
Wien. Ein Prinzip, das die Welt im Sturm erobert hat: Seit die Online-Enzyklopädie Wikipedia im Jahr 2001 aus der Taufe gehoben wurde, ist "Wiki" (hawaiisch für "schnell") zum Synonym für effizientes und fundiertes Wissensmanagement geworden. Das Konzept von Wikipedia, das das Zusammentragen, Redigieren sowie die Verfügbarmachung von Informationen online neu organisiert, hat inzwischen in den unterschiedlichsten Bereichen seine Anwendung gefunden. So auch in der Wirtschaft, wo es unter dem Begriff Enterprise Wiki auf dem Vormarsch ist.
"Ein Enterprise Wiki ist eine Software, die ermöglicht, Wissen zu dokumentieren und zu explizieren", erläutert Martin Seibert, Geschäftsführer der deutschen Seibert Media GmbH und Autor des Ratgebers "Enterprise Wikis. Die erfolgreiche Einführung und Nutzung von Wikis in Unternehmen".
Kommunikation als Trumpf
Charakteristisch an dieser Form des Wissensmanagements ist der Stellenwert der Kommunikation und der gemeinschaftlichen Pflege der Inhalte. "Ein Enterprise Wiki ist eine Kollaborationsumgebung, die die Zusammenarbeit effizienter und auch angenehmer macht", ergänzt Andreas Blumauer, Geschäftsführer der Wiener Semantic Web Company. Im Kern bezeichnen diese Wikis im Regelfall kommerzielle Produkte, die Teile des betrieben Dokumente- und Wissensmanagements auf Online-Plattformen auslagern. Wie bei Wikipedia lassen sich auf diesen Plattformen einzelne Themen, Kunden oder Projekte per Internetadresse ansteuern, einsehen, aber auch bearbeiten.
Im Vergleich zu herkömmlichen Formen des Wissensmanagements, das vielfach auf der Basis von Email-Verkehr, mitgeschickten Anhängen und der lokalen Ablage von Dokumenten organisiert ist, bieten Enterprise Wikis mehrere entscheidende Vorteile: "Mit Enterprise Wikis arbeiten alle Berechtigten an ein- und demselben Papier, sie arbeiten alle an einer Stelle, da jedes Dokument eine per Browser ansteuerbare URL hat", führt Blumauer aus.
Die Vorteile aus derartigen webbasierten Konzepten liegen für den Web-Experten auf der Hand. Zunächst wird die Suche nach Informationen und Dokumenten schlagartig einfacher als etwa die Suche nach Dokumenten, die vielfach über Server und Abteilungen verteilt sind. Daneben bietet sich die Möglichkeit, Dokumente auf der Web-Plattform miteinander zu verlinken, was in einem dezentralen Ablagesystem kaum praktikabel ist. Und schließlich lassen sich – sofern die Berechtigung vorhanden ist – Inhalte problemlos verändern, was wiederum Eingang in eine transparente Änderungshistorie findet.
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