• vom 23.01.2012, 12:47 Uhr

Forschung

Update: 23.01.2012, 12:55 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Voller Stolz, aber auch mit etwas Wehmut

Nicht zu bremsen: Marsrover schon acht Jahre im Einsatz



  • Obwohl "Opportunity" nur für eine 92-tägige Mission gebaut wurde.

Washington.

Der Rover war am 7. Juli 2003 auf die Reise zum Roten Planeten geschickt worden. Sein Auftrag: die Suche nach Mineralien in Gesteinen und im Boden, die dort durch Wasseraktivitäten deponiert worden sein könnten - etwa durch Niederschläge, Verdunstung oder hydrothermale Vorgänge. "Opportunity" entpuppte sich als ausgesprochener Glückstreffer.

Der Rover war am 7. Juli 2003 auf die Reise zum Roten Planeten geschickt worden. Sein Auftrag: die Suche nach Mineralien in Gesteinen und im Boden, die dort durch Wasseraktivitäten deponiert worden sein könnten - etwa durch Niederschläge, Verdunstung oder hydrothermale Vorgänge. "Opportunity" entpuppte sich als ausgesprochener Glückstreffer.APAweb/EPA Der Rover war am 7. Juli 2003 auf die Reise zum Roten Planeten geschickt worden. Sein Auftrag: die Suche nach Mineralien in Gesteinen und im Boden, die dort durch Wasseraktivitäten deponiert worden sein könnten - etwa durch Niederschläge, Verdunstung oder hydrothermale Vorgänge. "Opportunity" entpuppte sich als ausgesprochener Glückstreffer.APAweb/EPA

"Opportunity" ist einfach nicht zu bremsen. Sensationelle acht Jahre lang ist der kleine Rover schon auf dem Mars im Einsatz, sucht nach den Spuren von früheren Wasseraktivitäten  - und begeistert die Wissenschafter weiter mit seinen Entdeckungen. Als der Roboter auf Rädern und sein Zwilling "Spirit" im Jänner 2004 im Abstand von 21 Tagen auf dem Mars landeten, hatte man von ihnen eine Lebensdauer von 90 Marstagen erwartet - das sind 92 Tage auf der Erde. Jede zusätzliche Stunde, so sagten ihre Betreuer bei der NASA damals, wäre ein Geschenk.

Werbung

  Es wurde ein gewaltiger Geschenkeberg. Projektmanager John Callas braucht nicht nachzurechnen, er hat es längst im Kopf: Wenn sich "Opportunitys" Landung am 25. Jänner zum achten Mal jährt, ist das Marstag 2805 für den Rover, der damit seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Opportunity heißt übersetzt Chance, Gelegenheit - "und er hat jede von ihnen beim Schopf ergriffen, um mehr über den Roten Planeten herauszufinden", sagt Callas. Er nennt die Mission der Roboterzwillinge eine der größten Erfolgsgeschichten der NASA.

Voller Stolz, aber auch mit etwas Wehmut  
Kein Wunder also, dass er und sein Team im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena "Opportunitys" Jubiläum mit einer Geburtstagstorte feiern wollen. Voller Stolz, aber auch mit etwas Wehmut: Im Mai vergangenen Jahres hatte die NASA "Spirit" aufgeben müssen. Der Rover, dessen Name für Entdeckergeist steht, hatte sich nach einer 7,7 Kilometer langen Reise hoffnungslos im Marssand festgefahren, schließlich war die Kommunikation abgebrochen.

  "Opportunity" hat mittlerweile schon 34,4 Kilometer absolviert, trotz einiger Alterszipperlein. Eines der sechs Räder will nicht mehr, die NASA lässt den Rover daher rückwärts fahren. Dazu kommt so etwas wie Arthrose im Roboterarm: Das Schultergelenk ist nur noch eingeschränkt bewegungsfähig.

Die Reise zum Roten Planeten  
Auch an einigen  Werkzeugen, die "Opportunity" von der Erde mitbrachte, habe der Zahn der Zeit genagt, schildert Callas. So könne beispielsweise ein von deutschen Wissenschaftern beigesteuertes Spektrometer zur Untersuchung eisenhaltiger Gesteine und magnetischer Staubpartikel nicht mehr so flott arbeiten wie in den ersten Jahren. "Aber insgesamt ist "Opportunity" erstaunlich gut in Schuss."

  Der Rover war am 7. Juli 2003 auf die Reise zum Roten Planeten geschickt worden. Sein Auftrag: die Suche nach Mineralien in Gesteinen und im Boden, die dort durch Wasseraktivitäten deponiert worden sein könnten - etwa durch Niederschläge, Verdunstung oder hydrothermale Vorgänge. "Opportunity" entpuppte sich als ausgesprochener Glückstreffer - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei seiner Landung auf der Ebene Meridiani Planum hüpfte er auf seinen Puffer-Luftkissen ausgerechnet in einen kleinen Krater und brachte seine Betreuer auf der Erde mit spektakulären Panoramaaufnahmen und Fotos von ungewöhnlichen Gesteinsschichten zum Jubeln.




Schlagwörter

Mars, NASA, Mars-Rover

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-01-23 12:54:25
Letzte Änderung am 2012-01-23 12:55:57


Beliebte Inhalte



Der Satellit beherbergte zahlreiche Species. - Bild: Roskosmos
  • De Biosputnik ist zurück.
  • weiter

  • Neue Arbeitsgruppe erforscht große Fragen zur Entstehung des Universums.
  • weiter

Als Edi Finger "narrisch" wurde: Hans Krankl schickt mit seinem Siegestreffer von Córdoba das deutsche Nationalteam bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 nach Hause. - Schnoerrer/epa/PictureDesk.com Wien. Welcher Raum bietet den idealen Rahmen für eine Ausstellung über "Meldungen, die Österreich bewegten"? Richtig...weiter

Marienkäfer: asiatisch (l.) und europäisch. - corbis
  • Asiatische Marienkäfer infizieren und dezimieren ihre europäischen Verwandten.
  • weiter

Der Innsbrucker Quantenphysiker Peter Zoller ist kürzlich in Jerusalem mit dem renommierten Wolf-Preis für Physik 2013 ausgezeichnet worden. - APAweb/EPA/ABIR SULTAN
  • Peter Zoller für "grundlegende Beiträge zur Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen" mit Wolf-Preis geehrt.
  • weiter

Beim Klonen entnahmen die US-Wissenschafter unter anderem der Eizelle den Kern. - OHSU/dpa
  • Forscher klonen erstmals menschliche Stammzellen, daraus wird jedoch noch kein geklontes Kind geboren.
  • weiter

Der Satellit beherbergte zahlreiche Species. - Bild: Roskosmos
  • De Biosputnik ist zurück.
  • weiter

Dank und viel Beifall für Helmut Denk. - apa/Hochmuth
  • Scheidendes ÖAW-Präsidium zieht positive Bilanz und erhält Anerkennung.
  • weiter

Klonen kann gefährlich sein, wie Steven Spielbergs "Jurassic Park" zeigt. - apa/Universal/Amblin
  • Klonen ist ein zentrales Thema der Science Fiction in Film und Literatur.
  • weiter




Werbung





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung