeber fungiert, sprudelt noch heute aus der Erde.

    Die Gemeinde Sonntag erhielt im Jahre 1967 ihr Wappen. Entworfen hat das Gemeindewappen der Schrunser Künstler und Heraldiker Konrad Honold. Auf dem Schild prangt ein aufgerichteter Steinbock, der an die Besiedelung durch die Walser erinnern soll.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-09-20 17:35:08
    Letzte Änderung am 2016-10-03 15:23:41



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