• vom 07.08.2012, 12:58 Uhr

Forschung

Update: 07.08.2012, 12:59 Uhr
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Alle Proton-Starts bis auf weiteres ausgesetzt

Fehlstart von zwei Satelliten trifft Russlands Raumfahrt



  • Theoretisch könnten die Flugkörper, die nun in rund 300 Kilometern kreisen, auch der Raumstation ISS gefährlich werden.

epa03346839 (FILE) A handout picture dated 30 October 2011 released by Russian Federal Space Agency Roscosmos showing a Russian Proton-M carrier rocket while being transported to the launch pad at the Baikonur cosmodrome in Kazakhstan. Two information satellites carried by a Proton-M carrier rocket are out of control after the failure of a stage of Proton-M, it was reported 07 August 2012. Express MD2 and Telkom-3 satellites are expected to stay between six and eight weeks on an orbit before entering the atmosphere and  destroyed, as reported by Interfax news agency citing Russian space experts. The accident is valued at some 150 million Euros.  EPA/ROSCOSMOS / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES - APAweb/EPA/ROSCOSMOS

epa03346839 (FILE) A handout picture dated 30 October 2011 released by Russian Federal Space Agency Roscosmos showing a Russian Proton-M carrier rocket while being transported to the launch pad at the Baikonur cosmodrome in Kazakhstan. Two information satellites carried by a Proton-M carrier rocket are out of control after the failure of a stage of Proton-M, it was reported 07 August 2012. Express MD2 and Telkom-3 satellites are expected to stay between six and eight weeks on an orbit before entering the atmosphere and destroyed, as reported by Interfax news agency citing Russian space experts. The accident is valued at some 150 million Euros. EPA/ROSCOSMOS / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES APAweb/EPA/ROSCOSMOS

Moskau. Bei einer neuen millionenschweren Panne hat die Raumfahrtnation Russland gleich zwei Kommunikationssatelliten auf einmal verloren. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos kündigte eine Krisensitzung zu dem rund 150 Millionen Euro teuren Fehlstart an. Durch einen Fehler bei der Oberstufe der russischen Trägerrakete Proton-M seien ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn geraten, sagte ein Roskosmos-Sprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

  Der zuständige Vizeregierungschef Dmitri Rogosin kündigte eine Sondertagung zur Situation in der Raumfahrtbranche an. Daran solle auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew teilnehmen. Alle Proton-Starts wurden bis auf weiteres ausgesetzt.

  Theoretisch könnten die Flugkörper, die nun in rund 300 Kilometern kreisen, auch der Raumstation ISS gefährlich werden, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter. Das Risiko sei aber gering. Der russische Satellit Express MD2 und der indonesische Satellit Telkom-3 würden vermutlich in sechs bis acht Wochen abstürzen. Die Satelliten würden weiterhin beobachtet, teilte Roskosmos mit. Experten gingen davon aus, dass die Überreste beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

  Der Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan verlief zunächst planmäßig. Doch dann zündete die Raketenoberstufe nur sieben Sekunden statt der geplanten gut 18 Minuten, so dass die Satelliten auf eine deutlich niedrigere Bahn kamen. Die Flugbahn der Rakete sei nicht mehr zu korrigieren, hieß es.

  Die Panne erinnert an den Fehlstart einer Proton-M mit einem russischen Nachrichtensatelliten vor fast genau einem Jahr. Damals geriet die Rakete wegen einer Fehlzündung auf eine falsche Umlaufbahn. Der mehr als fünf Tonnen schwere Satellit wurde nach sieben Monaten gezielt bei Hawaii im Pazifik versenkt.

  Express MD2 sollte zehn Jahre lang Fernsehübertragungen und Kommunikation in früheren Sowjetrepubliken verbessern. Telkom-3 wurde auf Bestellung Indonesiens in Russland hergestellt und sollte 15 Jahre lang für gute Telekommunikations- und Fernsehverbindungen in Südostasien sorgen.

  Für die stolze Raumfahrtnation Russland ist der Zwischenfall ein weiterer Rückschlag. Erst im Jänner 2012 war die 13,5 Tonnen schwere und 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde "Phobos Grunt" unkontrolliert in den Pazifik gestürzt. 2010 hatte Roskosmos bereits drei Satelliten für das ambitionierte Navigationssystem Glonass verloren.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-07 12:59:03
Letzte Änderung am 2012-08-07 12:59:43


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