• vom 07.09.2012, 14:53 Uhr

Konsum & Gesellschaft

Update: 07.09.2012, 17:34 Uhr
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Bei Dr. Google ist Vorsicht geboten


Von Sophia Freynschlag

  • Ärzte warnen Laien vor Selbstdiagnose mittels Suche im Internet.

Selbstdiagnose übers Internet ist gefährlich: Web-Nutzer sollten darauf achten, wer hinter dem Informationsangebot steckt.

Selbstdiagnose übers Internet ist gefährlich: Web-Nutzer sollten darauf achten, wer hinter dem Informationsangebot steckt.© REUTERS Selbstdiagnose übers Internet ist gefährlich: Web-Nutzer sollten darauf achten, wer hinter dem Informationsangebot steckt.© REUTERS

Wien. Stechende Kopfschmerzen? Schwindelgefühl? Taubheitsgefühl im Finger? Wer Symptome entdeckt, schaut heute oft lieber zuerst im Internet nach, bevor er zum Arzt geht. Bei der Suche nach Krankheitsbildern und Behandlungen finden sich neben unzähligen Gesundheitsportalen auch Online-Foren, in denen sich Betroffene austauschen.

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Selbst-Diagnose ist jedoch gefährlich: Denn bei stechenden Kopfschmerzen spuckt die Suchmaschine zum Beispiel Ursachen von Migräne bis zum Hirntumor aus, und manche Informationen sind lückenhaft oder veraltet.

Die richtigen Fragen stellen
"Wie sollen Laien angesichts der vielen Suchergebnisse unterscheiden, welche Diagnose auf sie zutrifft?", sagt Robert Hawliczek, Referent für E-Health in der Österreichischen Ärztekammer.

Die Niederösterreichische Patientenanwaltschaft empfiehlt in einem Ratgeber, die Suche nicht über eine Suchmaschine, sondern über den direkten Aufruf einer vertrauenswürdigen Seite zu beginnen (siehe Kasten). Kritisch hinterfragen sollten Nutzer Portale von gewinnorientierten Unternehmen, die oft auch von Firmen gesponserte Artikel enthalten.

Auch wenn es die Nerven mancher Ärzte strapaziert, wenn ihre Patienten mit ausgedruckten Internet-Seiten in ihre Praxis kommen - das Internet macht Laien mündiger. "Patienten sind durch das Internet besser informiert und können so dem Arzt gezieltere Fragen stellen. Als Information vor und nach einem Arzttermin eignet sich das Web, wenn man etwa einen Fachausdruck nicht verstanden hat", sagt Fritz Höllerer, Geschäftsführer von Aeskulapp Mobile und Mitgründer der Arzneimittelsuche Diagnosia.com. Auf der Diagnosia-Webseite finden sich Beipacktexte für Laien und Fachinformationen für Mediziner, die von Pharmafirmen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich sind Fachartikel von Experten wie Ernährungswissenschaftern oder Physiotherapeuten abrufbar, die laut Höllerer nicht gesponsert werden.

Was macht seriöse Websites aus?

Werbung muss klar als solche gekennzeichnet sein.

Die Qualifikation und Unabhängigkeit der Autoren muss ersichtlich sein.

Die aufgestellten Behauptungen bezüglich Risiken, Nutzen und Effizienz müssen durch Angabe von Quellen belegt sein.

Erhobene Nutzerdaten müssen den Bestimmungen der Datenschutzrichtlinien unterliegen.

Angaben müssen das Datum der Veröffentlichung bzw. der letzten Aktualisierung enthalten.

Das Impressum muss Angaben über die verantwortlichen Personen und die Finanzierung des Angebots enthalten.

Es muss der Hinweis zu finden sein, dass ein Angebot nicht dazu dienen kann, eine selbständige Diagnose zu erstellen oder einen Arztbesuch zu ersetzen.

Zu den öffentlichen Seiten zählenwww.gesundheit.gv.at und www.patienteninformation.de

Das HON-Siegel, wie es etwa die Seite www.netdoktor.at trägt, garantiert für acht Kriterien wie Transparenz und Sachverständigkeit, aber nicht für den Inhalt.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-07 14:59:09
Letzte Änderung am 2012-09-07 17:34:41


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