• vom 25.01.2013, 17:16 Uhr

Forschung


Human Brain Project

Eine Milliarde Euro für Gehirn und Graphen




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  • EU beschließt zweit Großprojekte, die die Gesellschaft vorantreiben sollen.

Das "Human Brain Project" will das Gehirn simulieren - aber nicht scheibchenweise.

Das "Human Brain Project" will das Gehirn simulieren - aber nicht scheibchenweise.© apa Das "Human Brain Project" will das Gehirn simulieren - aber nicht scheibchenweise.© apa

Wien/Brüssel. Ähnlich wie ein internationales Großprojekt nötig war, um das Genom des Menschen in absehbarer Zeit zu entschlüsseln, will die EU-Kommission nun mit ambitionierten, visionären und kooperativen Forschungsinitiativen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen. Die Entscheidung über die ersten beiden von sechs europäischen wissenschaftlichen Flaggschiffprojekten ist gefallen: Das "Human Brain Project" und das Projekt "Graphen" werden vom Förderprogramm "Future and Emerging Technologies Flagship" (FET-Flaggschiff) unterstützt.

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Das "Human Brain Project" hat vor, das menschliche Gehirn zu simulieren. Unter der Leitung von Henry Markram von der ETH Lausanne wollen 80 Forschungsinstitute detaillierte Modelle neuronaler Aktivitäten entwickeln. Aufgrund der gigantischen Rechenressourcen koste das Projekt dementsprechend viel Geld, betont Alois Saria von der Medizinuni Innsbruck. Aus Österreich sind neben ihm das Institute of Science and Technology Austria unter dem Neurophysiologen Peter Jonas und die Studiengesellschaft für Kybernetik unter Robert Trappl dabei.

Superdünnes Wundermaterial
Große Hoffnungen gelten dem "Wundermaterial" Graphen, das eine nur eine Atomschicht dünne, wabenförmige Kohlenstoff-Struktur und bemerkenswerte Eigenschaften besitzt. Seine Entdecker, Andre Geim und Kostya Novoselov, erhielten für die Herstellung von Graphen 2010 den Nobelpreis. 120 Forschungsgruppen, darunter eine um Thomas Müller vom Institut für Photonik der TU Wien, sind an dem von Jari Kinaret von der Technischen Universität Göteburg geleiteten Projekt beteiligt, um Graphen in Computern, Batterien oder Sensoren anwendbar zu machen.

Noch nicht ganz klar ist die Höhe der Förderung. Ursprünglich wollte die EU mit einer Summe von mindestens einer Milliarde Euro über zehn Jahre Wissenschaftern die Möglichkeit geben, Forschung im ganz großen Stil zu betreiben. Laut "Nature" erhalten die Projekte tatsächlich eine Milliarde Euro, allerdings soll nur die Hälfte davon von der EU-Kommission, die andere Hälfte von den teilnehmenden Institutionen kommen. In der Einladung zur offiziellen Präsentation der Projekte am Montag in Büssel betont EU-Technologie-Kommissarin Neelie Kroes, dass die Projekte jeweils von "potenziell bis zu einer Milliarde Euro EU-Förderung" profitieren könnten.




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Dokument erstellt am 2013-01-25 17:20:05



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