Hamburg/Berlin. Der traditionsreiche deutsche Autokonzern Opel will aufgrund der Absatzkrise in Europa tausende Beschäftigte in Zwangspause schicken. Die Geschäftsleitung verhandle derzeit mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag. Es gehe um das Stammwerk in Rüsselsheim mit fast 14.000 Beschäftigten, wo das Topmodell Insignia und der kompakte Astra vom Band laufen. Aus Arbeitnehmerkreisen verlautete, auch das Komponentenwerk in Kaiserslautern mit 2500 Mitarbeitern sei betroffen.
Die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit gelten soll, nannte Opel nicht. Allerdings ist davon auszugehen, dass mehrere tausend Opelaner davon betroffen sein werden. Ein ranghoher Arbeitnehmervertreter sagte, in den Verhandlungen gehe es um die Beschäftigten aller Bereiche in Rüsselsheim, also auch der Verwaltung und des Entwicklungszentrums. Betriebsrat und IG Metall äußerten sich nicht.
Marktanteil sank
unter sieben Prozent
Opel leidet besonders unter dem Absatzrückgang in Europa und kann die Produktion kaum noch auslasten. Dadurch drohen die Kosten das Unternehmen zu erdrücken. Auf den Höfen reihen sich unverkaufte Autos auf, wodurch enorme Summen an Kapital gebunden sind. Der Europa-Absatz von Opel/Vauxhall schrumpfte im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 457.630 Fahrzeuge. Der Marktanteil fiel unter die Marke von sieben Prozent und liegt damit weit entfernt von dem Niveau, das Opel vor vielen Jahren hatte, als man mit einem Anteil von 20 Prozent VW noch die Stirn bieten konnte.
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