Unternehmen stehen im Fokus der Anstrengungen
Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Wirtschaft: "Die Privatperson hat im Durchschnitt 1,4 Behördenkontakte pro Jahr, Unternehmen und andere Kommunikationspartner kommen da auf ein Vielfaches", erklärt Lutz. Mit Foldern, Anschreiben und mündlicher Information bemüht sich die Stadt, jenen Kommunikationspartnern, mit denen der intensivste Austausch besteht, die Vorzüge der elektronischen Erreichbarkeit schmackhaft zu machen.
"Die Nachfrage ist in der Wirtschaft deutlich größer als in Privathaushalten", weiß auch Josef Schneider, Geschäftsführer der Firma Hpc Dual, die als Versand-Partner der Stadt die technischen Lösungen entwickelt. Der Grund für dieses Interesse liegt für Schneider auf der Hand: "Die elektronische Zustellung hat für Unternehmen deutliche Prozesskostenvorteile." Die Bearbeitungsprozesse, die in den meisten Betrieben längst digital erfolgen, würden mit einer angeschlossenen elektronischen Versendung deutlich günstiger werden. Beim Versand von Schriftstücken sieht Schneider ein Einsparungspotenzial von bis zu 90 Prozent.
Die Pläne, die das Unternehmen rund um die elektronische Zustellung hat, gehen dabei noch weiter. Als nächster Schritt soll aus der einseitigen Zustellung von Behördenschreiben eine wechselseitige elektronische Kommunikationsstruktur entstehen, die im Gegensatz zum Email einen sicheren und garantierten Versand und Empfang von Schriftstücken erlaubt. "Wir wollen weg von der Einwegkommunikation und hin zum elektronischen Dialog", umschreibt Schneider das Ziel, Unternehmen und Privatpersonen zum kompletten Umstieg auf die elektronische Kommunikation zu ermuntern. Als Beispiel nennt Schneider das Produkt Brief.Butler, ein Programm, das elektronische Zusendungen automatisiert abholt, aber etwa auch das sofortige elektronische Bezahlen integriert - für Schneider nicht nur eine Frage der Kostenreduktion, sondern auch des Komforts, zumal die
Aktivierung dafür einfach auf sendstation.at zu bewerkstelligen ist.
Ganz so rasant sieht Lutz den kompletten Umstieg nicht kommen. Zwar sei es durchaus ein Ziel, den Anteil der elektronisch erreichbaren Kommunikationspartner deutlich zu erhöhen, "aber das wird noch lange dauern", gibt sich Lutz realistisch.