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Update: 08.10.2013, 15:33 Uhr

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Von Rosa Eder-Kornfeld

  • Unternehmen, die auf Spontanbewerbungen nicht reagieren, tun nichts Gutes für ihr Image
  • Noch nicht selbstverständlich: ein respektvoller Umgang mit Bewerbern.

Noch immer keine Antwort: Jobsuchende brauchen viel Geduld.

Noch immer keine Antwort: Jobsuchende brauchen viel Geduld.© Foto: fotolia Noch immer keine Antwort: Jobsuchende brauchen viel Geduld.© Foto: fotolia

Wien. Wer einen Job sucht, kann verschiedene Wege beschreiten. Einer davon ist die Initiativ- oder Spontanbewerbung. Damit wird signalisiert: "Ich will in diesem Unternehmen mitarbeiten, gebt mir eine Chance." Es könnte ja schließlich gerade eine Stelle frei geworden sein, die noch nicht offiziell ausgeschrieben wurde und die ideal zum Profil des Kandidaten passt. Umso frustrierender ist es, wenn das Bewerbungsschreiben offenbar im Nirwana landet.

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Obwohl sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass ein respektvoller Umgang mit Bewerbern für die Imagepflege förderlich ist, machen sich noch immer nicht alle Unternehmen die Mühe, auf Initiativbewerbungen richtig zu reagieren. Das belegt auch die "Career’s Best Recruiters"-Studie 2012/13, in deren Rahmen testweise mehr als 2000 Spontanbewerbungen an Österreichs größte Arbeitgeber geschickt wurden. 70 Prozent davon wurden innerhalb der als angemessen festgelegten Frist von zehn Tagen beantwortet, 30 Prozent später - teilweise auch erst nach Monaten - oder gar nicht.

Getestet wurde zudem, wie Arbeitgeber auf Anrufer reagieren, die das Unternehmen einfach näher kennenlernen wollen. Bei 76 Prozent der Unternehmen klappte zwar die Kontaktaufnahme zur Personalabteilung, jedoch gingen nur 27 Prozent vorbildlich mit den Anrufern um, indem sie mit Offenheit und Freundlichkeit überzeugten.

Perfekt im Umgang mit Bewerbern ist in Österreich das Pharmaunternehmen Roche, das in dieser Kategorie als das beste Unternehmen gekürt wurde. Zwischen sieben und 15 Initiativbewerbungen landen jede Woche bei Veronika Unweis, Recruitingverantwortliche bei Roche Austria. Dass man ihnen rasch antwortet, sei selbstverständlich, Absagen werden individuell begründet. "Der Bewerber spricht ja auch mit Freunden und Bekannten darüber, welchen Eindruck er von uns gewonnen hat", sagt Unweis. Allen Jobkandidaten, mit denen sie persönlich gesprochen hat, gibt sie telefonisch Feedback. "Das gehört für uns zum guten Ton", sagt sie. Auch werden Anrufer nicht von der Telefonistin abgewimmelt, sondern zu Unweis weiterverbunden: Es könnte schließlich ein geeigneter Kandidat darunter sein.

Neuer Markenauftritt für Recruiting-Studie
Der Umgang mit Bewerbern ist neben Online-Recruiting-Präsenz und Recruiting-Aktivitäten die dritte Säule bei Österreichs größter Recruiting-Studie, die nun ein neues Gesicht bekommt: aus "Career’s Best Recruiters" wird "Best Recruiters". Am 7. November um 14.30 Uhr präsentieren Studieninitiator Markus Gruber und Studienleiter Helmuth Stöber die Österreich-Ergebnisse der neuen Studie bei der "Personal Austria". Gesamtsieger im Vorjahr war die Unternehmensberatung Deloitte Österreich.

Absageschreiben: Der Ton macht die Musik

"Danke für Ihr Schreiben vom...Leider müssen wir Ihnen mitteilen..." So beginnen die meisten Absageschreiben, und sie zählen nicht gerade zu den beliebtesten Aufgaben von Personalverantwortlichen. Karriereberaterin Doris Brenner rät, das Thema, auch wenn es noch so lästig ist, nicht zu vernachlässigen und ein wenig Zeit dafür zu verwenden.

Regel Nummer eins lautet: Auf alle Bewerbungsschreiben antworten, auch auf Initiativbewerbungen. Bewerber, die überhaupt keine Antwort oder erst nach Wochen einen nichtssagenden unpersönlichen Absagebrief bekommen, sind in der Regel frustriert. Negative Mundpropaganda ist vorprogrammiert, potenzielle weitere Bewerber werden abgeschreckt. Unternehmen, die respektvoll mit Bewerbern umgehen, heben damit ihr Image in der Öffentlichkeit.

Wie übermittelt man nun die schlechte Nachricht am besten? "Vermeiden Sie geschwollene Formulierungen und leere Standardphrasen und versuchen Sie, dem Bewerber so offen wie möglich Ihre Situation und die Gründe für die Absage mitzuteilen", rät Brenner. Es spreche auch nichts gegen ein kleines "Giveaway" als Dankeschön für das Interesse an einer Mitarbeit im Unternehmen.

Wer mit einem Kandidaten bereits ein Gespräch geführt hat, sollte seine Absage etwas spezifischer formulieren. "Das Feedback bietet eine Hilfestellung im Hinblick auf weitere Bewerbungen", so Brenner.

Noch besser ist ein Telefonat, eine von Seiten der Bewerber sehr positiv honorierte Geste und ein Zeichen der Wertschätzung. Die Bewerbungsunterlagen sollten bei einer Absage zurückgeschickt werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-10-08 15:17:06
Letzte ─nderung am 2013-10-08 15:33:00



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