
Wien. (hes) Der Hype um Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Xing kennt kaum Grenzen. 2,8 Millionen Österreicher sind auf Facebook vertreten. Bei LinkedIn sind es rund 160.000, bei Xing sollen es gut doppelt so viele sein. Für die Personalrekrutierung tut sich hier eine gigantische Spielwiese auf. Die Möglichkeiten reichen vom Firmenauftritt, der das Unternehmensimage pflegen soll, über innovative Stellenanzeigen bis zur aktiven Suche nach Mitarbeitern oder Infobeschaffung über bereits identifizierte Kandidaten. In der Personalbeschaffung spielen diese neuen Kommunikationsformen zwar eine aufstrebende, aber noch untergeordnete Rolle: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Anbieter von Online-Jobportalen Monster Worldwide Austria unter Österreichs Top500-Unternehmen durchführen ließ.
"Obwohl Social-Media-Anwendungen generell von 42 Prozent als positiv betrachtet werden, ist der Einsatz von Kanälen wie Xing, Facebook, Twitter, LinkedIn oder YouTube noch verhalten", sagt Studienautor Sven Laumer von der Universität Bamberg. "Am stärksten wird im Rahmen von Image-Werbezwecken auf Facebook gesetzt." Davon machen immerhin 35 Prozent der befragten Unternehmen Gebrauch - über YouTube versuchen nur 17 Prozent ihre Außendarstellung zu verbessern, bei Xing sind es knapp 16 Prozent. Für die aktive Suche nach Kandidaten für einen Job oder Schaltung von Stellenanzeigen wird praktisch nur Xing genutzt (21 Prozent und 17,5 Prozent) - die anderen Plattformen liegen hier im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Mobiles Recruiting, also der Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones, ist ein Nischenthema, das nur von 7,7 Prozent der Unternehmen eingesetzt wird.
Der berüchtigte Facebook-Check, also die Erkundung möglicher kompromittierender privater Seiten von Jobkandidaten, ist laut Laumer nicht die Regel: Den Unternehmen würde es allein schon an Personal fehlen, um die Profile aller Bewerber systematisch zu screenen. Dennoch sollten Karrierebewusste auf ihre seriöse Außendarstellung achten. Denn wenn sich ein einzelner Kandidat als Favorit herauskristallisiert hat, kommt es durchaus vor, dass der Facebook- (17 Prozent) oder Xing-Account (24,5 Prozent) konsultiert wird - insbesondere dann, wenn der Bewerber selbst in seinen Unterlagen darauf hingewiesen hat.
Klarer Plan, wohin man will
"Die 500 größten Unternehmen aus Österreich sind eher verhalten in der Nutzung von Social-Media-Anwendungen in der Rekrutierung", konstatiert Laumer. Woran scheitert es, dass die Unternehmen die neuen Kommunikationskanäle nutzen, um ihren idealen Mitarbeiter herauszufiltern? Oft fehlt es an konkreten Zielen und Strategien. Nur knapp 16 Prozent der Unternehmen haben einen Redaktionsplan, der ihre Aktivitäten steuert. Allzu selten wird der Einsatz dieser Plattformen auf die anderen Arten der Personalgewinnung abgestimmt. Das ist nicht einmal bei einem Viertel der Unternehmen der Fall.

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