• vom 09.05.2012, 16:24 Uhr

Forschung


Akademie der Wissenschaften

Feierliche Sitzung mit unfeierlichem Hintergrund




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    Wien. (ski) Die Österreichische Akademie (ÖAW) der Wissenschaften musste am Mittwoch ihre jährliche Feierliche Sitzung vor einem unfeierlichen Hintergrund begehen. Tags zuvor war bekannt geworden, dass die Molekularbiologin Renée Schroeder auf ihre Mitgliedschaft in der Akademie verzichtet hat, den gleichen Schritt hatte, wie am Mittwoch publik wurde, der Ökonom Gunther Tichy bereits im März gesetzt. In einem Brief begründete Tichy seinen Austritt mit der Politik des ÖAW-Präsidiums, "die die Akademie in den Augen der staatlichen Behörden wie der Öffentlichkeit schwer geschädigt hat". Reformen seien lange verschleppt und nun eine zutiefst bedauerliche "Redimensionierungspolitik" eingeleitet worden. Tichy leitete von 1992 bis 2005 das ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung, wurde 1994 Wirkliches ÖAW-Mitglied und gehörte der 2008 als eine Art "Akademie-interner Aufsichtsrat" eingerichteten Strategie- und Planungskommission der ÖAW an.

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    In der Feierlichen Sitzung sagte Bundespräsident Heinz Fischer als Schirmherr der Akademie zum Rücktritt Schroeders, hier sei "sicher ein Dialogprozess notwendig", dabei müsse man "jedes sachliche Argument und jeden Hinweis auf Fehler und Probleme ernst nehmen". Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sprach angesichts einer allegorischen Darstellung der Tugend Liberalitas (Großzügigkeit) im Akademie-Festsaal über die politische Kunst und Verantwortung, öffentliches Geld möglichst gerecht und effizient zu verteilen, und äußerte sich positiv zum Konsolidierungsprozess der Akademie: "Ich bin guter und sicherer Hoffnung, dass wir damit eine solide Basis für eine glänzende Zukunft legen."

    In die Akademie wurden 38 neue Mitglieder aufgenommen, denen ÖAW-Präsident Helmut Denk explizit - in Anspielung auf Vorwürfe Renée Schroeders - versicherte, sie hätten die Aufnahme nur ihren Leistungen und objektiven Gutachten und "nicht der Mitgliedschaft in einem Politbüro oder einer politischen Vereinigung" zu verdanken. Die ÖAW sei "dankbar für Kritik, wenn sie offen und produktiv ist und nicht aus dem Hinterhalt kommt".




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    Dokument erstellt am 2012-05-09 16:29:02



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