• vom 24.04.2012, 14:11 Uhr

Forschung

Update: 24.04.2012, 14:19 Uhr
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Saturns "seltsamer Ring" ist dynamischer als gedacht



  • Kleine Objekte durchschlagen den Ring und ziehen glitzernden Schweif hinter sich her.

"Ich glaube, der F-Ring ist der seltsamste Ring des Planeten und die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass er dynamischer ist als wir dachten", erklärte Carl Murray von der Queen Mary University of London in einer Aussendung der NASA. - APAweb/EPA

"Ich glaube, der F-Ring ist der seltsamste Ring des Planeten und die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass er dynamischer ist als wir dachten", erklärte Carl Murray von der Queen Mary University of London in einer Aussendung der NASA. APAweb/EPA

Wien. Mit Hilfe von Aufnahmen der Raumsonde Cassini haben Wissenschafter seltsame, rund einen Kilometer große Objekte entdeckt, die durch Teile des F-Ring des Saturns fliegen und dabei eine glitzernde Spur hinter sich herziehen. "Ich glaube, der F-Ring ist der seltsamste Ring des Planeten und die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass er dynamischer ist als wir dachten", erklärte Carl Murray von der Queen Mary University of London in einer Aussendung der NASA. Murray hat die Ergebnisse heute, Dienstag, bei der Generalversammlung der "Europäischen Geowissenschaftlichen Union" (EGU) präsentiert, die bis Freitag in Wien stattfindet.

  Murray verglich den F-Ring mit einem "betriebsamen Zoo" mit zahlreichen Objekten, deren Größe von einem Kilometer bis zu Monden wie Prometheus mit 150 Kilometer Durchmesser reicht und die "eine spektakuläre Show" liefern. Schon bekannt war, dass relativ große Objekte wie Prometheus beim Durchqueren des F-Rings Kanäle, Wellen und kleinere Objekte - die Wissenschafter sprechen von "Schneebällen" - erzeugen kann. Unklar war bisher, was mit diesen Schneebällen passiert. Viele werden durch Kollisionen oder Gravitationskräfte zerstört, einige dürften aber überleben und auf eigenen Umlaufbahnen selbst durch den F-Ring schlagen.

 
Auf der Suche nach "Mini-Jets"
Der Zusammenstoß mit dem Ring erfolgt bei der relativ langsamen Geschwindigkeit von rund zwei Metern pro Sekunde. Beim Durchstoßen des Rings ziehen die Schneebälle kleine glitzernde Eispartikel hinter sich her, die 40 bis 180 Kilometer lang sind. Erstmals haben Murray und sein Team 2009 eine solche Spur über Stunden verfolgt und daraufhin das Cassini-Bildmaterial dahingehend durchforstet, ob solche Phänomene - von den Wissenschaftern "Mini-Jets" genannt - öfter auftreten.

  Der F-Ring hat einen Umfang von 881.000 Kilometer und die Wissenschafter brauchten "viel Zeit und Glück", die vergleichsweise winzigen Mini-Jets zu entdecken. In rund 20.000 Bildern fanden sie 500 Belege für dieses Phänomen. Manchmal flogen mehrere solcher Schneebälle gleichzeitig durch den Ring und erzeugten dabei Spuren, die den Widerhaken einer Harpune glichen. Andere neue Bilder von Cassini zeigen den gesamten F-Ring mit Strudel, Wirbel und Wellen, die von den zahlreichen Objekten erzeugt werden, die sich durch und um den Ring herum bewegen.

 
Mehr Verständnis für das All und seine Aktivitäten
Abseits der seltsamen Schönheit des Saturnrings helfen die Daten den Wissenschaftern auch dabei, die Aktivitäten zu verstehen, die bei der Entstehung von Sonnensystemen aus - Saturn-ähnlichen, aber viel größeren - Staubscheiben ablaufen.

  Der Saturn ist mit einem Durchmesser von rund 120.000 Kilometern der zweitgrößte Planet des Sonnensystems. Umgeben ist der Planet von mehr als 100.000 einzelnen Ringen, die unterschiedlich zusammengesetzt sind und dadurch auch andere Farbtöne haben. Die größten Ringe werden von innen nach außen als D-, C-, B-, A-, F-, G-und E-Ring bezeichnet.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-24 14:17:12
Letzte Änderung am 2012-04-24 14:19:56


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