
Wien. (sf) "Natürlich süß mit Stevia", "Natürlich erfrischend", "Süße aus natürlicher Quelle", "Das erste Ketchup mit natürlichem Süßstoff" - so beschreiben heimische Hersteller ihre neuen Getränke und Lebensmittel mit dem Süßstoff Stevia. Das Gesundheitsministerium kündigt nun an, die Kennzeichnung von Stevia-Produkten in den nächsten Wochen und Monaten zu überprüfen: "Wenn ein Produkt als natürlich ausgelobt wird, müssen die Inhaltsstoffe natürlich sein", sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Steviolglycosid (E960), der Süßstoff der südamerikanischen Stevia-Pflanze, werde jedoch synthetisch hergestellt.
Vom Badezusatz zum Zucker-Ersatz
Stevia durfte lange in Österreich nur als Badezusatz verkauft werden. Seit der Zulassung von Steviolglycosid Anfang Dezember 2011 in der EU kommen immer mehr Stevia-Produkte in die Regale. Seit Mitte Dezember bietet der niederösterreichische Produzent Radlberger das Getränk Stevita an. In den ersten drei Monaten wurden 600.000 Flaschen verkauft, heuer sind zwei Millionen das Ziel. Christian Weisz, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, verteidigt den Hinweis "Natürlich süß mit Stevia" auf den Flaschen: "Wir sind überzeugt, dass unsere Kennzeichnung den gesetzlichen Rahmenbedingungen entspricht. Das Süßungsmittel hat eine Pflanze als Ursprung."
Von Joghurt bis Ketchup
Felix stellt seit kurzem eine Ketchup-Variante mit Stevia her, Danone hat Danvia Joghurts und Molkegetränke entwickelt, die als "natürliches Geschmackserlebnis" angepriesen werden. "Die getrockneten Steviablätter werden zerkleinert, um nach mehreren Verarbeitungsschritten (Filtration, Entfärbung, Entsalzung etc.) in reiner, kristalliner Form bei der Produktion zum Einsatz zu kommen", heißt es von Danone.
Bei einer Falschkennzeichnung kann die Lebensmittelaufsicht die Unternehmen zur Änderung auffordern und eine Verwaltungsstrafe aussprechen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.