Graz. Vor zwei Jahren kam der Listerien-Skandal ans Licht der Öffentlichkeit: Acht Menschen sind in Österreich und Deutschland nach dem Konsum eines in Hartberg produzierten Quargels gestorben. Seither läuft ein Ermittlungs-Marathon, dessen Ende laut Staatsanwaltschaft Graz nun auf der "Zielgeraden" ist. Inzwischen sind alle Gutachten eingelangt, die Aufschluss darüber geben sollen, ob die Listeriose im Käse der Firma Prolactal den Tod von acht Personen mitverursacht hat und welche Gesundheitsschäden die anderen Patienten davongetragen haben. Im Ermittlungsverfahren geht man laut Anklagebehörde von fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge aus. Nach Prüfung aller Gutachten wird über eine Anklage entschieden. Der Strafrahmen beträgt sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Fünf ehemalige Mitarbeiter stehen unter Verdacht.
Mit einem Vergleich war indes im Juni 2011 eine Klage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen Prolactal in Vertretung von sechs Erkrankten und zwei Erben ausgegangen. Das Ministerium hatte den Verein beauftragt, für Menschen, die sich durch den Konsum des mit Listerien kontaminierten Quargel-Käses von Prolactal geschädigt fühlen, verschuldensunabhängige Produkthaftungsansprüche geltend zu machen.
VKI-Klage erfolgreich
Der VKI hat für die acht geschädigten Personen Schadenersatzansprüche in Höhe von 76.000 Euro geltend gemacht. Beim Standort von Prolactal in Hartberg blieb nach dem Skandal kein Stein auf dem anderen: Die Quargelproduktion wurde gänzlich eingestellt, das Werk konnte nur mit Mühe vor der kompletten Schließung gerettet werden.