• vom 18.10.2016, 16:04 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname?

Sisis liebstes Wasser




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    © Pressbaum © Pressbaum

    Bei einer Waldfläche von 78 Prozent zählt die niederösterreichische Gemeinde Pressbaum zu einer der waldigsten Österreichs. Bäume prägen aber nicht nur die Landschaft der Stadt, sondern auch den Ortsnamen. Einer jahrhundertealten Legende nach verweist dieser nämlich auf eine große, alte Eiche, die gefällt wurde.

    Der Stamm war als "Pressbaum" für eine Mostpresse bestimmt. Da er jedoch nicht sofort Verwendung fand, blieb er an Ort und Stelle liegen und diente als Rastplatz für jene, die sich auf dem Weg zur Kirche nach Purkersdorf am "Pressbaum" zusammenfanden.

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    Umgeben ist Pressbaum vom Wienerwald, und dieser lockte sogar Kaiserin Sisi an, die bekannt für ihre Passion für den Wienerwald war. Sisi unternahm Ausflüge in diese Gegend, wanderte über den Pfalzberg und machte im Gasthaus "Zur Pfalzau" in Pressbaum Rast, um sich an der schmackhaften Milch der Wienerwaldkühe zu erfrischen. Am 23. April 1882 besuchte sie in Pressbaum die Ursprungsquelle des Wienflusses, dessen Quellwasser ihr so gut mundete, dass sie es sogar für ihren Kaffee nach Schönbrunn bringen ließ. Seit damals heißt die Quellfassung "Kaiserbründl" und ist noch heute eine beliebte Sehenswürdigkeit.

    Pressbaum war von mehreren Ereignissen in der Geschichte stark geprägt. Es heißt, dass nach der Ersten Wiener Türkenbelagerung aus Wien geflüchtete Bewohner die Ersten waren, die im heutigen Pressbaum ansässig wurden. Vor allem Wald- und Forstarbeiter besiedelten Pressbaum im 17. Jahrhundert. Zunehmend entwickelte sich Pressbaum zu einem typischen Wienerwald-Holzfällerdorf. Der "Wienerwalddorfcharakter" ist mittlerweile dem urbanen Flair einer Großstadt-Umlandgemeinde gewichen. Aus kleinen Gewerbebetrieben wurden große Supermarktketten, zahlreiche traditionsreiche Wirtshäuser und Gaststätten sind heute geschlossen. In den 1990er Jahren schloss auch das letzte von drei Kinos in der Region, von denen sich zwei in Pressbaum befanden. Das einstige "Holzfällerdorf" besticht heute durch Urbanität. Nicht umsonst heißt es: Wer nach Pressbaum reist, steht vor den Toren Wiens.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
    Dokument erstellt am 2016-10-18 16:08:05



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