• vom 25.04.2012, 18:06 Uhr

Forschung

Update: 25.04.2012, 18:16 Uhr
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Forschungsgelder gegen die Krise?


Von Petra Tempfer

  • Ausgaben steigen auf 8,61 Milliarden Euro, Forschungsquote stagniert indes.



Wien. Es gab eine Lange Nacht der Museen, eine Lange Nacht der Kirchen, eine der Jugend und eine der Sprachen. Eine Lange Nacht der Forschung, die gab es 2011 allerdings nicht - und auch 2010 fehlte sie in Wien und fand nur in einigen Bundesländern statt. Es schien ruhig um die Forschung geworden zu sein, was viele auf die Krise und Budgetmangel zurückführten. Offensichtlich ist aber das Gegenteil der Fall.

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Ein Budget für die Lange Nacht aufzustellen, war laut Koordinator Walter Schneider vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung angeblich nie das Problem. "Der hohe Organisationsaufwand war an der Pause schuld und die Tatsache, dass die Forschung nicht jedes Jahr etwas Neues bietet", behauptet er. Daher soll die Lange Nacht künftig nur noch im Zweijahrestakt stattfinden.

An der Finanzierung scheiterte es also offenbar nicht. Laut Statistik Austria sind die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich sogar stark gestiegen. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Schätzung hervorgeht, werden sie heuer voraussichtlich 8,61 Milliarden Euro betragen und somit um 4,2 Prozent über dem Vorjahr liegen. Seit 2000 haben sie sich mehr als verdoppelt. Rund 45 Prozent kommen von der Wirtschaft, 39 Prozent von der öffentlichen Hand, der Rest von ausländischen Unternehmen.

Deutlich gesteigert hat der öffentliche Sektor seine F&E-Finanzierung. Mit 3,38 Milliarden Euro liegt sie um 7,5 Prozent über dem Vorjahr. Rund 2,87 Milliarden Euro wird der Bund beitragen, den Rest Bundesländer, Gemeinden und Kammern.

Länder als Hauptsponsoren der Langen Nacht
"Dass das öffentliche Budget gestiegen ist, war in Zeiten der Krise eine bewusste Entscheidung", meint ein Sprecher von Doris Bures, Ministerin für Verkehr, Innovation und Technologie. "Nur, wenn man die betriebliche Forschung vorantreibt, können Beschäftigte am Standort Österreich gehalten werden."

Dennoch bleibt die Forschungsquote - die gesamtstaatlichen Ausgaben gemessen am BIP - mit 2,8 Prozent fast unverändert, so die Schätzung der Statistik Austria. Im EU-Vergleich rangiert Österreich aber immer noch unter den ersten fünf. Finnland und Schweden führen die Gruppe an.

Was die Lange Nacht der Forschung betrifft, zog sich der Bund allerdings zurück. "Das Sponsoring hat sich stark in Richtung Bundesländer verlagert", sagt Schneider. "Freilich wäre ohne die Basisfinanzierung durch das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium nichts zustande gekommen - den Löwenanteil tragen aber Länder, Regionen und Private." Das Wirtschaftsministerium fördert die Veranstaltung laut eigener Aussage mit 140.000, das Wissenschaftsministerium mit 100.000 Euro. Im Gegensatz zu früher tatsächlich um vieles weniger. Lag doch die Basisfinanzierung durch den Bund 2008 und 2009 laut Markus Gruber von "Gruber & Partner Kommunikation", der die Lange Nacht der Forschung im Auftrag der Ministerien in seiner jetzigen Form aufbaute und umsetzte, bei circa einer Million Euro - etwa die Hälfte der Gesamtaufwände. Damals war auch das Verkehrsministerium beteiligt. Davor gab es 2005 die erste Lange Nacht, bei der noch Eintritt verlangt wurde.

Warum die Finanzierungs-Bereitschaft der Ministerien offensichtlich nachgelassen hat, erklärt Schneider so: "Die Lange Nacht soll speziell die Regionen und Bundesländer bedienen und ist hier mit vielen Forschern, die durch die Nacht führen, breit aufgestellt. Daher kommen auch zahlreiche private Sponsoren direkt aus der Region." Das Wissenschaftsministerium betont, dass es die Lange Nacht auch anderweitig unterstütze - etwa, indem es die Aula zur Verfügung stelle.

Indirekt fördere auch wieder das Verkehrsministerium die Lange Nacht der Forschung, so der Sprecher: indem es Stationen am Standort Tulln des Austrian Institutes of Technology betreibt, dessen Gesellschafter zu mehr als 50 Prozent die Republik mit dem Verkehrsministerium ist.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-25 18:11:05
Letzte Änderung am 2012-04-25 18:16:57


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