Wien. Vom Webshop bis zum Online-Forum, von der digitalen Warenstandsanzeige bis zur Nutzung großer Serverzentren: Gemeinnützige Organisationen müssen auch in technologischer Hinsicht stets am Ball bleiben. Weil aber jede effiziente Verwaltung einer kostspieligen modernen Computerinfrastruktur bedarf, stoßen gerade kleinere Organisationen vielfach an ihre finanziellen Grenzen. Ein Missstand, den zu lindern sich mehrere Softwarehäuser zum Ziel gesetzt haben: Mit dem Aufbau der Softwarespenden-Plattform stifter-helfen.at, die im Herbst das Licht der Welt erblickt, soll NGOs der Zugang zu modernen, aber zugleich leistbaren Computerprogrammen eröffnet werden.
Das IT-Dilemma vieler NGOs ist weder neu oder unbekannt, vielfach aber noch ungelöst. "Das Thema Softwarespenden ist kontinuierlich gewachsen", berichtet Barbara Warecka, bei Microsoft Österreich zuständig für Corporate Social Responsibility (CSR), im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Immer mehr Unternehmen hätten das Angebot, das Softwarehäuser gemeinnützigen Organisationen unterbreiten, genutzt und Anträge auf die Überlassung kostengünstiger Software gestellt. Die Anträge, die dabei direkt an Microsoft gerichtet wurden, nahmen indes so stark zu, dass der mit der Prüfung der Anträge verbundene administrative Aufwand auszuufern drohte. Folglich begab man sich auf die Suche nach einem Partner - und wurde bei stifter-helfen.de fündig.
Das deutsche Spenden-Portal, das unter dem Untertitel "IT for Nonprofits" firmiert, ermöglicht NGOs seit 2008 einen vereinfachten Zugang zu stark verbilligten Softwareprodukten von Cisco, Microsoft, SAP, Symantec und anderen Anbietern. Auf Basis festgesetzter Kriterien zur Feststellung der Gemeinnützigkeit einer Spenden beantragenden Organisation eröffnet sich NGOs hier eine breite Palette an Büroprogrammen, Verwaltungssoftware und Serverlösungen - zum Niedrigsttarif: Gegen die Entrichtung einer Verwaltungsgebühr können hier per Klick Softwarespenden über einen Webshop beantragt werden. Eine Verwaltungsgebühr, die je nach Produkt von wenigen Euro bis zu Summen über 100 Euro variiert. Das Prädikat "Spenden" verdienen die Angebote angesichts Wareckas Äußerungen dennoch: "Diese Gebühren sind ein fixer Prozentsatz des Produktpreises, der bei 4 Prozent liegt", erläutert die CSR-Verantwortliche.