• vom 28.11.2016, 16:23 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname

Wo die Pfundskerle wohnen




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    © Gemeinde Pfunds © Gemeinde Pfunds

    Es gibt sie wirklich - die Pfunds-Kerle. Es ist eine dreiköpfige Musikgruppe aus Tirol, oder, etwas genauer: aus der Gemeinde Pfunds im Bezirk Landeck. Ihren Namen verdankt die Gemeinde aber nicht der Maßeinheit, sondern dem lateinischen Wort fundus, was auf Deutsch so viel heißt wie "Grund" oder "Boden". Und offenbar war man schon sehr früh der Ansicht, dass sich hier, im Oberinntal nutzbarer Grund befindet, denn erste Siedler dürften sich hier bereits vor etwa 3000 Jahren niedergelassen haben. Darauf deuten steinerne Graburnen hin, die in der Gemeinde Pfunds zu Beginn des 19. Jahrhunderts gefunden wurden.

    Der Ortsname taucht dann erstmals im Jahr 1282 in einer Urkunde auf, und zwar als "judicium Phundes". Später wurde daraus Pfondes, dann Phuns. Von 1282 bis 1809 hatte Pfunds sogar ein eigenes Gericht. Und noch heute erinnert daran der Richterhof mit seinem "Wappengang". Im Jahr 1810 wurde das Gericht dann nach Nauders verlegt.

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    Gute Lage
    für Geschäfte

    Von seiner Lage profitierte Pfunds. Denn zum einen musste man von Deutschland kommend auf dem Weg nach Italien über den Reschenpass und kam dabei unweigerlich durch Pfunds, das zudem auch nahe an der Grenze ins Engadin liegt. So kam es, dass sich für die Bewohner von Pfunds Verdienstmöglichkeiten durch die Reisenden ergaben. Allerdings war Pfunds dann auch 1499 direkt in den Engadiner Krieg beteiligt. Das war wiederum der Nachteil der Lage. In Pfunds lagerte Kaiser Maximilian I. mit seinen Soldaten, als das Haus Habsburg mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft um die Grenzregionen kämpfte - und verlor. Auch in den den Tiroler Freiheitskämpfen von 1703 und 1809 war Pfunds Schauplatz.

    Zweimal, nämlich im Jahr 1506 sowie im letzten Kriegsjahr 1918, wüteten Brandkatastrophen in der Tiroler Gemeinde. Dennoch ist noch alte, typisch rätoromanische Bausubstanz verblieben.

    Skizentren in
    unmittelbarer Nähe

    Heute leben in der Tiroler Gemeinde rund 2500 Einwohner. Sie lebten vor allem von der Landwirtschaft, aber auch vom Handwerk. Der Kinderreichtum bedingte, dass Pfundser auswandern mussten, ab 1850 auch nach Amerika. Heute ist der Tourismus eingezogen, er dient vielen als Arbeitgeber. Gleich drei mittlere bis größere Skigebiete (Samnaun/Ischgl, Nauders, Serfaus/Fiss/Landis) sind binnen einer halben Stunde von Pfunds aus erreichbar.

    Schon in den 1980er Jahren hat sich die Gemeinde zudem der Ökologie verschrieben, man setzte schon früh auf Solaranlagen und eine zentrale Heizanlage mit Biomasse. Mit ihrem Energieprojekt nahm die Gemeinde Pfunds auch an der Expo 2000 in Hannover teil, wurde dort als eines von acht österreichischen Expobeiträge auserkoren. Pfunds ist auch Mitglied des Klimabündnisses.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-11-28 16:29:05



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