• vom 16.04.2014, 15:56 Uhr

Konsum & Gesellschaft

Update: 16.04.2014, 16:58 Uhr

Reparatur

Handys länger klingeln lassen




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Von Andrea Möchel

  • Handys und Smartphones werden viel zu schnell entsorgt. Dabei kann man sogar defekte
  • Geräte mithilfe von Reparaturanleitungen der Online-Plattform iFixit häufig selbst reparieren.

Selbst reparieren: Für einige Handys ist Spezialwerkzeug nötig.

Selbst reparieren: Für einige Handys ist Spezialwerkzeug nötig.© fotolia/martiapunts Selbst reparieren: Für einige Handys ist Spezialwerkzeug nötig.© fotolia/martiapunts

Wien. Wie lange haben Sie Ihr Handy schon? Ein Jahr? Zwei Jahre? Dann spielen Sie doch sicher mit dem Gedanken, das "alte" Handy durch ein neueres Modell zu ersetzen. Obwohl: "Die Nutzungsdauer von Handys und Smartphones hat wenig mit ihrem tatsächlichen Lebenszyklus zu tun", geben die Experten der Arbeiterkammer in ihrer Broschüre "Handys und ihre Lebensdauer" zu bedenken. "Mobilfunkverträge mit subventionierten Neugeräten im Zwei-Jahres-Rhythmus und der rasche Modellwechsel, bei dem oft relativ geringe Änderungen als revolutionäre Neuerungen verkauft werden, schüren die Nachfrage. Ob ein tatsächlicher Bedarf vorhanden ist, steht auf einem anderen Blatt."

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Reparieren statt wegwerfen
Der häufige Handywechsel belastet auch die Geldbörsen. "Es ist leicht nachzurechnen, dass das Null-Euro-Handy bei Berücksichtigung der Gesamtkosten nicht jenes Schnäppchen ist, als das es präsentiert wird", warnen die AK-Experten. Doch wer einen längeren Nutzungszeitraum seines Gerätes erreichen will, muss einige Dinge beherzigen.

Das beginnt schon bei der Kaufentscheidung. "Der alte Spruch, wer billig kauft, kauft zweimal, trifft bei Handys schon auch zu", sagt Matthias Huisken von der Reparatur-Plattform iFixit, einer Art Wikipedia für Reparaturen. "Ein hoher Preis ist allerdings keine Garantie für eine gute Reparierbarkeit des Gerätes. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, sich vorab zu informieren." So zerlegen die Experten von iFixit regelmäßig die neuesten Geräte und bewerten deren Reparierbarkeit nach einem Punktesystem.

Die Idee zur Selbstreparatur von Elektrogeräten kommt aus den USA. Bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Produkte, vom iPhone bis zum Auto, sollen dabei helfen, mit etwas Mut und handwerklichem Geschick Geräte selbst wieder instand zu setzen.

Seit wenigen Monaten betreiben die beiden Deutschen Matthias Huisken und Matthias Mayer, das erste europäische iFixit-Reparaturportal samt Webshop, in dem man Werkzeuge und Ersatzteile für technische Geräte kaufen kann. Der Versand erfolgt derzeit in 30 europäische Länder. "Österreich gehört zu unseren Top-Five-Ländern, mit einer stetig wachsenden Community", so Huisken.

Kampf dem Elektroschrott
Ein großer Teil der Anfragen an iFixit betrifft defekte Handys. Huisken: "Wir haben derzeit rund 2000 Reparaturanleitungen für Handys und Smartphones und verkaufen zumindest 200 unterschiedliche Ersatzteile." Ganz wichtig sei der Verkauf von Spezialwerkzeug, denn manche Hersteller wie zum Beispiel Apple verwenden Schraubsysteme, die man nur mit speziellen Schraubenziehern öffnen kann. "Diese sind im normalen Handel nicht zu beziehen", sagt Huisken. "Bei uns bekommt man sie und kann so eine eigentlich einfache Reparatur wie einen Akkuwechsel selbst durchführen."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-04-16 15:59:05
Letzte nderung am 2014-04-16 16:58:13



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