Wien. (apa/sf) Vermeintliche "Gratis"-Angebote und Streitigkeiten beim Rücktritt von Verträgen oder der Beendigung von Abos im Internet waren die häufigsten Beschwerdegründe 2011 beim Internet-Ombudsmann. Anfragen rund um Online-Dienstleistungen, Datenschutz, Urheberrechte und Internetbetrug nehmen zu, sagt Projektleiter Bernhard Jungwirth.
2011 wurden beim Internet-Ombudsmann Schäden in der Höhe von fast 880.000 Euro gemeldet, rund 84 Prozent der Fälle konnten durch Schlichtung, Vermittlung und Beratung erfolgreich bearbeitet werden. Die durchschnittliche Schadenshöhe lag bei rund 185 Euro, durch die Arbeit des Ombudsmanns mussten Verbraucher bis zu 740.000 Euro nicht zahlen.
Für 2012 erwartet Jungwirth einen Anstieg der Beschwerden rund um Kostenfallen bei Gratis-Apps und Datenschutz. Auch Urheberrechtsverletzungen würden immer wichtiger. Jungwirth warnt vor "Fake-Abmahnungen", die derzeit im Umlauf seien. Neben dem Ombudsmann können sich Verbraucher auch an den Verein für Konsumenteninformation (VKI) oder die Arbeiterkammer wenden.
Auch die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Verbraucher auf dem grenzüberschreitenden Online-Markt sei intensiviert worden, sagte Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer. Die europäische Verbraucherrechte-Richtlinie etwa verlange einen deutlichen Hinweis zu Preis, Vertragsdauer und Kündigungsmöglichkeiten. Der Verbraucher muss einen Button anklicken, auf dem klar erkennbar ist, dass eine Zahlungspflicht besteht. Am Online-Markt heiße Unterschreiben nämlich "Bestell-Knopf-Drücken". Bis Dezember 2013 wäre diese Richtlinie umzusetzen, aber: "Wir wollen schneller sein", so Hundstorfer, "es geht darum, Verbraucherrechte noch besser abzusichern."
watchlist werden verdächtige Domains und Anbieter angeführt und laufend aktualisiert.