• vom 29.11.2016, 16:33 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname

Ciao? Tschau!




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    © Tschau © Tschau

    Wer über die B3 in Kärnten in Richtung Italien fährt, könnte bei einem Schild vorbeikommen, das wie ein Abschiedsgruß klingt: Tschau.

    In Wahrheit ist es freilich der Wegweiser, der zu einem Kärntner Ort unweit der italienischen Grenze bei Arnoldstein führt. Wobei Italien keine Rolle spielte, warum die Siedlung bei Riegersdorf diesen Namen trägt. Ausschlaggebend waren in diesem Fall die Slowenen.

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    Direkt am Dreiländereck, mitten im schönen Gailtal, im Gemeindegebiet von Arnoldstein, liegt Tschau. Wer die komplizierten Namensverhältnisse in Tschau durchblicken möchte, der muss sich weder mit den Kärntner Ortstafeln, noch mit südösterreichischen Sprachminderheiten auseinandersetzen.

    Auch wenn sich die Entstehung der 103-Einwohner-Ortschaft nicht genau datieren lässt, findet Tschau die erste urkundliche Erwähnung im Urbar von 1334. In dem mittelalterlichen Verzeichnis als "Schaw" bezeichnet, vollzog der Name im Laufe der Geschichte mehrere Lautverschiebungen, bis er sich schließlich zum heutigen "Tschau" entwickelte.

    Anders, als man vielleicht vermuten würde, leitet sich der Name nicht von der naheliegenden italienischen Grußformel "Ciao" ab, sondern vom slowenischen "Čava". Das Wort "Čava" ist der slowenische Ausdruck für "Sauerampfer". Ob Tschau in der Vergangenheit also für das gehäufte Vorkommen an besonders saftigen Sauerampfern bekannt war oder gar die Wachau der Sauerampfer-Fans bezeichnete, lässt sich heute allerdings nur mehr vermuten. Zwar verlor der Sauerampfer über die Jahre an Bedeutung, dennoch spielt die Landwirtschaft auch heute noch eine große Rolle in der Arnoldsteiner Ortschaft. Mittlerweile mit dem Nachbarort Riegersdorf zusammengewachsen, ist Tschau umgeben von Wiesen, Feldern und Wäldern, die die Idylle des Ortes malerisch unterstreichen.




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    Dokument erstellt am 2016-11-29 16:38:08



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