• vom 14.07.2011, 15:59 Uhr

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Update: 14.07.2011, 18:00 Uhr

Lehre

Versicherungsschutz bei Schnupperlehre




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  • Unternehmer-Logbuch
  • Arbeitsluft schnuppern bei Schulveranstaltung oder auf private Initiative:
  • Was versicherungsrechtlich zu beachten ist.



In einer "Schnupperlehre" können Jugendliche kurzfristig und ohne Entgelt den Alltag eines Betriebs beobachten und dabei einzelne Arbeitsschritte ausprobieren.

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Unterschieden wird bei der "Schnupperlehre" zwischen Schulveranstaltungen beziehungsweise schulbezogenen Veranstaltungen (berufspraktische Tage, individuelle Berufsorientierung) und der Schnupperlehre im Rahmen privater Initiative.

Da es sich bei den berufspraktischen Tagen um eine Schulveranstaltung und bei der individuellen Berufsorientierung um eine schulbezogene Veranstaltung handelt, die durch den Klassenvorstand zu genehmigen ist, sind die Schüler in diesen Fällen in gleicher Weise kranken- und unfallversichert wie etwa beim Unterricht im Klassenzimmer oder auf Exkursion.

Bei der privaten Schnupperlehre besteht ein Krankenversicherungsschutz meist durch die Mitversicherung bei den Eltern. Unter Umständen könnte der Krankenversicherungsschutz auch durch einen allfälligen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung gegeben sein (zum Beispiel bei Jugendlichen nach der Schulpflicht). Besteht bei einem Jugendlichen - aus welchen Gründen immer - kein entsprechender Krankenversicherungsschutz, sollte der Betrieb von einer privaten Schnupperlehre Abstand nehmen. Der Jugendliche steht bei privater Schnupperlehre unter Unfallversicherungsschutz. Dabei ist zwischen privaten Initiativen Schulpflichtiger in der schulfreien Zeit und privaten Initiativen von Jugendlichen nach der Schulpflicht zu unterscheiden.

Der Betriebsinhaber muss keine Meldung bei der AUVA erstatten. Ein Beitrag zur Unfallversicherung ist ebenfalls nicht zu entrichten, da der Schüler über die Schülerunfallversicherung versichert ist. Dabei muss es sich um Schüler im oder nach dem achten Schuljahr handeln. Weiters darf die Berufsorientierung an höchstens 15 Tagen pro Betrieb und Kalenderjahr erfolgen. Die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten muss vorliegen.

Keine Eingliederung in Arbeitsprozess

Es muss auch eine Bestätigung vorliegen, dass der Schüler über relevante Rechtsvorschriften wie etwa jugendschutzrechtliche Bestimmungen, Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes und arbeitshygienische Vorschriften hingewiesen wurde. Es darf zu keiner Eingliederung in den Arbeitsprozess kommen, da durch die Berufsorientierung weder ein Lehr- noch ein sonstiges Arbeitsverhältnis begründet wird. Handelt es sich um private Initiativen von Jugendlichen nach der Schulpflicht, so ist der Jugendliche vom Betriebsinhaber zur gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden. Der Unfallversicherungsbeitrag ist mit 12 Cent pro Tag festgelegt.

Der Betriebsinhaber sollte auf einer schriftlichen Zustimmung des Erziehungsberechtigten zur Schnupperlehre bestehen. Es darf unter keinen Umständen eine Eingliederung der Jugendlichen in die betriebliche Organisation stattfinden, da in diesem Fall ein Arbeitsverhältnis mit allen arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen entsteht. Der Schüler darf zu keiner Arbeit verpflichtet werden und unterliegt keinen Weisungen des Betriebsinhabers. Sollte der Schüler einzelne Handgriffe ausprobieren dürfen, ist dabei auf die körperliche und geistige Reife Bedacht zu nehmen. Der Unternehmer verstößt sonst gegen die Regeln des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes.

In Zusammenarbeit mit den Experten der Wirtschaftskammer Wien. Weitere Informationen erhalten Sie unter 01 51450 DW - 1620.




Schlagwörter

Lehre, Tipps, Unternehmen

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-07-14 16:05:12
Letzte Änderung am 2011-07-14 18:00:50


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