• vom 18.06.2013, 15:16 Uhr

Forschung

Update: 18.06.2013, 15:19 Uhr

NASA

NASA-Chef: Asteroidenfang notwendig für Mars-Mission




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    Wien. Die US-Raumfahrtbehörde NASA plant bis zum Ende des Jahrzehnts, mit einem Raumschiff einen kleinen Asteroiden einzufangen und in eine Umlaufbahn um den Mond zu bringen. Von dort sollen dann Astronauten Proben des Asteroiden nehmen und zur Erde zurückbringen. Für NASA-Chef Charles Bolden ist das kein Show-Projekt: "Wenn wir Menschen auf den Mars bringen wollen, müssen wir zuerst die Asteroiden-Mission durchführen können", sagte Bolden in Wien.


    Bolden ist Gast beim derzeit laufenden Treffen des UN-Komitees für die friedvolle Nutzung des Weltraums (Committee on the Peaceful Uses of Outer Space) in Wien und wirbt bei seiner Reise auch für internationale Beteiligung an dem Asteroiden-Projekt. Am Nachmittag wird der NASA-Chef dem Naturhistorischen Museum Wien drei Proben von Mondgesteinen der NASA-Missionen Apollo 15 und 17 als langfristige Leihgaben übergeben.

    Mars und Asteroiden
    Obwohl Bolden erst kürzlich betont hatte, dass die NASA möglichst viele der zur Verfügung stehenden Mittel für die für 2030 geplante bemannte Mars-Mission ausgeben möchte, passt für ihn das Asteroiden-Projekt in diese Pläne. "Es gibt eine Reihe technologischer Hürden, die wir überwinden müssen, um Menschen auf den Mars zu bringen", so der NASA-Chef. Als Beispiel nannte er einen solaren Hochspannungs-Antrieb (High-power solar electric propulsion) oder verbesserte lebenserhaltende Systeme. Einige davon müssten gelöst werden, um die Asteroiden-Mission durchführen zu können. "Wir bauen damit technologische Hürden ab, das ist einer der wichtigsten Gründe für die Mission", so Bolden.

    Doch das spektakuläre Vorhaben hat nicht nur mit dem Mars zu tun. So werde durch das Projekt auch das Verzeichnis der bekannten Asteroiden vergrößert. "Von den Asteroiden mit einem Durchmesser von weniger als einem Kilometer kennen wir nur zehn bis 20 Prozent. Wir sollten aber von 95 Prozent wissen, um sicher potenzielle Gefahren für die Erde zu identifizieren", so Bolden. Schon jetzt werde durch das Vorhaben das NASA-Budget zur Identifikation von Astroiden von derzeit 20 Mio. Dollar (15 Mio. Euro) auf 40 Mio. Dollar im Jahr 2014 verdoppelt.

    Auf Asteroidenfang
    Bolden erinnerte bei einer Pressekonferenz daran, dass Asteroiden potenzielle Naturkatastrophen sind, das habe der Einschlag eines Meteoriten bei Tscheljabinsk in Russland vergangenen Februar mit mehr als 1.000 Verletzten gezeigt. Heute könne man noch nichts dagegen tun, aber mit der Mission wolle man zeigen, dass man einen Asteroiden einfangen, umlenken und damit einen Einschlag auf der Erde vermeiden kann. "So können wir verhindern, dass wir zu Dinosauriern werden", sagte der NASA-Chef unter Hinweis auf das Aussterben der Dinosaurier durch einen riesigen Meteoriteneinschlag vor 65 Mio. Jahren.

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    Schlagwörter

    NASA, Mars, Asteroiden, Charles Bolden

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2013-06-18 15:18:30
    Letzte nderung am 2013-06-18 15:19:52



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