Wien. (hes) Jeder fünfte Arbeitnehmer in Österreich (20 Prozent) ist mit seinem Job nicht restlos glücklich und denkt über einen Wechsel nach. Das Hauptmotiv ist für fast jeden zweiten Wechselwilligen ein zu geringes Einkommen (49 Prozent), gefolgt von fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten (29 Prozent), dem Drang, Neues auszuprobieren (23 Prozent), oder dem schlechten Betriebsklima (22 Prozent). Eher seltener eine Rolle spielen die Gefährdung des Arbeitsplatzes (13 Prozent), ein unkooperativer Chef (10 Prozent) oder Mobbing (6 Prozent). Kurz vor dem Absprung steht rund ein Drittel der Wechselwilligen - sie denken einmal pro Woche oder noch öfter darüber nach, sich zu verändern.
Sehr zufrieden sind mit ihrer beruflichen Situation übrigens 43 Prozent - unter diesen denken nur 5 Prozent daran, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Einigermaßen zufrieden sind 48 Prozent der Befragten. Nicht besonders zufrieden sind 6 und gar nicht zufrieden 3 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative "Jobwechsler Studie 2012", die Jobvermittler Monster Worldwide Austria erstmals unter 1000 Österreichern, darunter 538 unselbständig Erwerbstätigen, durchgeführt hat.
Wiener wenig wechselwillig
Interessant ist, welche Bevölkerungsgruppen besonders unglücklich sind: "Festzustellen ist, dass sich jüngere Arbeitnehmer intensiver mit dem Wechsel auseinandersetzen als ältere", sagt Monster-Austria-Chefin Barbara Riedl-Wiesinger. Es sind tendenziell auch die weniger gebildeten Erwerbstätigen, die sich gerne verändern würden. In Wien ist die Wechselbereitschaft vergleichsweise gering (15 Prozent), im Westen und Süden (Vorarlberg, Salzburg, Tirol, Kärnten) besonders hoch (25 Prozent).
Das Meinungsforschungsinstitut Imas hat daneben untersucht, wie sich die Arbeitszufriedenheit im langfristigen Trend entwickelt hat. Das erstaunliche Resultat: Es gibt über die Jahrzehnte eine überraschend hohe Konstanz - die Prozentanteile bewegen sich seit 1979 innerhalb einer Schwankungsbreite von wenigen Prozentpunkten.
Und das, obwohl sich in dieser Zeitphase tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt vollzogen haben, wie Riedl-Wiesinger betont. Die heutigen Berufstätigen erklären zwar, mehr leisten zu müssen als früher. Sie haben aber im Gegenzug kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub, höhere Realeinkommen und verbesserte Rahmenbedingungen wie Karenzzeiten oder Kündigungsschutz.
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