• vom 10.01.2017, 14:57 Uhr

Stadt & Land


Woher kommt der Ortsname?

Die Lösung lag im Kochbuch




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    © Gemeinde Kukmirn © Gemeinde Kukmirn

    Obwohl die südburgenländische Gemeinde Kukmirn schon im Hochmittelalter 1185 erste urkundliche Erwähnungen findet, konnte die Herkunft des außergewöhnlichen Ortsnamens trotz vieler Versuche lange Zeit nicht schlüssig erklärt werden. Erst aufwendige Nachforschungen für ein Heimatbuch im Jahr 1982 kamen dem mysteriösen Ursprung des Namens auf die Schliche - und zwar durch einen Blick ins Kochbuch.

    Den Erstellern des Heimatbuches fiel in der alten Literatur aus der Gegend ein bedeutsames Detail auf. In vielen jahrhundertealten Medizin-, Natur- und Kochbüchern sowie in Rezeptsammlungen war von "Cucumern" in zahlreichen leicht abgewandelten Formen die Rede ("Cucumeren", "Kukummern", "Kukumern" usw.). Die Ähnlichkeit der Begriffe zum Ortsnamen machte die Heimatforscher neugierig. "Cucumern", vom lateinischen Cucumis, stellte sich schnell als Sammelbegriff für Kürbisgewächse wie Kürbisse, Gurken und Melonen heraus. Die großzügige und vielseitige Verwendung der Cucumern in regionalen Kochrezepten und zu medizinischen Zwecken lässt auf ein reges Vorkommen von diesem Gemüse in der Gegend rund um Kukmirn schließen.

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    Das Problem: Die frühesten erwähnten Cucumern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren neuzeitliche Edelformen des Gemüses, der Name Kukmirn wurde aber bereits im Hochmittelalter urkundlich erwähnt, als es noch keine Edelzüchtungen gab. Als Namensgeber wurde daher vielmehr die wilde Urform der Cucumern angenommen. Und tatsächlich: In einem Brief von Papst Hohorius III von 1225 an die ungarischen Benediktineräbte ist von "Cucumeres altia" die Rede. Wilde Kukumeren und ägyptische Melonen sollten laut dem Kirchenoberhaupt rund um das heutige Kukmirn vorkommen. Die Gegend um Kukmirn stach also durch die außerordentlich guten Bedingungen für Kürbisgewächse und ein auffallend hohes Vorkommen an den wilden Cucumern heraus, wodurch Kukmirn zu seinem Namen kam.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-01-10 15:02:05



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